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Rune der Knechtschaft von Ange Guero

Reihe: Die Legende von Ayesha, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Zu den bekanntesten und fleißigsten Szenaristen Frankreichs gehört das Ehepaar Anne und Gerard Guero. Sie haben unter anderem die Geschichte und Dialoge für „Die Legende der Drachenritter“, „Morea“, „Vinci“ oder „Belladonna“ geschaffen.

Eher unbekannt war in Deutschland bisher, dass sie in ihrer Heimat auch schon Romane zu verschiedenen Themen geschrieben haben, so wie die nun bei Penhaligon erscheinende Trilogie „Die Legende von Ayesha“.

Zwar hat Anne Guero den Großteil der Geschichte alleine verfasst, aber ihr Mann immer fleißig mitgearbeitet, so dass die Bücher nun unter beider Pseudonym erscheint. „Rune der Knechtschaft“ markiert den Auftakt der Serie.

 

Vor vielen Generationen kam ein Volk mit heller Haut und Haaren und extrem blauen Augen aus dem Norden in die Königreiche. Zwar nahm man die Flüchtlinge zunächst noch freundlich auf, aber als es immer mehr wurden, versuchten die Priester einen Ausweg zu finden, um nicht überrannt zu werden. Sie lasen in den Sternen, dass die Götter selbst das „Türkisvolk“ hierher geschickt hätten, um aufgrund eines schweren Vergehens den Einheimischen für immer zu dienen. Und so machten sie die Neuankömmlinge zu Sklaven, ohne Hoffnung jemals frei zu kommen.

Und so ist es seit jeder Zeit Gesetz, dass das „Türkisvolk“ niemals frei gegeben werden darf. Die versklavten Menschen klammern sich nur an eine Hoffnung. Eine Prophezeiung ist aufgekommen, die ihnen weissagt, das eines Tages ihre Göttin Ayesha wiedergeboren und sie in die Freiheit führen werde.

Welche Rolle Marikani, die junge Herrscherin von Harabec in dieser Weissagung spielt, weiß sie selbst nicht. Zunächst kämpft sie bei einem Schiffbruch ums nackte Überleben und versucht in ihr Reich zurück zu kehren. Zusammen mit ihrer treusten Gefährtin Lionor zieht sie von Land zu Land. Begleitet werden die beiden dabei nur von dem Galeerensklaven Arekh, der ihnen ihr Leben verdankt, aber selbst ein düsteres Geheimnis in seinem Herzen bewahrt. Außerdem ist nicht klar zu erkennen, wem eigentlich seine Treue gehört.

Dennoch unterstützt er Marikani bei dem Versuch, ihren Thron zurück zu gewinnen und rückt erst nach und nach mit der Wahrheit heraus. Doch das ist nichts gegen die Überraschung, die ihm die junge Königin bereiten wird.

 

Man merkt, dass die Autoren aus dem Comic-Fach kommen, in dem klar definierte Geschichten sehr wichtig sind. Anders als die französische Fantasy, die sich sonst schon einmal nach Deutschland verirrt, hat „Rune der Knechtschaft“ einen sehr straffen und auf einen sauberen Spannungsbogen ausgerichtete Handlung und verliert sich nicht in kryptischen Dialogen oder Nebengeschichten, die nichts mit der Anfangssituation zu tun haben. Bei „Die Rune der Knechtschaft“ weiß man eigentlich sofort, was Sache ist und fragt sich bis zum ende des Buches, wie die Helden in die Prophezeiung passen sollen.

Action, Beschreibungen und Dialoge sind zudem in einem angenehmen Gleichgewicht. Zudem setzen die Autoren auf eine gesunde Mischung aus allem, die auch ohne Gewaltexzesse auskommt, um Spannung aufzubauen. Geheimnisse und Intrigen sind ihnen wichtiger als Kämpfe

Allein die Figuren wirken sehr flach und oberflächlich, werden dem Geschehen untergeordnet und entwickeln nicht so sehr Persönlichkeit. Immerhin bleibt die Anzahl der Nebencharaktere überschaubar, so dass man da nicht durcheinander kommt. Viele erhalten erst einmal nicht mehr als einen Namen und eine Funktion.

Alles in allem merkt man aber auch, dass der erste Band natürlich zur Einführung in den Hintergrund und den Konflikt dient, da zwar viele Fragen gestellt, aber nur wenige beantwortet werden. Auch ist lange nicht klar, wie alles zueinander passt, aber gerade die Überraschungen auf den letzten Seiten des Buches gegen der Geschichte eine interessante Wendung, die die Karten ganz neu mischt und Möglichkeiten eröffnet, die vorher nicht vorhanden schienen.

 

Alles in allem ist „Rune der Knechtschaft“ durchweg gelungene All-Age-Fantasy – klar und überschaubar für Jüngere, jedoch auch mit genügend Hinweisen für erfahrene Leser gespickt. Der Roman spart sich unnötige Schlenker und bleibt immer dicht am Thema, so das nach und nach ein guter Spannungsbogen aufgebaut wird. So wird man automatisch neugierig auf die Fortsetzung und erwartet diese voller Neugier.

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Eure Meinung:

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Buch:

Rune der Knechtschaft

Reihe: Die Legende von Ayesha, Bd. 1

Autor: Ange Guero

broschiert, 396 Seiten

Penhaligon, München, erschienen März 2010

Übersetzung aus dem Französischen von Maike Claußnitzer

Titelbildgestaltung von Hildendesign

ISBN-10: 3764530332

ISBN-13: 978-3764530334

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.05.2010, zuletzt aktualisiert: 11.11.2019 13:33