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Unveröffentliches Vorwort des Autors

Roman: The Antman

Autor: Marc Meyer

Verlag: Blitz-Verlag

Exotic-Horror

256 Seiten Paperback

Best.-Nr. 2121 - 12.90 EUR

Erhältlich bei: Amazon

 

 

 

Buenos Dias. Mein Name ist Marc Meyer. Am 22. Mai ´99, dem Unabhängigkeitstag Mexicos, sitze ich im "La Cucaracha", einem ehemals edlen Stundenhotel am Rande von Acapulco, endlich bereit, die Geschichte aufzuschreiben, die mir vor mittlerweile acht Jahren das erste Mal zugetragen wurde. Eine Geschichte, die ich bis zum gestrigen Tag nicht wirklich glauben wollte, wenngleich alle Fakten, die ich in all den Jahren sammelte, alle Augenzeugenberichte, auf die ich stieß und alle Ahnungen, die mich seither heimsuchten, sich in frappierender Weise durch reale Geschehnisse bestätigten. Gestern Nacht dann, habe ich ihn mit eigenen Augen gesehen: den Antman.

Seine Geschichte, hinter vorgehaltenen Händen in gewissen Regionen Mittelamerikas scheu von Ohr zu Ohr getragen, will ich im Folgenden versuchen zu skizzieren. Was meine Idee nicht ist. Nicht wirklich. Ich bin kein Literat. Der verführerischen Sog Instinkt schürfender Wörter ist mir nicht mehr Gefallen als einer Zecke in der Leber; und auch einem höheren Ruf, das muss ich betonen, folge ich nicht. Ich bin Journalist. Die Schreiberei ist mir eher Zwang denn Passion. Seitdem es mich nach Mexico verschlug, acht Jahre ist es her, bin ich nur mehr ein Suchender, hier, in der Ferne, die ich nicht wage zu verlassen. Wo ich das Glück schimmern sah und die Verzweiflung fand. Wo ich mich verliebte, in Unglück und Erfüllung, und nichts Anderes konnte als dem bitteren Ruf eines blutenden Herzen folgen bis in die letzte Ergebenheit, am Horizont allein die blasse Hoffnung auf ein fatales Geratewohl. Ha! Ich hoffte, weil ich jung war! Ich wanderte umher, suchte die, die mir verloren war. Dass ich sie nie wieder fand, ist eine andere Geschichte. Allein, im Irren und Wirren jener Zeit trieb ich hinein in ein anderes Abenteuer, das mich, todesdurstig und voller Furcht, vertraut machte mit einem tragischeren Schicksal. Ein Schicksal, das - gracias-a-deus - nicht das meine ist. Von dem ich, erst widerwillig, dann verlangend, erfahren durfte. Das mir verstehen half, was Unglück wirklich bedeutet. Das mich meine Tränen teilen läßt mit dem Wesen, das nie mehr weinen kann: dem Antman. Ich sah ihm in die Augen.

Seine Geschichte, man mag sie glauben oder nicht, ist weder Traum noch Albtraum. Sie ist eine schlichte Wahrheit, die ich versuchen werde, so ungeschönt und nüchtern wiederzugeben, wie es mir möglich ist. Ich möchte dies tun, weil ich - seit gestern nacht, als ich seine Augen funkeln sah und der zittriges Hauch seines unfaßbaren Körpers mich fast erdrückte - Grund zu der Überzeugung habe, er will, dass seine Geschichte nun endlich heraustritt aus dem Kreis der verstohlen geflüsterten Legenden, der angstvoll verlachten Ammenmärchen, erkannt wird als das, was sie wirklich ist: eine Geschichte aus dem Leben. Passiert in unserer Welt, vor der wir so oft die Augen schließen. Aus Angst vor Liebe. Aus Angst vor Schmerz. Aus Angst vor Wahrheit. Die Geschichte von dem Wesen, dessen spanischen Namen in ganz Mittelamerika kein Mensch auszusprechen wagt, dessen ur-sprachliche Expression Chavam Hla Hej lautet, oder auch Kachacho Muttazcie, Kraft des langen Weges aus Sand und Blut. Wer jemals im Yucatan war und diese Worte raunen hörte, der kennt die kalten Schultern und die traurigen Blicke der Menschen, wenn sie auf die Frage "¿Que es el problema?" stumm bleiben und hinter dem fremden Rücken auf englisch zischeln: "...the Antman...".

Lies nun selbst, lieber Leser, liebe Leserin, um zu wissen, was geschah. Um zu wissen und um zu glauben. Und um vorbereitet zu sein, wenn er eines Tages auch vor dir steht. Kachacho Muttazcie. Chavam Hla Hej. The Antman.

 

22.05.99, Mexico City

 

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Erstellt: 07.06.2005, zuletzt aktualisiert: 18.02.2015 06:26