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Robin Hood, Staffel 1, Teil 2

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Nachdem im April bereits die ersten sechs Folgen der modernen britischen „Robin Hood“-Serie erhältlich waren, erscheint nun der Rest der ersten Staffel auf DVD. Held der Saga ist der junge Robin of Locksley, der fünf Jahre an der Seite von König Richard im Heiligen Land gekämpft hat und nun nach Hause zurückgekehrt ist. Er muss feststellen, dass der Sheriff von Nottingham weder sein Gut noch das ganze Shire gut verwaltet. Stattdessen führt er eine Schreckensherrschaft und beutet die Bewohner aus. Robin stellt sich auf die Seite der Bauern und wird zum Geächteten. Mit einer Schar von neuen und alten Freunden kämpft er für das Recht und Überleben der armen Leute...

 

Die Zahl der Geächteten scheint zu wachsen, als Alan A-Dales Bruder Tom unangenehm auf sich aufmerksam macht und den Namen des Outlaws für seine Diebestouren benutzt. Zwar kommt er zur Besinnung und entschuldigt sich, aber kann das seinen Übermut dämpfen. Durch ihn gerät ausgerechnet Marian in Gefahr und muss Guy of Gisbourne ein Versprechen geben, wenn sie sich und ihren Vater retten will.

Robin kann und will nicht zulassen, dass sie sich mit Gisbourne verlobt und dringt in sein ehemaliges Heim ein, um die Verlobungsfeier zu stören. Dabei entdeckt er eine schreckliche Wahrheit, die ein Trauma aus seiner eigenen Zeit im Heiligen Land wachruft.

Die Entdeckung der Formel für Schwarzpulver bringt einen Gelehrten aus Nottingham in Gefahr. Die Vogelfreien müssen nun entscheiden, ob sie ihm vorbehaltlos helfen wollen oder seine Entdeckung für sich nutzen. Und auch John muss sich seiner Verantwortung stellen, als er unerwartet Frau und Sohn wiedersieht und miterleben muss, wie der Junge verhaftet wird.

Was aber hat der Besuch eines sarazenischen Gesandten in Nottingham zu bedeuten? Ist dies nur wieder eine neue Schandtat des Sheriffs – sich mit dem Feind verbünden zu wollen, oder steckt mehr dahinter? Ein kranker Mann, eine seltsame Maske und eine verlassene Kutsche im Wald sind der Schlüssel zu der eigentlichen Wahrheit.

Als sich die Gerüchte mehren, dass König Richard auf dem Weg nach England ist, horcht auch Robin auf. Er weiß, dass der Sheriff etwas Schreckliches plant und möchte auch die Hochzeit zwischen Guy of Gisbourne und Marian verhindern, die nun bald anstehen dürfte – mit dramatischen Folgen...

 

Diensten die ersten sechs Folgen dazu, um die Helden kennen zu lernen und zusammen zu bringen, so merkt man nun, dass die in sich geschlossenen Folgen durchaus einen gemeinsamen roten Faden haben. Zwei Folgen wagen einen Blick in die Vergangenheit und zeigen mehr aus dem Leben einiger Figuren, so dass diese ein wenig Tiefe erhalten. Und auch Guy of Gisbourne scheint mehr als nur der einfache Handlanger des Sheriffs zu sein und seine eigenen düsteren Geheimnisse zu haben.

Natürlich wird der Trend weiter beibehalten – „Robin Hood“ verzichtet darauf ein historisch akkurates 12. Jahrhundert wiederzugeben. Das merkt man nicht nur an den Kostümen der Ausstattung, sondern auch an dem flapsigen Umgangston der Helden untereinander. Vieles hört sich sehr anachronistisch an.

Auch die Grundinhalte der Serie sind abgewandelt. Neben der heroischen Aufgabe, die armen Leute von Nottinghamshire zu beschützen und ihnen die zu Unrecht erhobenen Steuern wiederzugeben, kommt nun auch die dazu, den König zu beschützen. Denn es kommen sehr interessante Machenschaften ans Licht.

Immerhin wächst die Gruppe der Gesetzlosen langsam zusammen. Mehr denn je sind die einzelnen Mitglieder aufeinander angewiesen. Robin mag sie zwar anführen, aber er muss sich noch ihren Respekt verdienen, was nicht immer gelingt. Denn er trifft auf Unverständnis, wenn es um politische Angelegenheit geht, die Adlige, aber keine Bauern verstehen – da zeigt sich die Kluft und Arroganz des Höhergestellten.

Aber die Serie ist zu einfach gestrickt, um mehr daraus zu machen. So konzentriert sie sich auch weiterhin nur auf die kleinen Abenteuer am Rande und bietet die Art von Unterhaltung, die man auch schon aus der ersten Hälfte der Staffel kennt.

Während Guy of Gisbourne sich ein wenig weiter entwickeln darf, bleibt der Sheriff leider weiterhin ein übertrieben dargestellter Klischee-Bösewicht, dem man seine Schurkenrolle nicht wirklich abnehmen mag, da er auf der anderen Seite sehr schnell zum wimmernden Feigling mutiert. Das ist wohl der größte Schwachpunkt der Serie, die in diesem Teil der Staffel doch ein wenig an Fahrt gewinnt und interessanter als der Anfang ist.

Die Aufmachung der Serie ist von Bild und Ton her in Ordnung, Extras gibt es diesmal reichlich, auch wenn man sie als ein breitgefächertes Making-of ansehen kann. Es gibt Einblicke in verschiedene Facetten der Produktion und Dreharbeiten und einige interessante Informationen zu den Charakteren.

 

 

Fazit:

 

 

Alles in allem ist die zweite Hälfte der ersten Staffel von „Robin Hood“ zwar etwas spannender als der Anfang der Serie, allerdings fehlt immer noch das gewisse Etwas, das Zuschauer fesseln kann.

Das liegt nicht unbedingt an den Anachronsmen bei Kleidung oder Ausstattung, sondern vor allem an den viel zu modern und flapsig agierenden Charakteren und einem Hauptbösewicht, den man nicht wirklich ernst nehmen kann.

Die Folgen sind immerhin unterhaltsam genug, um als seichte Familienunterhaltung zu dienen, aber sie haben nicht das Zeug zu einem Klassiker zu werden.

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Eure Meinung:

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DVD:

Robin Hood Staffel 1.2

Robin Hood, GB 2006

Regisseure: Matthew Evans, Graeme Harper, D. O'Dwyer, R. Standeven, J. McKay

Komponist: Andy Price

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 3 DVDs

FSK: 12

Polyband/WVG, 25. Mai 2012

Spieldauer: 315 Minuten

 

ASIN: B007KXN66U

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Jonas Armstrong

Gordon Kennedy

Sam Troughton

Lucy Griffiths

Richard Armitage

Keith Allan

Randy Lloyd

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Erstellt: 05.06.2012, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56