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Samba de Amigo (Wii)

Rezension von Björn Backes

 

Zur Herbstzeit werden die heimischen Spielkonsolen im Jahrestakt zu den besten Freunden. Während sich draußen das Laub türmt und vom Dauerregen weggespült wird, beginnt drinnen die Flucht vor der drohenden Melancholie, welche die hiesige Jahreszeit nun mal prägt. Allerdings gibt es besonders im virtuellen Bereich genügend Möglichkeiten, dem wetterbedingten Frust zu entfliehen und sich anderweitig die Sonne ins Haus zu holen – zum Beispiel mit dem witzigen Musik-Game „Samba de Amigo“, das bereits vor einigen Monaten für Hitzewallungen bei den Wii-Besitzern sorgte. Exakt ein Jahr nach dem Original-Release wird das Spiel nun im Midprice neu aufgelegt und animiert erneut dazu, die Hüften kreisen zu lassen und alle miesepetrige Stimmung zu vergessen.

 

Inhalt:

Lateinamerikanische Rhythmen sind nun nicht gerade das, was man mit einem Videospiel in Verbindung bringt, doch das mag ja nichts heißen. Denn die Konzeption von „Samba de Amigo“ ist wirklich einzigartig und auch voll und ganz überzeugend. Wie der Name schon erahnen lässt, sind südamerikanische Sounds das A und O des Sega-Titels und gleichzeitig der Ursprung für eine völlig eigenständige, ziemlich ungewöhnliche Spielidee. Mit Hilfe der Wiimote und es Nunchuks schüttelt man hier nämlich zwei imaginäre Maracas zum Rhythmus einiger mehr oder minder populärer lateinamerikanischer Songs und versucht sich hierbei sozusagen am schwungvolleren Pendant zu Games wie „Guitar Hero“ oder „SingStar“.

So einfach, wie sich das ganze nun anhört, ist die Sache aber nicht, denn auch wenn der takt der meisten Songs schnell verinnerlicht ist, ist der Umgang mit den Maracas nichts, was man mal eben zwischen Tür und Angel lernt. Und diese Eigenschaft schenkt „Samba de Amigo“ schon mal ein grundlegendes Potenzial, das unter anderem auch beinhaltet, dass man die Wackelei mit den Fernbedienungen nicht schnell wieder satt ist.

 

Gewohntermaßen fußt das Spiel auch auf einer Background-Story, die aber insofern zu vernachlässigen ist, dass sie für den Spielverlauf überhaupt nicht aussagekräftig ist und daher auch keinen Einfluss nimmt. Dementsprechend stürzt man sich direkt in die Karriere, die sich aus verschiedenen Challenges in den Kategorien ‚Original’ und ‚Disco’ zusammensetzt. Jeweils fünf Songs müssen gegen den jeweiligen Herausforderer bestritten werden, erst dann werden die nächsten Nummern frei geschaltet – ein altbekanntes Procedere, das aber hier auch nicht zu wackeln beginnt.

Die Steuerung ist dabei relativ simpel konzipiert. Insgesamt sechs Kreise mit jeweils drei Positionen für die rechte und die linke Hand werden am Bildschirm angezeigt und geben an, in welcher Höhe man die Maracas schütteln muss. Durch die ständigen Tempovariationen kommt es hier ziemlich schnell zu einigen unfreiwilligen Tanzeinlagen, die aber schließlich für den nötigen Spielwitz und den Partyeffekt sorgen, den man „Samba de Amigo“ auf jeden Fall nachsagen muss. Nach dem Ende eines jeden Songs kommt es dann zu einer individuellen Bewertung, die in die Stufen A-E eingeteilt ist. Mindestens ein befriedigendes C ist gefragt, damit die Challenge als bestanden gilt – ein einfacher Durchmarsch, wie er gerade bei den vielen konkurrierenden Musiktiteln oftmals selbstverständlich ist, muss hier als nicht zwingend auf dem Programm stehen. Das alleine garantiert schon der behutsam, aber spürbar wachsende Anspruch der einzelnen Songs.

