Sliders: Das Tor in eine fremde Dimension - Season 4 (DVD)
 
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Sliders: Das Tor in eine fremde Dimension - Season 4

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

„Sliders“ ist eine der Science Fiction Serien, die zwar auch heute noch eine treue Fan-Gemeinde besitzen aber nie wirklich populär wurden und auch bei der Allgemeinheit größeren Kultstatus erreichte. Trotzdem entstanden insgesamt fünf Staffeln in den Jahren 1995-1999 und bescherte der Serie eine genügend hohe Folgenanzahl um auch heute noch immer wieder im Fernsehen zu laufen.

Die vierte Staffel liegt nun auch endlich auf DVD vor. Koch Media präsentiert die zweiundzwanzig Folgen auf sechs DVD’s ähnlich wie die anderen Staffeln in einem Digipack, dass von einer Pappschiene zusammengehalten wird.

 

Die Grundidee der Serie war, dass der Physikstudent Quinn Mallory (Jerry O‘Connell) bei seinen Berechnungen zur Einstein-Rosen-Brücke- ein Gerät, den sogenannten „Timer“ entwickelt hat, das es ihm ermöglicht, ein Wurmloch in parallele Welten zu öffnen - Realitäten, in denen manchmal nur Details unterschiedlich sind, dann die Geschichte aber auch einen ganz anderen Lauf genommen haben kann. Zusammen mit seiner Freundin Wade Wells (Sabrina Lloyd), Professor Maximilian Arturo (John Rhys Davies) und Rembrandt „Crying Man“ Brown (Cleavent Derricks) wurde er unfreiwillig zum Reisenden zwischen den Dimensionen.

Auf einer der letzten Reisen wurde der Professor allerdings getötet und ihnen schloss sich eine Soldatin aus einer anderen Dimension an, die ihnen half, den Mörder zu verfolgen, bis sie ihn stellen konnten.

Zu Beginn der vierten Staffel sind Quinn Mallory und Maggie Beckett (Kari Wuhrer) alleine unterwegs. Mittlerweile kann der Physikstudent besser mit dem Timer umgehen und die Koordinaten berechnen, zu denen er springen will. Deshalb hat er erst nach einer Möglichkeit gesucht, der Soldatin von einer anderen Welt zu helfen sich in der sauerstoffreicheren Atmosphäre der anderen Welten zu akklimatisieren,

Nun folgen sie ihren Freunden Rembrandt Brown und Wade Wells auf die Erde, von der sie gestartet sind und erleben eine unangenehme Überraschung.

Nichts ist mehr, wie es einmal war. Die Erde ist von den grobschlächtigen und den Neanderthalern sehr ähnlichen Kromaggs übernommen worden, einer Rasse, die ebenfalls die interdimensionale Technik beherrschen und ihre Macht nun von Dimension zu Dimension ausweiten. Sie müssen erfahren, das Rembrandt und Wade in Gefangenschaft geraten sind, ebenso wie Quinns Mutter. Es gelingt Quinn und Beckett mit der Hilfe von Rebellen schließlich Rembrandt und ein paar andere zu befreien, Wade Wells ist allerdings in eine andere Welt verschleppt worden.

Und so brechen die Freunde wieder auf. Zum einen wollen sie die Freundin wieder finden und retten, zum anderen erfährt Quinn von seiner eigenen Mutter, dass er eigentlich gar nicht ihr leiblicher Sohn ist und sogar einen Bruder namens Colin hat. Quinns wirkliche Eltern lebten auf einer Welt, die schon viel früher von den Kromaggs überrannt wurden und scheinen diesen massiven Widerstand geleistet zu haben. Da sie dabei ihre Kinder aber nicht schützen konnten, haben sie die Jungen fortgegeben.

Und so hat Quinn einen weiteren Antrieb, um durch die Dimensionen zu reisen: Seinen Bruder aufzuspüren und mit ihm gemeinsam den Schlüssel zur Welt seiner Eltern zu finden, um den Kampf gegen die grausamen Kromaggs aufzunehmen.

Es ist selbstredend, dass sie dabei auch immer wieder auf Welten stranden, in denen sie Ärger ganz anderer Art bekommen. Sei es nun an einem ort, in dem Drogeneinnahme Pflicht ist, farbige Menschen in Konzentrationslager gesteckt werden, Zombies über wie Erde wandeln oder die Menschen sogar noch im Wilden Westen leben.

