SOS eines Teenagers (Autor: Claus Cant)
 
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SOS eines Teenagers von Claus Cant

Rezension von Christel Scheja

 

Claus Cant weiß genau, wovon er spricht, denn er wuchs selbst in einem streng religiösen Elternhaus auf und verarbeitet in ihnen vermutlich auch eigene Erlebnisse und Traumata. Deshalb könnte auch SOS eines Teenagers durchaus autobiographische Züge haben.

 

Ende der 1960er Jahre in einer schleswig-holsteinischen Kleinstadt. Der fünfzehnjährige Lukas wächst in einer streng religiösen Familie auf, in der die Bibel und die Worte der freikirchlichen Gemeinde alles sind.

Doch dann lernt er Marie näher kennen und lieben, denn das Mädchen ist nicht nur offen und freundlich zu ihm, es eröffnet ihm auch eine neue Welt voller Mitgefühl, Freude und Liebe. Doch seine Eltern tun alles dafür, um die Freundschaft im Keim zu ersticken.

 

Die Geschichte mag in den 1960er Jahren spielen, in denen vieles noch anders war und eine strenge Kindererziehung durchaus mit Schlägen und Gewalt einhergehen konnte, ohne dass das geahndet worden ist. Aber so einiges, was hier erwähnt wird und anklingt, dürfte auch heute noch aktuell sein.

Gerade das strenge, fundamentalistische Elternhaus hat verheerende Auswirkungen auf den Jungen, der anfangs hilflos dem gegenübersteht, was sein Körper macht und in eine extreme Schamhaltung getrieben wird. Und die Gewalt des Vaters sorgt dafür, ihn klein und beschämt zu halten und von einem normalen Leben fern zu halten.

Das ändert erst Marie, die selbst ein schweres Päckchen zu tragen hat, leidet sie doch an einer unheilbaren Krankheit, die für sie tödlich enden wird. Aber gerade deshalb lebt sie jeden Tag um so intensiver und versucht deshalb auch Lukas zu helfen, was auch auf den Leser ausstrahlt.

 

Die Handlung wird bewusst aus der Sicht des Jungen erzählt, der im Verlauf immer mehr lernt, seine Eltern und den Glauben zu hinterfragen und sich aus den Zwängen zu befreien, die ihm auferlegt wurden. Man merkt ihm seine Verwirrung und Verzweiflung ebenso an wie auch das sich entwickelnde Aufbegehren gegen den Vater und schließlich auch die bewusste Rebellion.

 

Das weiß mitzureißen und zu fesseln. Allein das Ende wirkt ein wenig überhastet und wird erstaunlich schnell abgehandelt, einige Dinge bleiben dabei leider schwammig. Aber das ist auch das Einzige, was man der ansonsten sehr interessanten und lebendigen Geschichte auch vorwerfen kann.

Fazit

»SOS eines Teenagers« ist eine intensive Coming-of-Age Geschichte, die zwar in den späten 1960er Jahren spielt, aber in einigen Punkten ihre Aktualität immer noch nicht verloren hat. Der Autor versetzt sich dabei gut in die Gefühlswelt des heranwachsenden Jungen und schlägt damit in den Bann.

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Buch:

SOS eines Teenagers

Autor: Claus Cant

Taschenbuch, 292 Seiten

Selbstverlag, 15. Februar 2025

Cover: Claudia-Irmer Hellwig

 

ISBN-13: 979-8305927818

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B0DK82J1GG

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition


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Erstellt: 23.12.2025, zuletzt aktualisiert: 06.01.2026 13:38, 25624