Resident Evil 5 – Collectors Edition (PC)
 
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Resident Evil 5 – Collectors Edition (PC)

Rezension von Cronn

 

Vorsichtig schleiche ich durch das afrikanische Dorf.

Der Wind heult um die Ecken und wirbelt Papierfetzen umher. Das Hecheln von Hunden ist zu hören, die irgendwo im Verborgenen herumstreunen. Sehen jedenfalls kann ich keinen.

Auch keine Menschen.

Die Wellblechhütten sind verlassen. Hier und da stehen Essensreste auf den Herden und Tischen. Sie dampfen noch.

Wieso haben die Menschen alles stehen und liegen gelassen? War das eine Folge der Seuchengefahr? Oder ist etwas anderes im Spiel…?

Meine Partnerin Sheva läuft neben mir, die Pistole gezückt und angriffsbereit im Anschlag. Was erwarten wir hier in Afrika? Die Sache mit der Umbrella Corporation liegt doch schon lange zurück?

Als wir um eine Ecke biegen, sehen wir einen Mann. Er liegt auf der Straße, den Rücken an eine Hauswand gelehnt. Blutbeflecktes T-Shirt, zerrissene, dreckige Jeans. Irgendetwas hat ihn erwischt. Ich hoffe, dass er noch lebt!

Ich beuge mich zu ihm hinunter, spreche ihn an.

Keine Reaktion.

Ich hebe sein Kinn an, will ihm in die Augen sehen und da erkenne ich es! Der Kerl ist tot. Urplötzlich aber schreit mir Sheiva zu, dass ich mich umdrehen soll. Hinter uns stürmen auf einmal zwei Männer auf die Straße. Alle haben zerfetzte Kleidung an und fletschen die Zähne wie Tiere. In ihren Augen sehe ich nur Blut und Schwärze. Sie sind von der Zombie-Krankheit befallen!

Schnell ziele ich auf den ersten, rufe noch Sheva zu, dass sie in Deckung gehen solle, dann jage ich eine Geschoss-Salve auf meinen Gegner zu. Die Projektile treffen den Mann, er sinkt getroffen zu Boden, bleibt in einer Blutlache liegen.

Auch der zweite Kerl zuckt auf, getroffen von Geschossen. Diese stammen allerdings nicht aus meiner Waffe, sondern aus der meiner Partnerin. Der Gegner geht ebenfalls zu Boden, fällt in den Staub und rührt sich nicht mehr.

Stille herrscht auf den Straßen des afrikanischen Dorfes.

Nur einen Augenblick lang.

Dann höre ich das Knacken von Knochen, das Bersten von Fleisch und spüre im Rücken, dass sich der Tote von eben aufrichtet…und ich ahne eine bittere Wahrheit:

Der Kampf gegen die Zombiekrankheit hat eben erst richtig begonnen!

 

RESIDENT EVIL 5 heißt das neueste Game von Capcom, das hierzulande als RESIDENT EVIL 5 – COLLECTORS EDITION erscheint. Das Spiel ist der fünfte Teil einer berühmten Spiele-Serie, die mit „Alone in the Dark“ zusammen das Survival-Horror-Genre auf dem PC und vor allem auf der Playstation und später dem Gamecube einer breiten Masse bekannt machte.

Der fünfte Teil ist schon vor einem halben Jahr für die Playstation3-Konsole erschienen und wird nun von Capcom für den PC nachgereicht. Wir erinnern uns – bereits mit „Resident Evil 4“ kam vor Jahren ein moderner Teil der Serie auf den PC und entsetzte Kritiker wie Publikum gleichermaßen: keine Beleuchtung implementiert, keine Maus-Unterstützung, viele Bugs.

Ob RESIDENT EVIL 5 – COLLECTORS EDITION die Scharte auswetzen kann, die „Resident Evil 4“ schlug und das Vertrauen der Gamer zurückgewinnen kann?

 

Hintergrund:

Aus der Asche alter Konflikte steigen neue Schrecken auf. Die Umbrella Corporation und ihre tödlichen Viren wurden zerstört. Doch aus den Trümmern kommt eine neue und noch gefährlichere Bedrohung zum Vorschein. In den Jahren nach den Ereignissen in Raccoon City hat Chris Redfield die Geißel bio-organischer Waffen an allen Orten der Welt bekämpft. Mittlerweile ist er Mitglied der „Bio-terrorism Security Assessment Alliance“ (BSAA), die ihn nach Afrika schickt, um einen biologischen Wirkstoff zu untersuchen, der die Bevölkerung in aggressive Bestien verwandelt hat. Zusammen mit seiner BSAA-Kollegin Sheva Alomar muss er die Wahrheit ans Licht bringen, die hinter den beunruhigenden Ereignissen steckt.

 

Gameplay:

Wie von „Resident Evil 4“ gewohnt, sieht man seinem Charakter von hinten über die Schulter. Diese Perspektive führt dazu, dass man keine Kameraprobleme bekommt, wie das in früheren Survival-Horror-Titeln der Fall war.

Wer RESIDENT EVIL 5 – COLLECTORS EDITION spielt ohne sich vorher informiert zu haben, wird eventuell erschrocken sein – das neue Resident Evil hat weniger Horror zu bieten als die Vorgänger. Die Spannungsmomente existieren zwar weiterhin, aber in wenigen Dosen. Sie kommen besonders dann zum Tragen, wenn man durch klaustrophobische unterirdische Gänge schleicht. Ansonsten ist RESIDENT EVIL 5 – COLLECTORS EDITION mehr Action-Game denn Survival-Horror. Dies liegt daran, dass man zumeist tagsüber unterwegs ist und zudem im Freien sich aufhält.

