Romantasy, in der es heiß her geht, gerade im leidenschaftlichen Bereich, sind im Moment extrem beliebt. Daher können Autorinnen wie Aurora Ascher gezielt die Leserinnen bedienen, die entsprechende Liebesgeschichten zwischen jungen, selbstbewussten Frauen, die auf die ein oder andere Weise auserwählt sind, und einem gefährlichen Mann, in dem ein Monster steckt, zu schätzen wissen. So wie in Sanctuary of the Shadow, dem ersten Teil der Elemental Emergence-Reihe.
Die Menschen wissen Salizars Wanderzirkus aufgrund seiner atemberaubenden Wunder zu schätzen, aber der mächtige Magier hat eine andere Intention, bietet er doch auch den Mischwesen Zuflucht, die sonst vertrieben oder gar gejagt und getötet werden, Zu diesen gehört auch Harrow, die letzte Wasser-Elementarzauberin.
Dann bringt Salizar allerdings einen geflügelten Mann in den Zirkus, der sie wie magisch anzieht. Daemon mag zwar wie ein Monster wirken und strahlt eine gefährliche Aura aus, aber Harrow fühlt sich von ihm wie magisch angezogen. Als sie beschließt, mit ihm zu fliehen, bringt sie sich allerdings selbst in Gefahr …
Auch wenn sich die Autorin bemüht, eine phantastische Kulisse mit einem archaischen Königreich, magischen Herrscherinnen und nicht ganz menschlichen Elementarwesen aufzubauen, so merkt man doch, dass das ganze eher exotische Kulisse bleibt und nicht wirklich ausgearbeitet wird. Auch die Figuren bekommen den üblichen Satz an Fähigkeiten und Geheimnissen, damit die Handlung in Gang kommen kann.
Die ist immerhin recht flott geschrieben, durchaus spannend zusammengemischt, auch wenn in der zweiten Hälfte der Geschichte die leidenschaftlichen Szenen, deutlich zunehmen und das Tempo deutlich verlangsamen.
Die Autorin geht aber bei der Charakterisierung nicht sonderlich in die Tiefe, baut die Charaktere nur so weit aus, wie es für die Handlung notwendig ist. Auch die Entwicklung der Beziehung wird eher nebenbei abgehandelt und ist von Begehren getrieben.
Alles in allem entwickelt sich das Geschehen solide, bleibt aber ziemlich vorhersehbar, was die Geheimnisse und die Auflösung des Konflikts angeht, damit am Ende auch ein für die romantisch veranlagten Leserinnen rundes Happy End eingeleitet werden kann.
Immerhin wird die Geschichte nicht über mehrere Bände gezogen, sondern wird sauber abgeschlossen, es soll aber eine Fortsetzung geben, in der dann ein Nebencharakter die Hauptrolle bekommt, der bisher nur als beste Freundin der Heldin fungieren durfte.