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Ruf der Krieger von Pierre Grimbert

Reihe: Die Götter, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Pierre Grimberts neuer Zyklus „Die Götter“ ist die direkte Fortsetzung der Zyklen um „Die Magier“ und „Die Krieger“. Während in der ersten Saga noch das Geheimnis der Insel Ji im Vordergrund stand, war in der zweiten der Kampf gegen das Übel, dass durch die Entdeckung des großen Mysteriums ausgelöst wurde, das Hauptthema der Geschichte.

 

„Ruf der Krieger“, der erste Band der neuen Saga setzt zwanzig Jahre danach an. Viel hat sich getan, als die Auserwählten den Kampf gegen die Unbekannten aufnahmen, die immer mehr Menschen aus ihrer Verwandtschaft töteten oder entführten.

Schließlich war nur noch eine kleine Schar Verzweifelter übrig, die sich nicht nur dem Kampf gegen den Schwarzmagier Saat stellen mussten, sondern auch einen Dämonen namens Sombre besiegen. Letztendlich gelang das nur durch eines: Die Zerstörung des Jal – der Wiege der Götter und Dämonen.

Seither wandeln keine hohen Wesen mehr über die Welt. Die Menschen hat das aber auch nicht besser und auch nicht schlechter gemacht. Einige hängen immer noch verzweifelt alten Riten und Gebräuchen an, die keine Wirkung zeigen, ebenso wenig wie Gebete. Dennoch sind die Kulte, die im Verborgenen agieren nicht auszulöschen.

Die Helden von einst haben sich wieder niedergelassen und neue Familien aufgebaut. Doch auch für sie kommt es überraschend, dass sie wie die Generation vor ihnen plötzlich aus dem Hinterhalt attackiert werden. Ganz offensichtlich wollen einige der Ewiggestrigen Rache nehmen.

So findet wieder eine Schar zusammen und begibt sich in eine der alten Stammburgen, um heraus zu finden, was ihnen Eltern und Großeltern verschwiegen haben könnten. Denn vielleicht liegt darin ja die Antwort auf das Problem.

 

Einerseits mag es ja ganz nett sein, ein Universum weiter zu entwickeln und fortzuschreiben, auf der anderen Seite merkt man aber auch, dass der Autor wieder nur sein Erfolgskonzept wiederholt. Erneut muss die jüngste Generation den Kampf gegen Unbekannte aufnehmen, ohne zunächst zu verstehen, warum man sie attackiert.

Der erste Band der neuen Saga fängt daher auch sehr ruhig an, da er sich die Zeit nimmt, die neuen Figuren einzufügen und den Hintergrund vorzustellen. Allerdings kommt die Geschichte auch später nicht wirklich in die Gänge, da die Helden mehr oder weniger ziellos nach Motiven suchen und sich in erster Linie über ihre Verwandten unterhalten.

Das mag zwar für Fans der Serie interessant sein, die so erfahren, was die Protagonisten von einst inzwischen erlebt haben, treibt die Handlung aber nicht wirklich voran oder gibt ihr Tiefe. Auch bei den Figuren hat man das unbestimmte Gefühl, den ein oder anderen Typus schon zu kennen – vermutlich auch, weil der Apfel nicht weit vom Stamm fällt.

Ansonsten ist der Roman sehr flüssig geschrieben und routiniert aufgebaut, doch der Funke will nicht mehr überspringen, da die Figuren auch am Ende noch sehr blass bleiben und man auf den letzten Seiten genau so klug ist wie am Anfang.

 

Alles in allem ist „Der Ruf der Krieger“, der erste Band von „Die Götter“ nur noch für die Fans interessant, die bereits die vorhergehenden Zyklen kennen und mochten. Jedoch sollten sich auch diese darauf einstellen, dass ihnen vieles sehr bekannt vorkommen wird.

 

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Ruf der Krieger

Reihe: Die Götter, Bd. 1

Autor: Pierre Grimbert

Klappbroschur 334 Seiten

Heyne, erschienen Februar 2011

Übersetzung aus dem Französischen von Sonja Finck und Andreas Jandl

Titelbild von Lee Gibbons & Paolo Barbieri, Karte von Andreas Hancock

ASIN: 3453527682

ISBN-13: 978-3453527683

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.03.2011, zuletzt aktualisiert: 11.11.2019 13:33