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Schock! von Markus K. Korb und Christian Krank

Rezension von Christel Scheja

 

In den siebziger und achtziger Jahren machten gerade amerikanische Comics durch reißerische Titel und Cover auf sich aufmerksam. Auch in Deutschland übernahmen manche Verleger diese Verfahrensweise und präsentierten Bilder, welche die Leser aufmerksam und gleichzeitig auf den Inhalt aufmerksam machen sollten. Ein Paradebeispiel war die Gruselcomic-Reihe „Horror“. Markus K. Korb und Christian Krank verbeugen sich vor dieser Serie mit ihrem gemeinsamen Projekt „Schock“.

 

Dreizehn schauerliche Geschichten verbergen sich unter dem Cover, erzählt vom unheimlichen Totengräber auf dem Friedhof der Finsternis. „Der Schatz des alten Geizkragens“ ist der einzige Grund, warum so viele Menschen an der Trauerfeier anlässlich seines Todes teilnehmen. Allerdings werden sie in seinem Haus und anderen bekannten Verstecken nicht fündig. Nur einer zieht die richtigen Schlüsse.

„Der Scherbennarr“ wird von seinem Herrscher aus einer Laune heraus entstellt. Er scheint sich in sein Schicksal zu fügen, doch das ist eine Täuschung.

„Jahrhundertwinter“ zeigt eine im Schnee erstarrte Welt. Um zu überleben bleibt nur eine Möglichkeit und die nimmt ein Mann durchaus wahr.

„Der Elektrische Sarg“ soll einen noch jungen Mann davor schützen, lebendig begraben zu bleiben. Hightech ist installiert, um den Friedhofswächter zu warnen, aber wie so oft hat auch noch die trauernde Witwe mitzureden.

„Nachts am schwarzen Loch“ ist es unheimlich, gerade deshalb schätzen die Jungs einen Aufenthalt als besondere Mutprobe. Diesmal aber soll es ihnen nicht gut bekommen.

„Unternehmen Siegfriedwall“ entführt in die Schützengräben des zweiten Weltkriegs. Ausgerechnet die Männer einer amerikanischen Einheit bekommen zu spüren, dass die Nazis auch noch mehr als Bomben und Granaten in Petto haben.

 

Dies sind nur einige der Geschichten, die genau den Stil und Inhalt der damals so beliebten Comic-Serien „Horror“ und „Gespenstergeschichten“ einfangen sollen. Die Geschichten sind recht kurz gehalten, bieten oft nur eine Szene oder einen Moment, die zumeist auf eine böse Pointe hinarbeitet. Vieles davon mag auf den zweiten Blick altbekannt und klischeehaft wirken, aber gerade dadurch funktionieren die Erzählungen und lassen den Leser am Ende mit einem wohligen Schaudern oder einem gemeinen Grinsen zurück.

Die Geschichten werden stimmungsvoll durch ein Titelbild im „Horror“-Stil eingeleitet, der den folgenden Text regelrecht anpreist. Auch der Totengräber darf in einem einseitigen Cartoon seinen Kommentar dazu abgeben.

Alles in allem gibt es absolut nichts an der Gestaltung des Bandes auszusetzen. Das Comicformat ist zwar ungewöhnlich für ein Buch aber nicht ohne Grund so ausgewählt. Die Verbeugung an die Gruselheftchen der Kindheit funktioniert ohne Zweifel und gefällt durch die Leidenschaft von Autor und Künstler. Sie wissen noch genau, welche kuriosen Ideen und Wendungen die Geschichten damals so unverwechselbar gemacht haben

 

„Schock“ ist daher eine stimmungsvolle und gelungene Hommage an die Gruselcomics der eigenen Kindheit, die nicht nur Nostalgikern der Generation 35+ gefallen dürfte, sondern auch für jüngere Horror-Fans interessant ist, die einfach nur witzig-böse Geschichten genießen und dabei ihren Spaß haben wollen. Es lohnt sich!

 

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Buch:

Schock!

Autoren: Markus K. Korb & Christian Krank

broschiert, 186 Seiten

Atlantis Verlag, erschienen Oktober 2012

Titelbild und Zeichnungen von Christian Krank

ISBN-10: 3864020433

ISBN-13: 978-3864020438

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B009PP4L1U

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.11.2012, zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 12:18