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Renegat von Torsten Fink

Reihe: Der Sohn des Sehers, Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Auch „Der Sohn des Sehers spielt in der Welt, die Torsten Fink bereits für die „Die Tochter des Magiers“ geschaffen hat. Im ersten Band gab es eine kurze Begegnung der Helden, um zu zeigen, dass diese Trilogie zeitgleich spielt, ansonsten aber erzählt sie eine weitestgehend eigenständige Geschichte, für die man die erste Saga gar nicht mehr kennen muss.

Im Mittelpunkt des Zyklus steht Awin. Längst ist er nicht mehr der im Schatten seines Meisters Curru stehende Lehrling, sondern ein Seher aus eigenem Recht. Immerhin ist es ihm gelungen, den geraubten Lichtstein seines Volkes zurück zu holen und dann auch noch die abtrünnige Göttin Slahan zu besiegen.

 

Allerdings wird ihm das nicht gedankt. Man erklärt ihn zu einem Ausgestoßenen und Eri, der neue oberste Anführer der Stämme der Hakul bringt beim Abzug aus der Festung bei der der Endkampf gegen Slahan tobte, den Heolin, den Lichtstein an sich.

Awin hat erst einmal anderes zu tun, als darüber nachzudenken, welche Folgen das haben könnte. Er ist froh, dass einige Krieger seines Volkes weiterhin zu ihm stehen. Seine Sorge gilt Merege, die nacht dem Kampf gegen die Göttin im Koma liegt und nicht erwachen will.

Erst nach und nach wird ihm bewusst, dass die Gefahr für sein Volk und die Welt noch lange nicht vorüber ist, denn noch immer sind die Windskrole frei.

Vier von ihnen haben Eri versprochen, ihm dabei zu helfen, ein Großreich der Hakul zu errichten, wenn er ihnen einen Wunsch erfüllt – nämlich das Skroltor zu öffnen und damit auch anderen Daimonen freien Zugang in die Welt der Menschen zu ermöglichen. Wenn das geschieht ist die Welt, so wie Awin sie kennt, dem Untergang geweiht.

Eine der Windskrole, die sterblich gewordene Isphaha ist bereit an seiner Seite zu kämpfen. Aber ein Sieg liegt dennoch in weiter Ferne, so lange Merege nicht erwacht ist, denn ihre Kräfte und ihr Wissen sind wichtig, um gegen die Übermacht der Feinde zu bestehen und das Skroltor geschlossen zu halten.

 

Im abschließenden Band von „Der Sohn des Sehers“ weiß Torsten Fink sehr genau wo er hin will und arbeitet auch bewusst darauf zu. Es hat Hand und Fuß, dass Awin jetzt seine Verbündeten um sich sammeln und noch weiter in seine Rolle als Anführer hinein wächst, denn nur so ist auch das Ende glaubwürdig dargestellt.

Sicherlich folgt er dabei konventionellen Bahnen, aber er bleibt auch sehr realistisch, der junge Seher muss sich Bündnisse und Freundschaften erst erarbeiten und immer wieder ausprobieren und hoffen, dass er mittlerweile diplomatisch geschickt genug handelt, um seine Gegenüber zu überzeugen. Auch die Kämpfe gehen nicht immer gut aus und fordern viele Opfer. Episch wird es bis zum Ende nicht. Erst dann erlaubt sich der Autor ein wenig Gigantomanie, die dann aber auch ins Bild passt.

Interessant ist, dass er dann nicht unbedingt dem Klischee folgt und gewisse Figuren miteinander verpaart.

Die Figuren entwickeln sich ebenfalls auf einem gewissen Niveau weiter, wenngleich sie auch nicht so tiefgründig werden, wie man denken könnte – aber das sorgt auch für eine gute Gewichtung zwischen Beschreibungen, Dialogen, Gedanken, Abenteuern und Action.

Nur hat man am Ende das Gefühl, dass durchaus auch noch mehr passieren könnte und vielleicht ein weiterer Zyklus die beiden vorhandenen Trilogien zusammen führen wird.

 

Alles in allem ist „Renegat“ ein gelungener Abschluss für die Geschichte um den „Sohn des Sehers“, die nicht nur mit Spannung sondern auch einem Hauch von Tiefgang und Entwicklung bei den Helden aufwarten kann, und sich deshalb aus der Masse ähnlicher Titel heraus hebt, da der Autor nicht in allem den traditionellen Weg geht, sondern manchmal auch überrascht.

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Buch:

Renegat

Autor: Torsten Fink

Reihe: Der Sohn des Sehers Band 3

Taschenbuch, 575 Seiten

Blanvalet, Oktober 2010

 

ISBN-10: 3442266939

ISBN-13: 978-3442266937

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.11.2010, zuletzt aktualisiert: 11.11.2019 13:33