Die englische Dramatikerin Moira Buffin hat zuvor eher Theaterstücke und Drehbücher geschrieben, nun wagt sie sich mit Songlight auch in den Bereich der Prosa. Der dystopische Roman ist ihr Debüt.
»Brightland« steht unter der strengen Regentschaft einer Gruppe von Männer, die eine rigide Gesellschaftsordnung geschaffen haben, in denen Frauen nur für eines gut sind: Ehefrauen oder Huren zu werden und ansonsten keine Rolle zu spielen. Und sie verfolgen die sogenannten »Unmenschen« und deren »Songlight« bis aufs Blut.
Auch Elsa und Rye sind mit dieser besonderen telepathischen Gabe gesegnet und haben dadurch eine enge Bindung zueinander. Aber diese wird zerstört, als Rye enttarnt wird. In ihrer Verzweiflung schreit sie um Hilfe und erreicht so die viele Meilen entfernte Nightingale. Schon bald erkennen die beiden Mädchen, dass sie zusammenhalten müssen.
Die Geschichte ist ein einer nicht näher definierten Welt angesiedelt, die der unseren bis zu einem gewissen Grad ähnelt. Die Menschen befinden sich in einem Krieg, der nicht enden will, was aber den Herrschern die Möglichkeit gibt, ihr System aufrecht zu erhalten und sich ihre Macht zu sichern.
Dafür rotten sie natürlich vor allem die aus, die ihnen gefährlich werden könnten, weil die telepathischen Fähigkeiten sehr mächtig sind und sie so etwas nicht dulden können, es sei denn sie können sie kontrollieren.
Durch die strenge Gesellschaftsordnung, in der Frauen ab einem bestimmten Alter ohne Mitspracherecht verheiratet werden, und nur dazu da sind, um Männer zu bedienen und Kinder zu bekommen, können, während die Jungen schon als Kinder in den Kriegsdienst gezwungen werden und als Kadetten ausgebildet werden, ersticken sie jeden Widerstand.
Doch wieder einmal ist es natürlich die Liebe, die anfängt, dieses System zu erschüttern. Gerade Elsa und Rye haben durch sie ihre Persönlichkeit entwickeln können und wissen durch die Gefahr, dass sie sehr achtsam werden müssen. Doch seine Enttarnung als Unmensch setzt interessante Entwicklungen in Gang.
Und daraus bezieht die Geschichte nun auch ihre Spannung, denn natürlich kommen nach und nach immer mehr Geheimnisse des Regimes ans Licht. Und nicht zuletzt ist auch der Feind nicht so monströs und grausam wie befürchtet.
Es passiert bereits einiges in der Geschichte, aber man merkt auch, dass die Autorin die Weichen geschickt für die Fortsetzung stellt und so Lust auf mehr macht, denn das Ende schließt nur einen Handlungsbogen ab, viel mehr Fragen bleiben aber offen.
Durch die vielen Figuren und die ständig wechselnden Perspektiven kann man nicht eine so enge Bindung zu den Charakteren aufbauen, dafür erhalten aber auch einige ein interessantes Profil und entwickeln sich. Die Spannung selbst ist moderat, bleibt aber auf einem guten Niveau, so dass man gerne weiter liest.
Man darf gespannt sein, ob die Autorin die Welt noch ein wenig mehr ausbauen wird oder es bei vagen Andeutungen und bereits durch andere Geschichten wie A Handmaid’s Tale bekannten Elementen belässt.