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Spanien – Eine Zeitreise

Rezension von Christel Scheja

 

Ein neuer Trend scheint sich bei Dokumentationen in den letzten Jahren durchzusetzen. Nicht mehr länger setzt man auf Spielszenen, die den Zuschauer in die entsprechende Epoche zurück versetzen sollen. Statt dessen besucht man die heute noch existenten historischen Stätten in ihrer derzeitigen Form und der Historiker erzählt in bewegenden Worten von der Vergangenheit. Das ist nun auch mit „Spanien“ geschehen, dessen Geschichte interessant aufbereitet wird.


Spanien ist ein Land vieler Kulturen und Namen – wie so manches südeuropäisches Land einer der Schmelztiegel, in denen sich orientalische mit abendländischer Zivilisation mischen und gleichzeitig befruchteten, auch wenn es zunächst gar nicht danach aussah, dass die wilden Landstriche mehr als nur Bauern und Hirten Raum bieten würden. Aber schon die Römer erkannten den Wert der Halbinsel und setzten sich dort fest. Wirkliche Blüte erlangte aber gerade ihr südlicher Teil erst mit dem Einfall der Mauren, die dort ihre kleinen islamischen Fürstentümer gründeten und vor allem die Errungenschaften n Kunst und Wissenschaften mit sich brachten. Zwar versuchten die christlichen Königreiche des Nordens, die Gebiete immer wieder zurück zu erobern, das gelang ihnen aber erst viele Jahrhunderte später. In dieser Zeit erlebten allerdings die maurischen Gebiete einen Aufschwung sondergleichen, der noch heute zu sehen ist und bewiesen auch, dass es durchaus ein friedliches Miteinander der Religionen geben konnte.

Nach der Rückeroberung aber machte Spanien bewegte Zeiten durch – von der Weltmacht zum umkämpften Land, das schließlich eine lange Zeit der Diktatur erleben musste …


Dokumentationen wie diese leben von den Bildern und der Erzählkunst des Moderators, der die wissenswerten Informationen nicht nur sachlich herunter rasselt, sondern auch bewegt und Lebendig mit den Orten in Verbindung bringt, mögen das nun nur noch Ruinen sein, oder Bauwerke, die die Stürme der Zeit überstanden haben.

Tatsächlich gelingt es der Dokumentation in ihren drei Folgen in den Bann zu schlagen und den Zuschauer zu fesseln- Simon Sebag Montefiore stürtzt sich mit viel Elan in die Vorstellung von Orten wie Cadiz, Cordoba, Sevilla, Gibraltar und Granada.

Er erzählt dabei nicht nur das Offensichtliche, sondern enthüllt auch weniger bekannte Fakten und Details, die nicht schon in anderen Filmen oder Artikeln aufgewärmt wurden. Dabei kommen auch die Schattenseiten der entsprechenden Zeiten zum Tragen – er macht zum Beispiel klar, dass das harmonische Miteinander der Religionen unter maurischer Herrschaft auch sehr stark von den Machthabern kontrolliert und ausgenutzt war und zu ihren Bedingungen geschah. Auch die Übersetzung fängt seine Lebendigkeit ein.

Alles in allem bleibt die Kritik, gerade an Gesellschaft und Regierung der letzten Jahre eher moderat, die Macher konzentrieren sich lieber auf die schönen Seiten Spaniens, die ansprechend in Szene gesetzt werden und durchaus auch zu Werbezwecken für entsprechende Städtereisen genutzt werden könnten.

Schmutzige und düstere Ecken bekommt man eigentlich gar nicht zu sehen, auch nicht die modern.schmutzige Seite der Metropolen abseits der malerischen, gut gepflegten historischen Altstädte.

Immerhin ist die Mischung aus Bildern und bewegter Erzählung so mitreißend, dass die drei Episoden wie im Flug vergehen und neben der Lust die Städten vielleicht selbst zu besuchen auch einiges an neuen Informationen mitnimmt, gerade wenn man sich bisher nicht so sehr mit der Geschichte Spaniens beschäftigt hat, die doch einiges mehr bietet als das Altbekannte.


Gerade wer nicht nur nach Mallorca und Co. fährt, sondern auch Interesse am eigentlichen Land hat, wird sehr viel Spaß mit „Spanien – Eine Zeitreise“ haben, einer Dokumentation, die viele farbenfrohe und lebendige Bilder zeigt, die mit unterhaltsam erzählten Informationen gespickt wurden.


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DVD:

Spanien – Eine Zeitreise

Regisseurinnen: Marion Milne und Sian Salt

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Polyband / WVG, 31. März 2017

Produktionsjahr: 2015

Spieldauer: 150 Minuten

 

ASIN: B01N7WJD1Z

 

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205181339fa3cdbf6
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Erstellt: 18.04.2017, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01