Immer wieder stoßen sie dabei auch auf Spuren der Kromaggs – auf Brutlager in denen Frauen ihre Nachkommen gebären müssen und Mischlinge, die sich ähnlich wie ihre Herren und Väter aufführen. Mehr als einmal geraten sie dabei in Lebensgefahr. Colin, den Quinn auf einer Welt aufspürt in der die Amish-People die Oberhand haben, wächst nach und nach zu einem vollwertigen Gruppenmitglied heran.

 

Anders als in den Staffeln zuvor gibt es diesmal einen roten Faden, der sich durch die gesamten zweiundzwanzig Episoden zieht. Mit den überraschenden Enthüllungen zu Quinns wahrer Herkunft und seiner möglichen Bestimmung sowie der Einführung der Kromaggs, versucht die Serie einen epischen Storybogen zu eröffnen, der allerdings nicht gründlich daneben ging, da er viel zu schnell und oberflächlich aufgegriffen wurde und die Besonderheit des Slidens in Frage stellten.

Und es kam noch mehr dazu, was das Potential der Serie schwächte. Nicht nur, dass die Serie nun mit Sabrina Lloyd ein weiteres beliebtes Mitglied des Hauptcasts verliert, auch die Geschichten beginnen sich immer mehr zu ähneln und werden in ihren Aussagen schlichter als zuvor.

Wie auch schon in der vierten Staffel setzen die Macher in erster Linie auf Action-Abenteuer und bedienen sich durchweg an gängigen Motiven aus Horror und Science Fiction. Sie verzichten auf leise Gesellschaftskritik oder Reflektion von Missständen in unserer Zeit und schaffen lieber einen Gegner, der sehr an die faschistischen Regime des frühen 20. Jahrhunderts erinnert. Manche Verhaltensweisen der Kromaggs sind bewusst an Nazi-Klischees angelehnt.

Der Hintergrund neuer Welten wird nur noch oberflächlich gestreift, es stehen letztendlich mehr Verfolgungsjagden und Kämpfe als interessante soziale Strukturen auf dem Programm. Durch den Weggang von John Rhys Davies und Sabrina Lloyd haben die Figuren merklich ihren Biss verloren.

Vor allem die intellektuellen Rededuelle zwischen dem Professor und seinem genialen Studenten fehlen und werden durch den eher unbeholfenen Umgang Quinns mit seinem Bruder nicht sonderlich ausgeglichen, auch wenn das Verhalten der beiden Brüder manchmal sehr amüsant wirkt. Ebenso wenig kann die Figur Maggie Beckett die sehr wandelbare Wade Wells wirklich ersetzen, da täuscht auch das schwarz gefärbte Haar der Schauspielerin nicht hinweg.

Die vierte Staffel von „Sliders „ macht mehr noch als die dritte den Fehler, sich von intelligenten Drehbüchern zu lösen und nun lieber mehr auf actionreiche Abenteuer und große aber platte Gefühle zu setzten, die ein größeres Publikum ansprechen, aber sich all zu sehr ähneln.

Man hat auch das Gefühl, dass das Budget etwas zusammengekürzt wurde, denn einige der Tricks und Kulissen wirken weitaus billiger als früher.

 

 

Fazit:

So führt einiges dazu, dass mit der vierten Staffel der langsame aber sichere Niedergang der Serie „Sliders“ beginnt. Zwar besitzen die Geschichten noch einen gewissen Unterhaltungswert, lassen aber wirkliche Ideen und ungewöhnliche Lösungen wie sie die Serie früher einmal bot, vermissen.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240421165333c09c297a
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DVD:

Sliders: Das Tor in eine fremde Dimension

Season 4

Fernsehserie, USA 1995/99

Regie: Richard Compton

Idee und Drebücher: Robert K. Weiss und Tracey Tormé

Format: Dolby, HiFi Sound, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 4:3

Anzahl Disks: 6

Synchro: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0) Untertitel: Deutsch

Spieldauer: 955 min

22 Episoden je.ca. 43 min

6 DVD

FSK: 16

Koch Media, 5.Dezember 2008

 

ASIN: B001HY8QLS

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Jerry O'Connell

Kari Wuhrer

Cleaveant Derricks

 

Weitere Infos:

Es wurde ein Pressemuster rezensiert. Daher können leider keine Aussagen über das Cover, Bonusmaterial, Bild- und Soundqualität gemacht werden.


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Erstellt: 02.12.2008, zuletzt aktualisiert: 07.02.2024 17:01, 7875