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Sins Of A Solar Empire (PC)

Rezension von Björn Backes

 

Mit „Sins Of A Solar Empire“ stopften die Herrschaften von Kalypso im vergangenen Jahr nicht nur das Sommerloch, sondern gleichzeitig einige schwarze Löcher in der futuristischen Echtzeitstrategie. Überzeugende Story, solides Gameplay und viele gute Ideen hinsichtlich der technischen Umsetzung – einige Auszeichnungen waren die verdiente Folge. Nun ergibt sich noch einmal die Chance, in ferne Galaxien abzutauchen und fremde Planeten strategisch einzunehmen. Die Software Pyramide legt den prämierten Titel nämlich nun in ihrer Lowprice-Kampagne neu auf!

 

Story:

Über tausend Jahre sorgen Frieden und Wohlstand im Gebiet des Handelsordens für Harmonie in der Galaxie – bis eines Tages die Vasari auftauchen und die ungeschützten Welten mitsamt ihren Handelsorganisationen vor einen unverhofften Konflikt stellen. Mit vereinten Kräften wird eine Organisation gegründet, mit denen die menschlichen Gemeinden den Vormarsch der Aliens gemeinsam zu stoppen versucht. Doch die Trader Emergency Coalition, kurz TEC, scheint auf Dauer mit der Situation überfordert. Eine weitere Partei greift in den Konflikt ein und initiiert einen neuen galaktischen Krieg!

 

 

Inhalt:

In „Sins Of A Solar Empire“ übernimmt man die Rolle der TEC und schickt sich an, im Kampf gegen die Vasari und die moralisch verwerflichen Advent, die als Vorläufer der Coalition gelten die eigenen Basen zu verteidigen und das feindliche Gebiet zu erobern. Allerdings ist es nicht im Sinne der TEC, den Konflikt auf gewaltsame Art zu lösen. Die vereinten Handelsorganisationen verlassen sich stattdessen zunächst lieber auf ihr diplomatisches Geschick, bevor sie ihre Kriegsflotte ins All entsendet. Beides ist in „Sins Of A Solar Empire“ gefragt – und beide Qualitäten werden dem Spieler im Laufe der Zeit immer wieder abverlangt.

Bevor man aber überhaupt aktiv ins Geschehen eingreift und von der ersten kleinen Werft aus die spähende Vorhut losschickt, wird man erst einmal in den politischen Konflikt eingewiesen, der den wichtigsten Part des Storykonstrukts markiert. Die Geschichte wird vorbildlich erzählt und auch mit der nötigen Tiefe ausgestattet, schließlich sogar mit bekannten Synchronstimmen vorgetragen. Man fühlt sich alsbald als Teil einer richtig großen Science-Fiction-Sause, deren viel versprechendes Intro mehr erwarten lässt, als lediglich virtuelle Echtzeitstrategie – doch leider wird man diesbezüglich enttäuscht. Die guten Story-Ansätze werden nämlich im weiteren Spielverlauf nur noch marginal weiterverfolgt und überlassen stattdessen der Action den kompletten Raum. Dies ist auch insofern schade, dass keine echten Kampagnen oder Missionen mit einem solchen Backing bestückt werden und ergo auch gar nicht in bekannter Form existieren. Im Gegenteil: „Sins Of A Solar Empire“ setzt auf Freizügigkeit und ein sehr geringes Maß an Linearität, was im Hinblick auf den Explorationsdrang, den so ein Titel mit sich bringt, sicherlich willkommen ist, auf lange Sicht aber doch ein wenig mager erscheint. Doch keine Sorge, die Entwickler lassen den passionierten Echtzeitstrategen nicht hängen.

Im Optionsmenü hat man nämlich unzählige Möglichkeiten, wie und wo man den Konflikt gegen die Vasari und die Advent austrägt. Unterschiedliche Sonnensysteme stehen zur Auswahl oder aber ein Random-Mode, der einen Mix der Galaxien konstruiert. Hat man die Basis festgelegt, schickt man sich an, von seiner kleinen Werft aus die Gegend zu erkunden und die drei Schiffsklassen auszutesten, die einem zur Verfügung stehen. Anfangs benötigt man im Duell mit den kleineren gegnerischen Schiffen ausschließlich Fregatten – mehr kann die Werft auch noch nicht produzieren. Je weitr man sich jedoch ausgedehnt hat, desto stärker wird auch die feindliche Offensive. Stärkere Klassen sind gefragt, so dass nach und nach Kreuzer und Großkampfschiffe ins Programm aufgenommen werden müssen – wobei diese natürlich auch irgendwie unterhalten werden wollen.

