1487. Seit Jahren wurde Lorenzo von seinem Meister Borromäus in den Wissenschaften ausgebildet. Doch ausgerechnet an seinem 18. Geburtstag stirbt dieser. Da er keine Erben hinterlässt, fällt das ganze Anwesen mit allen Instrumenten und der Bibliothek an Lorenzo. Aber ist er jetzt selbst ein Meister? Er hat nie eine Prüfung abgelegt. Trotzdem überzeugt ihn der Abt eines nahegelegenen Klosters, eine Schülerin aufzunehmen, so wie es zuvor mit Borromäus vereinbart war. Die 11-jährige Salvarina trägt ein großes Hexenmal, und tatsächlich scheint sie über eigenartige Fähigkeiten zu verfügen. Und in der Bibliothek seines toten Meisters findet Lorenzo eine versteckte Abteilung mit magischen Büchern …
Was Bernd E. Ochs hier vorlegt, kann man wohl am besten als historische Urban Fantasy beschreiben. Die Handlungswelt ähnelt nämlich nicht nur unserer Welt in früheren Jahrhunderten, sondern es ist das Italien des 15. Jahrhunderts. Auch reale Personen dieser Zeit spielen eine Rolle – was mir allerdings erst durch die Erwähnung im Nachwort bewusst wurde. Dass ein Jugendlicher und seine Schülerin sich beide langsam ihrer magischen Fähigkeiten bewusst werden, schreit vor den Augen der Inquisition natürlich nach Ärger. Womit wir mitten in der Handlung angekommen sind. Sie unterscheidet sich damit deutlich von dem, das der Genre-affine Leser aus moderner Urban Fantasy oder Fantasy-Abenteuern in rein fiktiven Welten gewohnt ist. Speziell das (ihr selbst unbekannte) Rätsel um Salvarina birgt Überraschungen. Das Buch kann mit seiner Andersartigkeit überzeugen, wobei mir am Ende nicht ganz klar ist, ob das wirklich das Ende ist oder doch eine Verlängerung geplant ist.
Der Autor erzählt wechselweise aus den Perspektiven unterschiedlicher Charaktere, wobei auch Abstecher in andere Zeitebenen erfolgen.