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Rhapsody: A Musical Adventure

Rezension von Björn Backes

 

Die Welt der asiatischen RPG-Programme wird in den letzten Monaten immer häufiger von Retro-Titeln und einer generellen Rückbesinnung auf das letzten Konsolen-Jahrzehnt geprägt. Viele bekannte Games werden gerade neu aufgelegt, und gerade Nintendos Dualscreen profitiert seit geraumer Zeit von einer Entwicklung, die zwar einerseits begrüßenswert ist (Klassiker bleiben nun mal Klassiker), andererseits aber auch die erforderliche Frische vermissen lässt. Mit „Rhapsody: A Musical Adventure“ erscheint dieser Tage ein RPG-Titel, der bereits auf der Playstation 1 veröffentlicht wurde – und parallel zum PSP-Release nun auch für den doppelten Bildschirm freigegeben wird.

 

 

Inhalt:

Allerdings ist „Rhapsody“ nun kein Titel, der im Original besondere Eindrücke hinterlassen konnte. Und da die DS-Version im Vergleich zur Erstveröffentlichung auch noch ein bisschen komprimiert wurde, fragt man sich generell schon mal nach der Sinnhaftigkeit dieser Veröffentlichung.

Nun denn, was „A Musical Adventure“ auf jeden Fall schon einmal zu bieten hat, ist eine ziemlich außergewöhnliche Story. Anstelle eines jungen Kampfgeistes schickt man hier nämlich ein Mädchen ins Rennen, welches um die Gunst eines Prinzen buhlt, der wiederum in den Fängen einer Hexe gelandet ist. Also macht sich die junge Dame, Cornet lautet ihr Name, auf den Weg, um ihren Traummann wieder zu befreien und die fiesen Auswüchse der finsteren Lady in ihre Schranken zu weisen.

Dieses märchenhafte Szenario scheint zunächst einmal recht standardisiert zu sein, gewinnt seine Eigenheiten jedoch in der merkwürdigen Präsentation. Alles ist quietschig bunt gestaltet und wird prompt in ein irrwitziges Anime-Spepkatekl für das jüngere Publikum verwandelt. Obschon man mit Cornet später durch düstere Verliese und traditionelle Dungeons wandert und in der Welt von „Rhapsody“ zielstrebige Erkundungsgänge durchführt, ist die gesamte Kulisse hier im Vergleich zu namhaften Konkurrenten durchaus abgeschwächter inszeniert. Die Gegner werden nicht mit Schwert und Schil angegriffen, sondern mit Torten beworfen oder gar mit eigenwilligen magischen Elementen in die Flucht geschlagen – klar also, dass eingefleischte RPG-Fans hier nur bedingt auf ihre Kosten kommen.

Nichtsdestotrotz greift „Rhapsody: A Musical Adventure“ auf viele bekannte Mechanismen zurück, sei es nun bei der Verwendung von Heiltränken oder bei der Gestaltung der Party, mit der man sich im Laufe des Spiels herumschlägt. Die Kämpfe sind rundenbasiert, leicht strategisch, aber dennoch nicht zu komplex. Derweil ist das Adventure-System mit kleinen, aber auch sehr leicht lösbaren Rätseln gespickt. Und auch die Dungeons könnten kaum typischer sein, wenngleich sie quantitativ nicht sehr viel offerieren und gerade hier auch den Durchhänger des Spiels repräsentieren. Anders gesagt: Man merkt dem Abenteuer einfach viel zu häufig an, dass es auf eine sehr eingeschränkte Zielgruppe im RPG-Kosmos zugeschnitten ist, und auch wenn die Atmosphäre durch die charakteristischen Merkmale wie den wiederkehrenden Singsang der Protagonistin immer wieder schön aufgelockert wird und dem Spiel inhaltlich ein bisschen Frische verpasst, ist die Herausforderung insgesamt sehr gering – und limitiert „Rhapsody“ noch einmal zusätzlich.

 

 

Technik/Grafik:

Für einen DS-RPG-Titel ist „Rhapsody: A Musical Adventure“ relativ gut ausgestattet. Die bunte Grafik ist zwar gewöhnungsbedürftig, jedoch sollte der Anime-Style die Zielgruppe trotz allem sofort ansprechen. Ansonsten glänzt das Spiel mit einer enorm guten Übersicht, simplem Handling und sehr jugendfreundlicher Sprache. Auch der Soundtrack, rein äußerlich als das Schmuckstück des Games herausgefiltert, weiß zu überzeugen, obschon auch er nicht ganz kitschfrei ist. Aber inhaltlich macht er das Konzept des Spiels rund und stimmig.

 

 

Spielspaß:

Bei der Betrachtung des Spielspaßes muss man immer wieder die Zielgruppe ins Gedächtnis rufen, und zweifelsohne wird diese durch die Kombination aus feinem Setting, niedrigem Anspruch und simplem Gameplay hier schnell ihre Freude finden. Auch die Atmosphäre ist gewissermaßen besonders und außergewöhnlich und verleiht dem Spiel zusätzliche, reizvolle Aspekte, die man nicht unterschätzen darf. Andererseits ist die Challenge für ein RPG-Programm sehr gering und viele Strukturen einfach zu schematisch und zu leicht durchschaubar. Gerade bei den Rätselaufgaben und den Kämpfen in den Dungeons hätte es ein bisschen mehr sein können. Aber dies ist eine Feststellung aus der Perspektive desjenigen, der aufgrund längerer Erfahrung einfach ganz andere Erwartungen an ein solches Spiel stellt – und das wiederum dürfte bei Einsteigern und jüngeren Kids im Allgemeinen weniger der Fall sein. Insofern: „Rhapsody: A Musical Adventure“ hat definitiv Qualitäten, die zu schätzen man aber nur lernt, wenn man sich bislang nur vorsichtig an Rollenspiel-Systeme herangetastet hat.

 

 

Fazit:

“Rhapsody: A Musical Adventure“ ist ein sehr eigenwilliges, inhaltlich unverbrauchtes Konsolen-Rollenspiel, das zwar in Sachen Anspruch deutlich zurückstecken muss, für Einsteiger aber eine gute Basis bietet, näher in die Welt der RPGs einzutauchen.

 

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Rhapsody: A Musical Adventure

System: Nintendo DS

Publisher: Koch Media

USK-Einstufung: Freigegeben ohne ALtersbeschränkung gem. 14. JuSchG

ASIN: B001ROZQX4

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 26.05.2009, zuletzt aktualisiert: 16.02.2017 13:47