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Space Opera von Catherynne M. Valente

Rezension von Christel Scheja

 

Catherynne M. Valente ist eine hierzulande kaum bekannte, aber in ihrer Heimat Amerika durchaus renommierte Schriftstellerin und Literaturkritikerin. Ihr neuestes Werk könnte das aber ändern. Space Opera basiert auf einem europäischen Phänomen, das auf der anderen Seite des Atlantiks eher für Irritation sorgt, nämlich der Eurovision Song Contest der einmal im Jahr ganz Europa und nicht nur die EU zusammen bringt.

 

Nach einem heftigen Krieg wurde in der Galaxis fast alles Leben ausgelöscht, so dass die Planetenbewohner, die noch einmal davon kamen, eine neue Tradition erfanden, die nicht nur das Leben, sondern auch die Gemeinschaft fördern sollte. Der Wettstreit der Völker wurde nun auf der Bühne ausgefochten. Jeder Planet, der neu aufgenommen werden will, muss an diesem Grand Prix teilnehmen. Allerdings ist das gefährlich, denn dem absoluten Verlierer droht dann die Auslöschung.

Deshalb ist man auf der Erde auch erst einmal nicht davon begeistert, dass man einfach so in diesen Musikwettstreit mit hineingezogen wird, obwohl man eigentlich genügend eigene Sorgen hat. Aber nach der Anmeldung ist es nun nicht mehr zu ändern – die Erdenbewohner müssen einen Sänger und Performer schicken, der es schafft, auch andere Spezies zu begeistern.

Der findet sich in Decibel Jones – doch wird der dem Druck standhalten können, auch wenn er der vielversprechendste Kandidat ist.

 

Schon seit vielen Jahren beobachtet die Welt das alljährliche Treiben in Europa, wenn die Verantwortlichen die Sänger aller europäischen Länder, inklusive Israel und ehrenhalber nun auch Australien, zu einem glitzernden Sängerwettstreit zusammenrufen.

Was lange Zeit als schmalziges Schlagerremmidemmi verlacht wurde, hat sich inzwischen zu einem Kampf um die nationale Ehre entwickelt, bei dem sich die Länder manchmal selbst mit schrägen und ungewöhnlichen Acts übertrumpfen wollen. Immerhin haben Metal-Bands wie Lordi gezeigt, dass es nicht mehr nur der klassische Schlager – das schmachtende Liebeslied – sein muss.

Gerade die Amerikaner haben Schwierigkeiten zu verstehen, warum das einen ganzen Kontinent für einen Abend in Aufregung versetzen kann. Auch die Autorin hat das Treiben fasziniert beobachtet und ist so auf die Idee gekommen, das Spektakel in eine Geschichte umzusetzen. Und warum nicht gleich auf galaktischer Ebene?

Mit einem Augenzwinkern und reichlich überspitzt zelebriert sie so den »Metagalaktischen Song Contest«, nimmt dabei die zahlreichen Auswüchse auf die Schippe, die Zuschauer in den letzten Jahren erleben durften und bietet natürlich auch noch etwas Spannung, haben doch die Menschen die denkbar schlechtesten Voraussetzungen, um einen besseren Platz zu machen als den letzten.

Die Geschichte setzt auf Humor, die Handlung selbst ist dann doch eher überschaubar und auch das Ergebnis passt zu der doch eher heiteren Handlung. Klischees des Showbusiness werden natürlich auch munter persifliert. Das ganze kommt dann doch eher amerikanisch daher, aber es macht dennoch Spaß, wenn man ein Faible für abgedrehte Geschichten hat, die auch auf irdischen Auswüchsen basieren.

 

Fazit:

Alles in allem ist »Space Opera« eine muntere und verspielt-humoristische Science-Fiction-Geschichte, die den »Eurovision Song Contest« auf eine ganz eigene Weise persifliert und viel zum Grinsen bietet, wenn auch keine sonderlich spannende und aufregende oder tiefgründige Handlung.

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Eure Meinung:

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Buch:

Space Opera

Original: Space Opera, 2018

Autorin: Catherynne M. Valente

Taschenbuch, 347 Seiten

Fischer Tor, April 2019

Übersetzerin: Kirsten Borchardt

 

ISBN-10: 3596704448

ISBN-13: 978-3596704446

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07JMLSM7C

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.04.2019, zuletzt aktualisiert: 23.12.2020 18:26