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Rowan – Tochter des Robin Hood von Nancy Springer

Rezension von Frank W. Werneburg

 

Verlagsinfo:

Ein kurzes, heißes Feuer und plötzlich ist alles vorbei. Als Rosemary ihre Mutter an die Flammen verliert, weiß sie, dass sich ihr Leben völlig verändern wird. Denn jetzt ist sie allein auf der Welt. Nur einen Menschen gibt es, zu dem sie vielleicht gehören könnte. Und obwohl sie nicht sicher ist, was sie erwartet, beschließt sie ihn zu suchen. Also wird aus Rosemary Rowan, ein Junge, der sich auf die gefahrvolle Reise zum Sherwood Forest macht, um dort einen Mann aufzuspüren, von dem Geschichten und Lieder Großes erzählen: Robin Hood, Beschützer der Armen, Geächteter, Held – und ihr Vater.

 

Rezension:

Während die 13-jährige Rosemary beim Kräutersammeln ist, spürt sie überrascht, dass ihre Mutter einen Schutzzauber auf sie legt. Als der Zauber kurz darauf schlagartig wieder erlöscht, ist dem Mädchen klar, dass das nur eins bedeuten kann: Ihre Mutter ist gerade gestorben! Auf der heimischen Waldlichtung findet Rosemary die noch glimmenden Reste des Hauses und die verkohlte Laiche ihrer Mutter. Abdrücke von Hufeisen verraten ihr, dass Männer des Lords die Kräuterfrau, Hexe und Halbelbe ermordet haben. Was soll sie jetzt alleine machen? Das Mädchen beschließt, sich zu ihrem Vater durchzuschlagen, den sie noch nie getroffen hat: den allseits berühmten Robin Hood. Da eine solche Reise für ein Mädchen undenkbar ist, verkleidet dich Rosemary als Junge – und nennt sich fortan Rowan.

 

Historisches Abenteuer, Jugend- oder sogar Kinderbuch und Fantasy – Nancy Springers Buch passt in mehrere Kategorien. Die Magie der Elben trifft auf den sagenhaften Geächteten, und das alles mit einer jungen Protagonistin. Der Autorin gelingt es, daraus ein Ganzes zu machen, wenn auch der Anteil an Fantasy-Elementen relativ gering und für die eigentliche Handlung nahezu bedeutungslos bleibt. Mit anderen Worten: Die Geschichte hätte mit minimalen Änderungen auch ganz ohne Elben und Magie funktioniert. Dafür passt sich Rowans Abenteuer gut in die traditionelle Legende um Robin Hood ein. Schließlich wurde in keiner mir bekannten Interpretation behauptet, der hätte wie ein Mönch gelebt. Dass die Umgangsformen unter den Geächteten dem Mädchen, das bisher allein mit seiner Mutter gelebt hat, ziemlich grob vorkommen, ist wohl kaum verwunderlich.

 

Nancy Springer erzählt ihre Geschichte in einer sehr geradlinigen Erzählart, die vermuten lässt, dass das Buch für recht junge Leser konzipiert ist. Die Empfehlung von 12 bis 15 Jahren finde ich da fast etwas zu hoch gegriffen. Im Original stellt dieses Buch den 1. Band der Tales of Rowan Hood-Reihe dar, deren weitere Bände es anscheinend nie ins Deutsche geschafft haben. Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Allerdings denke ich, dass dieses Buch (wie auch die weiteren der Reihe) durchaus geeignet gewesen wäre, ausreichend Leser zu finden.

 

Fazit:

Dieses mittelalterliche Jugendabenteuer mit Fantasy-Elementen hätte durchaus mehr Bekanntheit verdient.

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Eure Meinung:

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Buch:

Rowan - Tochter des Robin Hood

Original: Rowan Hood – Outlaw Girl of Sherwood Forest, 2001

Autorin: Nancy Springer

Übersetzung: Anja Malich

Taschenbuch, 192 Seiten

Carlsen, 25. Juli 2006

Cover: Klaus Steffens

 

ISBN-10: 3551354790

ISBN-13: 978-3551354792

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.03.2019, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53