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Schwarze Dame von Andreas Gruber

Reihe: Peter Hogart Band 1

Rezension von Christian Endres

 

Speziell im amerikanischen Sprachraum – und entsprechend der amerikanischen Literatur - haben Hardboiled- und Noir-Detektive eine echte Tradition. Eine schwarze Tradition, wenn man so möchte. Oft genug sind die Themen ja reichlich dunkel und düster, geht es in den Krimis um Mord, Korruption und Betrug. Mit Andreas Gruber wagt sich nun nicht nur ein deutschsprachiger Autor aus Österreich, sondern auch ein DPP-Gewinner an die Materie und legt den ersten niedergeschriebenen Fall des Wiener Versicherungsdetektivs Peter Hogart vor.

 

Darin verschlägt es Hogart nach Prag, wo er sich an die Versen angeblich verbrannter Gemälde in Millionenhöhe heften soll. Schnell gerät der angenehm menschliche Ermittler in den verwinkelten und nebelromantischen, aber auch nicht ganz ungefährlichen Gassen der Goldenen Stadt jedoch in einen weiteren Fall - einen Serienkiller-Fall, um genau zu sein, der einige Auffälligkeiten bereit hält und den Wiener Schnüffler ebenfalls beschäftigt, bis Hogart – nicht ohne Unterstützung - am Ende sogar direkt in der Angelegenheit ermittelt ...

 

Peter Hogart offenbart dabei immer wieder ein paar kleine, aber sympathische Marotten – er ist ein Mensch durch und durch, kein überstilisierter Held. Damit trifft Gruber nicht nur die Quintessenz des Detektiv-Genres, sondern schafft auch einen wirklich gefälligen Hauptcharakter, dessen Ermittlungen und vor allem auch Gedankengängen man gerne folgt. Diesen wiederum kommt es natürlich gelegen, dass Gruber seinen Thriller vorzüglich konstruiert hat und sich einige Wendungen und Schachzüge offen hält, während er auch an Tabu-Themen wie Kindesmissbrauch rührt und dazu noch viel Ortskenntnis für ein stimmungsvolles Städtebild an den Tag legt.

 

Doch ist es bei einem Thriller diesen Formats wirklich die Auflösung, der man entgegen fiebert? Nicht unbedingt. Natürlich möchte man wissen, wie »Schwarze Dame« ausgeht. Und natürlich möchte man den Detektiv Peter Hogart triumphieren (oder den Menschen scheitern ...) sehen. Aber hier ist ganz klar auch schon der Weg das Ziel – und dieser Weg ist mit einigen sehr, sehr schönen Szenen, guten Dialogen und über 270 atmosphärischen Seiten in Prag gepflastert.

 

Eines steht damit jedenfalls fest: Vor seinen britischen oder amerikanischen Kollegen muss Gruber sich nicht verstecken. Im Gegenteil.

 

Ein beneidenswert gut konstruierter Krimi.

 

(Um so schöner, dass Peter Hogart seit Ende September in seinem zweiten Fall bei Festa ermittelt.)

 

 

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Schwarze Dame

Peter Hogart Band 1

Autor: Andreas Gruber

Festa Verlag, Dezember 2007

Paperback, , 271 Seiten

ISBN: 3865520723

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 12.08.2008, zuletzt aktualisiert: 30.11.2018 12:42