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Schattenläufer von Markus Heitz

Reihe: Shadowrun

Rezension von Christoph Heibutzki

 

Mit „Schattenläufer“ brachte Heyne den zweiten Sammelband von „Shadowrun“-Romanen aus der Feder von Markus Heitz heraus. Ebenso wie schon beim Sammelband „Schattenjäger“ sind in „Schattenläufer“ drei Romane zusammengefasst worden.

 

Sturmvogel

Anfangs dachte der Sensationsenthüllungsjournalist Poolitzer, er sei einem Umweltskandal auf der Spur, den die AG Chemie Beiersdorf zu vertuschen versucht. Doch dann verschwinden hochmoderne Powerboote von einem Werftgelände. Richtig stutzig wird Poolitzer, als auch ein Schiff mit atomarem Sondermüll gekapert wird und verschwindet. Treiben Terroristen in der Ostsee ihr Unwesen? Oder steckt der Staatsanwalt Mathias Fröhlich-Eisner dahinter? Fröhlich-Eisner: erklärter Erzfeind von Poolitzer und charismatischer Vorzeigepolitiker der früheren rechtsradikalen Deutschnationalen Partei.

Durch ständiges Nachbohren findet Poolitzer heraus, dass Fröhlich-Einser in Verbindung mit Aktivisten der Nationalen Aktion steht, welche einen Terroranschlag mit Massenvernichtungswaffen auf das Elfenreich Pomorya planen. Doch Poolitzer unterschätzt seine Gegner sträflich ...

 

05: 58

Im Großraum Stuttgart versetzt eine brutale Verbrechensserie die Bevölkerung in Aufruhr. Nach einiger Zeit interessiert sich auch Poolitzer für die sensationsversprechende Geschichte. Er und sein Freund Ultra, ein Troll, bohren nach und finden heraus, dass der Hypnotiseur Ranjit damit zu tun hat. Während einer seiner Shows stürmen Jugendliche um den neureichen Johann von Boesche die Bühne und richten ein Chaos an. Die Show endet in einem Debakel und einer der Hypnotisierten ist seitdem verschwunden. Die Verbrechenswelle hält an und es werden immer wieder Morde aus lägst vergangener Zeit kopiert. Nicht nur Poolitzer und Ultra setzen alles daran, um diese Welle zu stoppen, auch der frischgebackene BKA-Ermittler Spengler ist mit von der Partie. Die Suche nach dem Unbekannten geht weiter, um ihn aus seiner Trance zu erwecken. Fast am Ziel angelangt, stellt sich heraus, dass Ranjit nicht der ist, der er zu sein scheint ...

 

Jede Wette

Das illegale All-Area-Combat-Golfen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Einer der begeisterten Spieler ist Holdo Kraif, der seinen jüngsten Sieg nicht so recht genießen kann. Da er nämlich auch einen Hang zum Glückspiel hat, schuldet er der ortsansässigen Yakuza 100.00 Nuyen, welche die Yakuza in wenigen Tagen zurückhaben möchte - oder Holdo ist ein toter Mann.

Berauscht vom Sieg und von zu viel Sekt und niedergeschlagen von der Tatsache, dass sein Leben bald vorbei sein wird, entschließt sich Holdo zu einer riskanten Wette. Er verkündet öffentlich, dass er es schaffen will, eine Woche lang zu überleben und fordert jeden Killer der ADL auf, ihn daran zu hindern.

Eine Jagd rund um den Globus beginnt. Die Wetten stehen um ein Vielfaches gegen Holdo und er muss sich einiges einfallen lassen, damit er siegt und der Yakuza das Geld zurückzahlen kann.

 

Neben dem Autoren haben diese drei Romane noch weitere Gemeinsamkeiten. Zu einem spielen sie vorwiegend im Gebiet der ADL (dem heutigen Deutschland) und es tauchen immer wieder die gleichen Protagonisten auf. Neben dem Sensationsreporter Poolitzer lernt man auch dessen Freunde und Kampfgefährten aus Seattle kennen sowie den LKA/BKA-Ermittler Spengler.

Auch haben diese Romane mehrere Handlungsstränge, welche die Geschichten teilweise ausschmücken und sicherlich aufwerten. Geschickt bindet der Autor bereits Erlebtes in seine Geschichten ein, so dass seine Charaktere sehr plastisch und glaubhaft erscheinen. Auch wenn man die Romane „TAKC 3000“, „Gottes Engel“ und „Aeternitas“, diese sind im Sammelband „Schattenjäger“ zu finden, nicht kennt, kann man der Storyline folgen.

In der rasanten Welt von „Shadowrun“ bieten auch diese Bücher keinen Ruhepol. Es geht schnell zur Sache, es bleibt wenig Zeit für tiefgreifende, emotionsgeladene Gespräche. Man bekommt den Eindruck, dass sich um jeden von Heitz’ Charakteren gekümmert wurde: sie fallen nicht unter den Tisch, auch erlebt man es nicht, dass es Anschlussfehler in der Handlung gibt.

Die Beschreibungen von Umwelt, Gebäuden und Gegenständen ist gut nachvollziehbar. Markus Heitz versteht es als einer der wenigen deutschen „Shadowrun“-Autoren, die richtige Stimmung aufkommen zu lassen. Über die fehlende Tiefe in den Romanen kann man hinweg sehen, da die Sechste Welt ohnehin nur sehr oberflächlich ist.

 

In diesem Band finden sich die letzten drei Romane um Poolitzer, sein Team und seine Freunde. Gerade „Jede Wette“ ist eine kleine Besonderheit, da diese Geschichte einen Abschluss bildet. Die Handlung wird auch nicht in den ADL beendet, was sehr untypisch ist. Auch der Heitz’sche Humor fehlt zum Schluss. Aber wenigstens versteht es Heitz Charaktere abtreten zu lassen, wie es sich für „Shadowrun“ gehört: schnell, präzise und ohne Pathos.

 

Für Shadowrun-Fans oder Leute, welche sich auf den Weg dorthin befinden, ist das Buch eine sehr gute Alternative zu den Einzelromanen. Erstens sind drei in einem Band und zweitens ist der Preis unschlagbar.

 

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Schattenläufer

Reihe: Shadowrun

Autor: Markus Heitz

Taschenbuch

Verlag: Heyne (Januar 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 345352232X

ISBN-13: 978-3453522329

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 31.07.2007, zuletzt aktualisiert: 20.07.2019 10:59