Bei insgesamt 40 unterschiedlichen Songs ist schließlich für wochenlange Unterhaltung gesorgt – und mehr noch: Der Highscore-Modus avanciert unterdessen zur zusätzlichen Herausforderung, zumal es wirklich sehr selten gelingen will, eine Performance makellos zu bestehen. Da hier der Spaß auch nicht auf der Strecke bleibt, muss man den Entwicklern attestieren, ein richtig gutes Konzept entwickelt zu haben, das vor allem wegen seiner individuellen Grundidee richtig gut ankommt.

 

Grafik/Technik:

Entsprechend der sehr lebendigen musikalischen Untermalung haben die Designer für die Inszenierung der Level auch sehr, sehr bunte Farben gewählt, was zwischendurch fast schon einmal zu einer kurzen Reizüberflutung führt. Da der Fokus aber stets auf die sechs Kreise gerichtet ist, verschwendet man im Spiel selber nicht so viel Zeit mit der Betrachtung des bestenfalls zweckdienlichen Grafik. Für einen Wii-Titel geht das Ganze daher auch in Ordnung, auch wenn zweifelsohne mehr aus der Engine herauszuschlagen gewesen wäre.

Technisch betrachtet gibt es lediglich die bekannten Mängel bei der Sensibilität der Wiimote/Nunchuk-Steuerung. Es empfiehlt sich daher, die rein kabellose Variante zu wählen und auf zwei Wiimotes umzusteigen, da diese auch besser in der Hand liegen. Dies ist zwar einerseits nicht gerade batterieschonend, sorgt auf der anderen Seite aber für ein richtig gutes Feeling. Damit die Sache noch ein bisschen realistischer anmutet, kann man zusätzlich auch noch einen Maracas-Aufsatz für die Wiimote ordern – dieser ist aber leider im Lieferumfang der neu aufgelegten Fassung nicht enthalten, erfahrungsgemäß aber auf jeden Fall eine lohnenswerte Sache!

 

 

Spielspaß:

Das Schöne an „Samba de Amigo“ ist: Man muss nicht wirklich ein Rhythmusfanatiker sein, noch in irgendeiner Form mit lateinamerikanischer Musik vorbelastet sein. Irgendwie wird man auf jeden Fall Zugang zu den Bewegungen an den Maracas finden, da es einfach einen Heidenspaß bereitet, die Wiimotes zu schwingen und ungebremst zu den flotten Klängen das Tanzbein zu schwingen. Durch den kontinuierlich wachsenden Schwierigkeitsgrad, die Menge an Material und die fordernde Möglichkeit der Highscore-Jagd bietet „Samba de Amigo“ Spaß für Wochen und Monate und letzten Endes auch den Stoff für jede Party. Denn wenn man nicht gerade alleine die Hüften schwingt, kann man auch synchron mit der KI oder einem Freund oder eben im Wettkampf antreten. Schade ist nur, dass das Balance Board noch nicht mit einbezogen wurde – dann wäre das Vergnügen nämlich völlig perfekt. Aber auch in der aktuellen Variante ist „Samba de Amigo“ ein Garant für Spaß am laufenden Band!

 

 

Fazit:

Eine prima Idee, eine gelungene Umsetzung und eine enorme Menge heiterer Rhythmen: „Samba de Amigo“ ist auch im zweiten Herbst ein absoluter Partyknaller, den sich musikbegeisterte Wii-Besitzer nicht entgehen lassen dürfen!

 

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MEDIUM:

Samba de Amigo

Plattform: Nintendo Wii

Entwickler: Sega

Publisher: ak tronic / Software Pyramide#

USK-Einstufung: Freigegeben ohne Alterseinschränkung gem. 14. JuSchG

ASIN: B002DOSV9S

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 05.10.2009, zuletzt aktualisiert: 07.11.2015 13:38