Nach dem Erfolg der Phileasson-Saga bei Heyne, bietet es sich scheinbar an, auch andere ikonische Kampagnen des Pen-und-Paper-Rollenspiels Das Schwarze Auge in einen epischen Fantasy-Roman umzusetzen, der für Fans und Neueinsteiger gleichermaßen unterhaltsam bleibt. Lena Falkenhagen und Thomas Finn haben sich deshalb der Reihe angenommen, an der sie damals auch maßgeblich mitarbeiteten. Daher erzählen sie Im Schatten Simyalas in vier Romanen nach. Aktuell erschienen ist der erste Band Ruinen der Elfen.
Die großen Schlachten sind geschlagen, Borbarad besiegt und im Mittelreich kehrt langsam wieder Frieden ein. Doch in den Schatten wächst eine neue Gefahr heran, denn die Anhänger des Namenlosen sehen die Zeit gekommen, ihren Gott an die Macht zu bringen. Ein Schlüssen dazu sind die Vermächtnisse der Elfen in der uralten Stadt Simyala.
In diesen epischen Kampf mit hineingezogen werden der Adlige Wulfhardt, die Jahrmarktszauberin Franja und der Halbelf Lindion als sie im Reichsforst einem weißen Hirschen begegnen. Derweil versucht die Skaldin Eyvin ihren Vater zu finden, der in der Gewalt einer finsteren Elfin ist und stellt sich derweil den Herausforderungen Havenas.
Wie bei einer klassischen Rollenspiel-Runde müssen die Helden natürlich erst einmal zueinander finden und nach und nach in das Abenteuer hinein gezogen werden. Das geschieht auf zwei Handlungsebenen, die zunächst noch nicht viel miteinander zu tun haben und auch die Gelegenheit bieten, den Hintergrund genauer vorzustellen.
Dabei werfen die Autoren natürlich auch einiges an Hinweisen aus, die den roten Faden stärken und damit eine gewisse Spannung aufbauen. Dabei sparen sie natürlich auch nicht an Anspielungen, die vor allem den Spielern und Fand der Welt gefallen werden. Und es gibt sogar eine lose Verbindung zur »Phileasson«-Saga. Wer Aventurien noch nicht kennt, wird angemessen in den Hintergrund eingeführt, kann für die wichtigsten Begriffe auch problemlos in einem Glossar nachschlagen und den Weg einiger Helden auf der Karte nachverfolgen.
Das bringt es insgesamt allerdings mit sich, dass die Handlung nur sehr behäbig voran kommt und so leider auch die Spannung auf einem eher niedrigen Niveau bleibt, weil die Helden nicht wirklich voran kommen und Missverständnisse dafür sorgen, dass sie noch keinen Grund haben zusammen zu arbeiten. Das wird erst zum Ende dringlich und wichtig.
Die Figuren selbst bleiben ein wenig blass. Man erfährt zwar einiges über sie und ihren Hintergrund, merkt aber leider auch schnell, dass sie sich sehr an die klassischen Archetypen ihrer Rollen anlehnen und daher kaum Ecken und Kanten besitzen, die sie unverwechselbar machen.
Für diejenigen, die damals bereits die Kampagne gespielt haben wird es sicherlich die ein oder andere Überraschung und viele Wiedererkennungswerte geben, andere können Spaß an einem klassischen Rollenspielroman haben, der diesen ersten Teil vor allem nutzt, um die Figuren zusammen zu bringen und die ersten Weichen zu stellen.