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Sanctuary - Wächter der Kreaturen, Staffel 1

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Die neuen Medien machen vieles möglich, so auch die Umsetzung von Ideen, die früher gleich zum Scheitern verurteilt gewesen wären, weil kein Produktionsstudio das Wagnis eingegangen wäre ein ganz neues Konzept auszuprobieren. Sogenannte „Webisodes“ erlauben es aber, erst einmal auszutesten, ob die Idee bei einem Publikum ankommt und unter Umständen auch auf dem Fernsehbildschirm funktioniert.

So entstand im Jahr 2007 die Webserie „Sanctuary“. Damian Kindler, Autor und Produzent von „Stargate Atlantis“ konnte Amanda Tapping und andere Schauspieler für das Experiment gewinnen, dass vollständig im Studio und vor computergenerierten Hintergründen gedreht wurde.

Da die Serie sehr gut ankam, gab der Kabelsender Sci-Fi (heute Sy-Fy) grünes Licht für die Produktion einer dreizehnteiligen Staffel. Auch diese war ein Erfolg, so dass eine zweite Staffel mit ebenfalls dreizehn Folgen produziert wurde und nun eine dritte mit zwanzig Episoden in den Startlöchern steht.

 

Im Mittelpunkt der Ereignisse steht der junge forensische Psychiater und Profiler Will Zimmermann, der zunächst für die Polizei arbeitet. Er wird zu einem Fall gerufen, bei dem ein alter Mann mit Migrationshintergrund und zwei Polizisten ums Leben gekommen sind. Die Wunden, die die Männer tragen sehen wie Schutzverletzungen aus, aber Will ahnt, dass dem nicht so ist.

Er spürt auch, dass die Augenzeugen mehr wissen, als sie sagen wollen und versucht ihr Vertrauen zu gewinnen. So finden sie heraus, dass diese einen Jungen schützen wollen, der vermutlich der Mörder ist. Auf der Suche nach dem Kind begegnet der Profiler der geheimnisvollen Helen Magnus. Diese weckt mit Andeutungen sein Interesse und führt ihn schließlich in die Welt ein, die sie vor den Augen der meisten Menschen verbirgt. Sie und ihre Tochter Ashley leiten eines von mehreren „Sanctuary“, in denen übernatürlichen Wesen und abnormale Menschen eine Zuflucht finden können oder aufgrund ihrer Bösartigkeit weggesperrt werden.

Will kommt aus dem Staunen nicht heraus, aber er weiß auch, dass er selbst irgendwie mit dieser Welt verbunden ist. Längst verschüttete Kindheitserinnerungen kommen wieder ans Tageslicht und machen ihm klar, dass er Helen Magnus bereits kennt. Sie hat ihm einst das Leben vor einem Monster gerettet.

Die geheimnisvolle Frau leugnet dies nicht und enthüllt ihm sein Geheimnis. Auch sie ist abnorm – denn sie lebt bereits seit mehr als 150 Jahren und war einstmals mit einem Mann liiert, der heute als Jack the Ripper bekannt ist.

Will schließt sich ihr nach kurzem Zögern an und wird schon bald zu einem wichtigen und begabten Mitstreiter. Dabei erfährt er immer mehr über die Vorgeschichte von Helen und ihrer Tochter, begegnet Dr. Watson, macht eine Tauchfahrt mit der „Nautilus“ und bewegt sich im Grenzbereich zwischen dem übernatürlichen und der realen Welt

Nach und nach schält sich auch ein gefährlicher Gegner heraus – eine Jahrhunderte alte Organisation, die es ebenfalls auf die Wesen im Sanctuary und ihre Macht abgesehen hat – allerdings nicht um sie zu schützen, sondern um sie zu beherrschen. Und deren Führer entwickeln schon bald einen perfiden Plan.

 

Man merkt, die Serie folgt dem heute aktuellen Trend in den Episoden zwar eine abgeschlossene Hauptgeschichte zu erzählen, dabei aber auch den eigentlichen Hintergrund immer weiter auszuarbeiten. Man erfährt so nach und nach, warum Helen Magnus weit über hundert Jahre alt ist und dass sie auch nicht alleine steht, sondern mit vier anderen ein Geheimnis teilt, das zum Ende hin eine große Rolle spielen wird.

Die Themen bewegen sich zwischen Horror, Mystery und Science Fiction. So bekommen es die Helden nicht nur mit mythischen Meereswesen zu tun, sondern auch mit Menschen, die mit einer Mutation geboren wurden oder sich erst nach und nach verändert haben.

So ist der Junge Alexej aus der ersten Folge ein Opfer der Strahlenbelastung von Tschernobyl, die das Erbgut der Eltern verändert hat. Die sogenannten „Faltmenschen“ leben schon seit Generationen unerkannt unter den Menschen und reagieren auf ganz andere Drogen als normale Menschen. John Druitt alias „Jack the Ripper” ist ein Teleporter, hat aber auch nur geringe moralische Grenzen.

