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Schattentraum von J. R. Ward

Reihe: Black Dagger, Bd. 20

Rezension von Christel Scheja

 

Noch immer wird die „Black Dagger“-Reihe begeistert von den deutschen Lesern angenommen, auch wenn sie hinnehmen müssen, dass die Romane regelmäßig geteilt werden und der hier vorliegende zwanzigste Band der Reihe eigentlich die zweite Hälfte des zehnten Originalromans ist. „Schattentraum“ setzt im Prinzip die Handlung von „Liebesmond“ fort und bringt einen weiteren Krieger mit seiner besseren Hälfte zusammen.

 

Tohr ist ein Elitekrieger der „Black Dagger“-Bruderschaft. Doch seit er vor Jahren seine Lebensgefährtin Wellsie und ihr ungeborenes Kind verloren hat, scheint er von einer Todessehnsucht erfüllt zu sein und sucht regelrecht den Kampf und die Gefahr, als wolle er nur noch sterben.

Doch bisher scheinen das Schicksal und andere höhere Mächte der Ansicht zu sein, dass er noch eine Aufgabe zu erfüllen hat. Als die ehemalige Adlige und langjährige Gefangene „No’one“ wieder in sein Leben tritt, die er einst aus der Gewalt eines Sympathen befreit hat, scheint sich etwas in ihm zu verändern.

Er nimmt „No’one“ mit in das Domizil der Bruderschaft, beide lassen sich auf eine körperliche Beziehung ein und nähren einander, so dass sie wieder an Kraft und Entschlossenheit gewinnen. Vor allem der Krieger spürt die Veränderungen.

Doch kann er Wellsie wirklich los lassen und einer neuen „shellan“ sein Herz öffnen. Und ist „No’one“, der er den den Namen „Autumn“ gibt, wirklich schon bereit dazu, ihre tiefen Narben heilen zu lassen?

Als die Natur ihr Recht fordert, verleugnen sie beide ihre Gefühle und schaffen damit eine ziemliche Unordnung im Haus der Black Dagger und bringen dabei nicht nur andere Beziehungen in Gefahr, sondern auch das Leben des Königs.

 

Mittlerweile kann auch das Glossar am Anfang des Buches es nicht mehr leugnen – die „Black Dagger“-Reihe wendet sich eigentlich nur noch an Fans, denn Neueinsteiger werden mit der Vielzahl an Personen und ihren Beziehungen untereinander nicht mehr viel anfangen zu können. Auch ist das Universum bereits zu ausgereift, um alles gleich zu verstehen.

Ist man aber mit den früheren Romanen vertraut, kann man die übliche Mischung aus leidenschaftlicher und harter, aber auch sehr schwülstiger Erotik, komplizierten Beziehungen und dem mystisch magischen Hintergrund genießen.

Letzterer scheint aber zu stagnieren, deuten sich Veränderungen doch nur an, ist der Angriff auf Wrath doch der einzige Actionmoment des Buches. Zwar sinnt man auf Rache und gibt den Täter zur Jagd frei – aber das alles bleibt eher Nebensache.

Viel wichtiger scheinen der Autorin diesmal die Beziehungen zu sein. Sie lässt ihre Protagonisten noch einmal ordentlich leiden und quält sie genüsslich mit Selbstmitleid und anderen Gefühlen, während sie deutlich macht, dass der leidenschaftlichen Gier niemand entgehen kann.

Dabei sind aber nicht nur Tohr und No’one betroffen, damit es nicht all zu langweilig wird, schließt die Autorin natürlich auch noch ein anderes Pärchen mit ein. Und wie so oft sind alle trotz kleinerer körperlicherer Macken trotzdem stattlich, stark und schön.

 

Alles in allem dürfte „Schattentraum“ wohl vor allem die Ansprüche und Erwartungen der Fans erfüllen und wieder der Liebe gegenüber der Phantastik den Vorzug geben, so dass vor allem leidenschaftliche Leserinnen zufrieden mit ihrer Lektüre sein werden, für die das Setting zur exotische Dreingabe ist.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Schattentraum

Reihe: Black Dagger, Bd. 20

Autorin: J. R. Ward

Heyne, erschienen März 2013

broschiert, 462 Seiten

Übersetzung aus dem Englischen von Corinna Vierkant

Titelbild von Dirk Schulz

ISBN-10: 3453310276

ISBN-13: 978-3453310278

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B00A6Y92P4

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 31.08.2013, zuletzt aktualisiert: 30.11.2018 12:42