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Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper (PC)

Rezension von Wiebke

 

Rezension:

Im Jahr 1988 ereignete sich in London eine Serie von Morden, die ausschließlich an Frauen verübt wurden, die ihre Einkünfte durch Gelegenheitsprostitution sicherten. Immer nachts und an öffentlichen Plätzen schlug der Täter zu und schnitt seinen Opfern die Kehle durch, um ihnen anschließend Organe zu entnehmen. Als „Jack the Ripper“ ging der Serienmörder in die Kriminalgeschichte ein, ohne dass jemals seine Identität ermittelt werden konnte. In dem Videospiel „Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper“ nimmt sich erstmals auch Sherlock Holmes der grausamen Morde an und versucht gemeinsam mit seinem treuen Freund Dr. Watson, den schrecklichen Verbrechen in Whitechapel ein Ende zu bereiten und dem Mörder auf die Spur zu kommen.

 

Das Spiel beginnt am Abend des 31. August 1888, als Sherlock Holmes von Untätigkeit geplagt, über das Leben an sich und kranke Seelen im Besonderen sinniert. Doch ewig sollte seine Langeweile nicht andauern, denn schon am nächsten Tag berichten die Zeitungen darüber, dass in der vergangenen Nacht die Prostituierte Mary Ann Nichols bestialisch ermordet worden ist. Doch das ist bei weitem nicht das einzige Tötungsverbrechen, welches in letzter Zeit in Whitechapel, einem Londoner Armenviertel, verübt wurde. Zwei weitere, unglaublich grausame Morde geschahen dort in den letzten drei Monaten, die frappierende Ähnlichkeiten zu dem neuesten Fall aufweisen. Beide Frauen standen am gesellschaftlichen Abgrund, ihre Körper wurden verstümmelt aufgefunden und sämtliche Tatorte befinden sich in einem eng eingegrenzten Gebiet. Tatsachen, die für einen Serienmörder sprechen und Sherlock Holmes dazu animieren, sich der Fälle umgehend anzunehmen. Es bleibt jedoch nicht bei diesen Morden und schon wenige Tage später wird die Leiche einer weiteren Prostituierten gefunden, die des Nachts auf den Straßen von Whitechapel unterwegs gewesen war. Aber auch diese sollte nicht die letzte sein. Weitere drei Morde müssen erst noch geschehen, bis der Spieler es versteht, in der Rolle des genialen Detektives Sherlock Holmes, die grausame Serie zu beenden.

 

Eine Menge an seltsamen Experimenten, verschiedenartige Objekt- und Logikrätsel und eine Vielzahl von Befragungen erwarten den Spieler während seiner Ermittlungen, die sich weit über das Viertel von Whitchapel erstrecken. Hierbei ist es vor allem die düstere Atmosphäre, die den Spieler in wundersame Weise in das damalige London hineinversetzt und für den nötigen Charme des Spiels sorgt. Denn die Figuren sind es bei weitem nicht, die begeistern. Wie Marionetten bewegen sie sich und erscheinen recht ungelenk. Glücklicherweise wurden sie von ihren üblichen deutschen Stimmen synchronisiert, was für einen gewissen Wiedererkennungswert sorgt. Sieht man aber über diesen Mangel hinweg, wartet das Spiel mit einer Menge an Hinweisen auf, die gesammelt werden müssen, um in üblicher Krimi-Adventure-Manier die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und dem berüchtigten „Jack the Ripper“ auf die Spur zu kommen. Aber bis es soweit ist, hat der Spieler die Möglichkeit, sich jederzeit sämtliche Dialoge, Dokumente und Notizen anzusehen und seinen Wissensstand auch nach einer länger währenden Spielpause aufzufrischen. Unter Zuhilfenahme einer Zeitachse und vorhandener Notizkärtchen, kann er die Abläufe jederzeit nachstellen und mögliche Thesen entwickeln.

 

Für die Steuerung der Figuren gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann sich der Spieler in gewohnter Point-and-Click-Adventure-Manier durch die Räumlichkeiten bewegen und entsprechende Gegenstände anklicken, während die Kameraführung konstant bleibt. Zum anderen kann er sich in die Ego-Persketive hineinbegeben und erhält so, durch die 360°-Rundumsicht, einen besseren Überblick. Welche Methode der Spieler benutzt, sei ihm überlassen. Der jeweilige Wechsel erfolgt recht unkompliziert mit der mittleren Maus- oder der R-Taste. Eine Lupe erlaubt die genaue Untersuchung eines Gegenstandes, während das Hand-Symbol für das Benutzen oder Aufnehmen eines Objekts genutzt werden kann. Auf dem Boden befindliche Fußspuren weisen den Weg, den die Figuren einschlagen können und Sprechblasen enthalten geführte Gespräche. Ein weiteres, sehr komfortables Feature ist mit der Stadtkarte gegeben, durch die die Figuren in Sekundenschnelle an einen anderen Ort befördert werden können. Eine recht zeitsparende Möglichkeit, die allerdings auch sehr nötig ist. Denn neben ihrer normalen detektivischen Tätigkeit, müssen die beiden Ermittler oftmals als Laufburschen herhalten, da sie für benötigte Informationen, Gegenstände besorgen oder auffinden müssen.

 

Optisch überzeugt das Spiel mit finster wirkenden Schauplätzen und dazu passenden, seltsam anmutenden Gestalten sowie geheimnisvollen Hinter-männer. Düstere Gassen müssen durchquert und unheimlich anmutende Gebäude betreten werden. Dabei ist es allerdings nur möglich, die Gebäude zu betreten, die für die Erfüllung der jeweiligen Aufgabenstellung notwendig sind. Eine weitergehende Erkundungstour ist nicht vorgesehen. Wobei die Frage offen bleibt, ob der Spieler das wirklich möchte. Die musikalische Untermalung ist recht unauffällig gehalten, so dass diese auch in einer kniffligen Situation nicht stört, trotz allem aber wunderbar mit dem Szenario harmoniert. Das Spiel wurde komplett synchronisiert. Allerdings passen die Mundbewegungen oftmals nicht zu dem gesprochenen Text. Dezent eingesetzte Hintergrund-geräusche sorgen für das nötige Flair.

 

Als besonderes Extra ist in der limitierten Erstauflage eine Sherlock-Holmes-DVD mit Jeremy Brett enthalten, auf welcher drei Episoden zu finden sind

 

Fazit:

„Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper“ ist ein authentisch wirkendes Krimi-Adventure mit viel morbidem Charme, das sich interessant und gut spielbar präsentiert und mit einem überraschenden Ende aufwartet.

 

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Spiel:

Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper

Koch Media GmbH, 20.03.2009

Palttform: Windows 2000/Vista/XP

EAN: 3512289015127

ASIN: B001EOOKAM

Erhältlich bei: Amazon

 

Systemanforderungen:

DVD-Rom Laufwerk: 4x speed

DirectX Version: 9.x

Grafikkarte: DirectX kompatibel, 128MB

Arbeitsspeicher: 512 MB

Prozessor: 2.0 GHz, AMD kompatibel, oder vergleichbar

Festplattenspeicher: 3.0 GB

Soundkarte: DirectX 9 kompatibel

 


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Erstellt: 05.03.2010, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50