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Rowan – Tochter des Robin Hood von Nancy Springer

Rezension von Markus K. Korb

 

Sobald der berühmte Name »Robin Hood« fällt, denken die einen sofort an die gelungene Verfilmung des Stoffes mit Kevin Costner, hören im Geiste Brian Adams seine Schmuseballade „Everything I do I do it for you“ trällern und sehen vor dem geistigen Auge Sean Connery beim Überraschungsauftritt als Richard Löwenherz. Die anderen, weniger cineastisch vorgeprägten Rezipienten, erinnern sich an die Textgrundlage der Legende vom Geächteten, der den Armen beisteht und die Reichen beraubt im Sherwood Forest. Frühe Reminiszenzen finden sich im 14ten Jahrhundert, aber erst im 16ten Jahrhundert werden die Balladen von Robin Hood (eigentlich: „Robyne Hode“) gedruckt.

Im vorliegenden Roman „Rowan – Tochter des Robin Hood“ von Nancy Springer ist aber der berühmte Geächtete und Freiheitskämpfer gegen die Normannen nicht im Zentrum des Geschehens. Dennoch tauchen auch weitere aus den Balladen bekannte Personen auf, wie Little John, der Sheriff von Nottingham, Guy of Gisborne, und andere mehr.

 

Inhalt:

Ein kurzes, heißes Feuer und plötzlich ist alles vorbei. Als Rosemary ihre Mutter an die Flammen verliert, weiß sie, dass sich ihr Leben völlig verändern wird. Denn jetzt ist sie allein auf der Welt. Nur einen Menschen gibt es, zu dem sie vielleicht gehören könnte.

Und obwohl sie nicht sicher ist, was sie erwartet, beschließt sie ihn zu suchen.

Also wird aus Rosemary Rowan, ein Junge, der sich auf die gefahrvolle Reise zum Sherwood Forest macht, um dort einen Mann aufzuspüren, von dem Geschichten und Lieder Großes erzählen:

Robin Hood, Beschützer der Armen, Geächteter, Held – und ihr Vater.

 

Kritik:

Nancy Springer hat bereist über vierzig Romane verfasst, darunter viele Kinder- und Jugendbücher, die mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurden. Auch „Rowan – Tochter des Robin Hood“ ist ein Kinder- oder Jugendbuch. Dementsprechend ist der Stil der Autorin dem gewählten Zielpublikum angepasst.

Der Roman liest sich sehr flüssig und weist kaum Lesehürden auf. Daraus abzuleiten, dass der Stil anspruchslos wäre, ist aber grundlegend falsch. Die Autorin versteht es sehr geschickt mit der Sprache umzugehen, und es ist der Übersetzung zu verdanken, dass viel von der guten Lesbarkeit auch in der deutschen Textfassung vorhanden ist.

Die Handlung schreitet stetig voran, weist keine Rückblenden oder Nebenstränge auf. Gerade dies macht den Roman für Kinder und Jugendliche gut lesbar. Hinzu kommt eine sympathische Hauptfigur, die sich ihren Problemen stellt und aktiv dagegen angeht. Ihr zur Seite stehen Nebenfiguren, die ebenfalls gut charakterisiert werden und somit plastische, runde Charaktere sind. Allenfalls Robin Hood wirkt ein wenig zu schablonenhaft, was aber daran liegen mag, dass die Autorin gegen das Klischee der Legendenfigur kaum ankämpfen wollte.

 

Fazit:

„Rowan – Tochter des Robin Hood“ ist ein geradliniges Kinder- und Jugendbuch, das sich hervorragend lesen lässt und spannend erzählt ist.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Rowan - Tochter des Robin Hood

Original: Rowan Hood – Outlaw Girl of Sherwood Forest, 2001

Autorin: Nancy Springer

Übersetzung: Anja Malich

Taschenbuch, 192 Seiten

Carlsen, 25. Juli 2006

Cover: Klaus Steffens

 

ISBN-10: 3551354790

ISBN-13: 978-3551354792

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 11.10.2006, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53