Im März startete die vierteilige Saga Die Artefakte von Ouranos von Nisha J. Tuli. Der Knaur-Verlag veröffentlicht die Serie im dreimonatigen Abstand, so dass nun im Juni bereits der zweite Band Rule of the Aurora King, der dort startet, wo Trial of the Sun Queen aufhörte. Diesmal ist sogar ein Bonus-Kapitel enthalten.
Lor hat jeden Grund, den Aurora-König und seine Familie zu hassen, denn der hat sie und ihre Geschwister schon als Kinder in ein Gefängnis eingesperrt. Deshalb traut sie dessen Sohn Nadir nicht wirklich, der sie aus den Fängen des Sonnenkönigs befreit hat, wenn auch nicht ganz uneigennützig.
Denn die junge Frau hütet ein Geheimnis, und der Prinz will sie dazu bringen, es nicht nur ihm zu enthüllen, sondern sich den daraus entstehenden Konsequenzen zu stellen und sich auf eine Suche zu begeben, die sie nicht nur in den Palast ihres Feindes führt, sondern auch zurück zu ihrer Vergangenheit.
Las sich der letzte Band noch wie eine Mischung aus Selection und Die Tribute von Panem, so wechselt die Serie nun in eine Stimmung, die ein wenig an das Gerangel der unterschiedlichen Völker in Das Reich der sieben Höfe erinnert. Und wie bereits angedeutet ist Lor natürlich mehr als nur ein einfacher sterblicher Mensch.
Die Handlung des zweiten Bandes dient dazu, die Geheimnisse, die die junge Frau und ihre Geschwister umgeben, nicht nur zu enthüllen, sondern auch die Weichen für die kommenden Verstrickungen zu stellen. Dafür gibt es auch einige interessante Rückblenden in die Vergangenheit.
Dabei zeigt sich, das Nadir vielleicht auf der einen Seite der Sohn des Feindes ist, aber auf seine Weise auch ein Verbündeter, dem sie mehr trauen kann als dem Sonnenkönig. Denn der junge Prinz und die ehemalige Gefangene haben durchaus ein gemeinsames Interesse und kommen sich durch die Verschwörung schnell näher als gedacht.
Es mag dabei dem heutigen Geschmack und dem Genre geschuldet sein, dass die beiden Hauptfiguren recht schnell etwas miteinander anfangen und quasi auch im Bett miteinander landen, aber immerhin vergisst die Autorin darüber auch die Handlung nicht, so dass auch der Fantasy-Fan mit den Entwicklungen zufrieden sein kann.
Allerdings muss man etwas mehr Geduld mitbringen, da es doch eine ganze Menge Beziehungs-Geplänkel unterschiedlichster Art gibt, so dass der zweite Band um einiges ruhiger daher kommt. Aber immerhin erhalten nun auch Nadir und einige andere Figuren aus seinem Umfeld etwas mehr Tiefe und Lor kann sich ebenfalls etwas weiter entwickeln.