Für den diplomatischen Teil erhält jeder Spieler zu Beginn ein kleines Startguthaben. Das sind einzelne Credits sowie Kristalle und Metall, die zu den wichtigsten Handelsrohstoffen der TEC gehören. In den späteren Auseinandersetzungen mit den Gegnern der Koalition ist ein gesunder Rohstoffvorrat schließlich auch ein gefragter Standard, ohne den man gleich einpacken kann.

Die Forschung ist der letzte elementare Posten im Gameplay. Man kann seine Credits in das Militär, die Wirtschaft und die Flotte investieren und hier bei der Entwicklung der TEC unterschiedliche Prioritäten setzen. Ferner kann man auch entscheidenden Einfluss auf den Handel und die Diplomatie nehmen oder sogar den Schwerpunkt auf den Abbau weiterer Rohstoffe setzen. Das mag zwar nicht außergewöhnlich sein, ist aber bei „Sins Of A Solar Empire“ fließend ins Spielgeschehen eingeflochten worden und erfüllt auch keine Alibifunktion.

 

Ein mittelschweres Manko gibt es aber dennoch, und das ist die Art und Weise wie die Konflikte ausgetragen werden. Da alle Parteien über die gleichen Schiffsklassen verfügen und es hier auch keine individuellen Unterschiede gibt, kann man sich auf strategischem Weg auch kaum Vorteile verschaffen. Vieles hängt also nicht von der Taktik im Kampf und vom Geschick in der Diplomatie ab, sondern wird eher zufällig bzw. glücklich entschieden. Das raubt dem Spiel in manchen Passagen ein Stück seiner Tiefe und macht das Verlangen nach Unterteilungen wie Missionen und Kampagnen wieder lauter. Auch wenn das nur ein Punkt von vielen ist – er hat einen wirksamen Einfluss aufs Gameplay.

 

 

Technik/Grafik:

Technisch betrachtet gibt sich Kalypsos astronomische Geheimwaffe keine Blöße. Die Grafik ist eine der wesentlichen Stärken und glänzt mit einer hier auch erforderlichen Detailverliebtheit. Die einzelnen Schiffskonstruktionen, die Bewegungsabläufe und vor allem die Präsentation der Auseinandersetzungen haben ganz klar Referenzklasse. Auch die Steuerung geht gut von der Hand, da die Benutzeroberfläche sehr übersichtlich gestaltet wurde und selten Fragen offen lässt. Dank der bombastischen Soundeffekte und des hervorragenden Soundtracks kann man von einem durchweg überzeugenden Rahmenpaket sprechen.

 

 

Spielspaß:

Es ist eigentlich schade, dass „Sins Of A Solar Empire“ hier und dort nicht doch etwas mehr Linearität erfährt. Konkretere Zielvorgaben hätten an manchen Stellen Wunder gewirkt und gerade in Situationen, die einem Durchmarsch ähneln, wieder etwas mehr Struktur in die Sache gebracht. Darunter leidet zumindest auf lange Sicht die Spieltiefe und auch die Motivation, zumal es nicht mehr viel neues zu entdecken gibt, wenn man die Ressourcen ausgeschöpft hat, die eine übergreifende Mission bieten kann.

Andererseits dauert es eine halbe Ewigkeit, bis man einmal an diesem Punkt angelangt ist, so dass man sicher Wochen mit „Sins Of A Solar Empire“ verbringen kann, ohne sich in irgendeiner Form eingeschränkt zu fühlen. Und da es immer noch die Möglichkeit der Online- und Netzwerk-Variante gibt, ist das Potenzial so schnell nun auch wieder nicht erschöpft.

Ansonsten ist „Sins Of A Solar Empire“ ein wirklich gutes Echtzeitstrategiespiel, das hier und dort vielleicht noch taktischer hätte ausfallen können, an sich aber wirklich eine Menge Reiz und Spaßgarantie beinhaltet.

 

 

Fazit:

Auch wenn die nötige Spieltiefe nicht ganz erreicht ist und das Gameplay aufgrund seiner Freizügigkeit hin und wieder in der Luft hängt: „Sins Of A Solar Empire“ ist ein lohnenswerter Titel, für den gerade in der aktuellen Lowprice-Variante kein Cent verschenk ist!

 

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MEDIUM:

Sins Of A Solar Empire

System: PC

Entwickler: Kalypso Media

Publisher: ak tronic / Software Pyramide

USK-Einstufung: Freigegeben ab 12 Jahren gem. 14. JuSchG

ASIN: B002DOSV2U

Erhältlich bei: Amazon

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

Betriebssystem: Windows 2000 / XP / Vista

Prozessor: 1,8 GHz CPU

Speicher: 512 MB RAM

Grafikkarte: NVIDIA GeForce 6 Serie, ATI Radeon 8500 oder 3D-Grafikkarten des gleichen Typs

DirectX9.0 kompatible Soundkarte

Eingabegeräte: Tastatur, Maus

Laufwerk: DVD-ROM

 

 


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Erstellt: 09.10.2009, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50