Interessant ist, dass die übernatürlichen Wesen in den seltensten Fällen die Bösen sind, meistens werden sie von anderen missbraucht oder fehlgeleitet wie die von der feindlichen Organisation gefangenen gehaltenen „Morriganen“, die erst durch Helen und Will erkennen, dass sie bisher nur genutzt wurden.

Die Macher bedienen sich dabei vieler Elemente, die man bereits aus „Akte X“ oder „Highlander“, „X-Men“ und anderen Mutantenfilmen kennt. Durch die fünf Unsterblichen schwingt sogar ein Hauch von „Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman“ mit, gerade was das Setting angeht, denn das Sanctuary präsentiert eine Mischung aus viktorianischem Interieur und moderner Technik, ohne jedoch in den Steampunk abzugleiten.

Auch hier wurden viele Hintergründe im Computer generiert, was der Serie eine unwirkliche Aura gibt. Dazu kommen die meist sehr düster gehaltenen Kulissen, die die Stimmung noch vertiefen.

Beim Betrachten der Webisoden wird man feststellen, dass der Pilotfilm der Fernsehserie und die erste Episode in etwa die Handlung dieser abdecken, auch wenn vieles verändert wurden, um diese entsprechend einzubinden.

Alles in allem sind die Episoden sehr geschickt aufgebaut, wobei die zum Hintergrund beitragenden Folgen eindeutig die spannenderen und unterhaltsamen sind. Die anderen fallen doch ein wenig ab, gerade die in der Will und Helen durch Kontamination mit einem Virus in der Nautilus eingeschlossen sind und nach einer Lösung suchen müssen. Das Kammerspiel zieht sich etwas zu lange hin, ohne das wirklich etwas passiert. Andere Episoden machen das glücklicherweise wieder wett und bieten neben einer Menge Hintergrund und Atmosphäre auch sehr gelungene Spezialeffekte und genügend Action.

Die Schauspieler agieren ihren Rollen entsprechend und fallen auch nicht aus der Rolle. Neben Amanda Tapping sind sehr viele „Stargate“-Nebendarsteller zu finden, man hat aber auch zwei Gaststars gewinnen können, die man vielleicht bereits aus „Highlander“ kennt – vor allem Peter Wingfield.

Koch Media präsentiert nun endlich – nach zweimaligem Verschieben des Erscheinungstermins – die erste Staffel auf DVD und mit umfangreichem Bonusmaterial. Neben den acht Webisodes gibt es auch Audiokommentare zu allen Folgen von Cast und Crew, eine Bildergalerie und mehrere Featurettes, die man getrost als Making-of betrachten kann. Zudem gibt es auch ein Blooper-Reel. Die Qualität von Ton und Bild sind ausgezeichnet, so dass ebenfalls keine Wünsche offen bleiben.

 

 

Fazit:

 

Auch wenn man „Sanctuary“ manchmal seine Herkunft anmerkt, so ist sie doch eine Serie an der kein Science-Fiction-Fan vorbei gehen kann, vor allem wenn er ein Fan von düsteren und horrorlastistigen Szenarien ist, die sich nicht unbedingt an den derzeitigen Hype um Vampire und Werwölfe anhängen. Zwar gibt es auch diese in der Welt der Serie, aber sie spielen eine ganz andere Rolle als man gewohnt ist. Die Figuren und der Hintergrund sind angenehmerweise auch lange noch nicht ausgeschöpft und bieten sehr viel Potential, so dass man auf die weiteren Staffeln gespannt sein darf.

 

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DVD:

Sanctuary - Wächter der Kreaturen, Staffel 1

Sanctuary, USA 2008/2009

Regisseur(e): Martin Wood

Idee: Damian Kindler

Musik: Joel Goldsmith

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 5

FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Studio: Koch Media GmbH - DVD

Erscheinungstermin: 4. August 2010

Spieldauer: 562 Minuten (13 Episoden a ca. 42 min

 

ASIN: B002MWSYHA

 

Erhältlich bei: Amazon

 

 

Extras:

 

  • Audiokommentare zu allen 13 Episoden von Amanda Tapping, Regisseur Martin Wood, Autor Damian Kindler
  • Sanctuary: Die komplette ursprüngliche Internet-Serie (alle 8 Folgen)
  • Featurettes
  • Sanctuary: Herzlich Willkommen
  • Die Bewohner
  • Visuelle Effekte
  • Bildergalerie

 

 

 

Darsteller:

 

  • Amanda Tapping
  • Robin Dunne
  • Emilie Ullerup
  • Christopher Heyerdal
  • Ryan Robbins

 

 


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Erstellt: 03.08.2010, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56