Dies ist keine Negativkritik, denn die Action ist furios inszeniert. Aber wissen sollte man es als Resident-Evil-Fan, damit man nicht enttäuscht ist.

Wie bereits angedeutet ist man damit beschäftigt, in afrikanischen Dörfern und Städten von Hütte zu Hütte zu streunen, immer auf der Suche nach einem mysteriösen Waffenhändler. Dabei kommen einem die missgelaunten „Zombies“, sprich: die Infizierten in die Quere. Diese warten nicht lange, um zu diskutieren, sondern greifen an. Mit den Zombies aus den ersten Teilen haben diese nichts mehr an sich – die Infizierten erinnern vielmehr an Zombies aus modernen Hollywood-Produktionen: sie rennen, suchen aktiv nach dem Spieler und greifen ohne herumzuschlurfen sofort an.

Wie immer steht dem Spieler eine ganze Palette an Waffen zur Auswahl, womit er die Gegnerscharen (denn um solche handelt es sich meistens) zur Strecke bringen kann. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt kann man Schrotflinte, Uzi, Scharfschützengewehr, Brandgranaten und dergleichen mehr finden. Die Handfeuerwaffen können zudem in verschiedenen Bereichen aufgewertet werden, wie beispielsweise Nachladegeschwindigkeit oder Durchschlagskraft. Leben wertet man wie bekannt mit den grünen Pflanzen auf, die man mit roten kombinieren kann, um bessere Aufwertungsergebnisse zu erzielen.

Was neu ist am Gameplay ist die Tatsache, dass Chris Redfield nicht mehr allein unterwegs ist, sondern eine Partnerin an der Seite hat: Sheva Alomar. Die gebürtige Afrikanerin unterstützt den Spieler selbstständig. Die KI agiert dabei hervorragend. Man kann auch Befehle geben, und Gegenstände geben, oder zurücktauschen. Kombi-Aktionen sind auch hier und da nötig, um beispielsweise höher gelegene Orte zu erklimmen, wo sich die beiden Partner gegenseitig im Klettern unterstützen. Das funktioniert bis auf kleinere Nervstellen im Spiel einwandfrei.

RESIDENT EVIL 5 – COLLECTORS EDITION unterstützt zum ersten Mal von Release an eine Maus-Funktion. Diese macht das Spiel für PC-Spieler um einiges angenehmer und auch leichter. Mit Gamepad kann man ebenfalls steuern, aber dann ist das Game um einiges schwerer, da die Bewegung nicht so schnell umgesetzt wird.

Toll, dass Capcom hier ein Einsehen mit den PC-Usern gehabt hat! Beide Daumen hoch!

 

Grafik und Sound:

RESIDENT EVIL 5 – COLLECTORS EDITION gehört vom Grafischen her mit zu dem Besten, was zur Zeit auf dem PC als Konsolenportierung zu haben ist. Vor allem das gelungene Spiel mit Licht und Schatten sei hier hervorgehoben.

Doch auch die Detaildarstellung ist atemberaubend. An den beiden Charakteren meint man jede Pore sehen zu können. Die Umgebungstexturen sind zumeist knackig scharf und das sich ausbreitende Feuer sieht aus, als würde es leben. Grandios!

Auch im Soundbereich macht Capcom alles richtig. Die Musik passt zum Geschehen, verrät allerdings durch ihren Einsatz hier und da, dass Action bevorsteht, so dass mancher Überraschungsmoment verloren geht. Die Sounds passen, klingen knackig und die Waffeneffekte sind ebenfalls satt.

 

Multiplayer:

Eine besondere Erwähnung verdient der Multiplayer-Modus. RESIDENT EVIL 5 – COLLECTORS EDITION unterstützt einen Offline-Lan-Modus, und zwar einen kooperativen Modus.

Einen zweiten PC vorausgesetzt darf man die Kampagne von RESIDENT EVIL 5 – COLLECTORS EDITION gemeinsam mit einem Freund in der Rolle von Sheva durchleben. Das Feature macht tierisch Spaß und wird noch von zu wenigen Spielen genutzt.

Klasse gemacht!

 

Fazit:

RESIDENT EVIL 5 – COLLECTORS EDITION ist die erhoffte geniale Umsetzung für den PC geworden, die man sich erhofft hat. Die Atmosphäre geht mehr in Richtung Action. Wer damit leben kann, wird als Resi-Fan nicht enttäuscht werden.

Klar richtet sich das Spiel an ein erwachsenes Publikum. Mit Gewalt und Blut wird nicht gegeizt. Daher darf es nicht in die Hände von Kindern gelangen.

Wer mal wieder Lust darauf hat, sich gegen Horden von „Zombies“ zu stellen und keine Angst vor panischen Momenten hat, in denen man sich einer scheinbaren Übermacht gegenübersieht, dem sei RESIDENT EVIL 5 – COLLECTORS EDITION bedingungslos empfohlen! Zudem ist hier eine weitere DVD mit einem Making-Of dabei und weitere freischaltbare Skins für die Charaktere.

Klare Kaufempfehlung!

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202404221436337b30c080
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MEDIUM:

Resident Evil 5 - Collector's Edition

von Capcom

Plattform: Windows XP / Vista

USK-Einstufung: USK ab 18

Erscheinungsdatum: 18. September 2009

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 06.10.2009, zuletzt aktualisiert: 14.04.2024 08:35, 9318