Spiel der Teufel von Andreas Franz

Rezension von Julia Krause

 

Wir leben in einer Welt der Korruption und niemand scheint vor der Verlockung des Geldes gefeit zu sein. Das führt rechtschaffene Menschen auf einen falschen Weg und oftmals schließlich in den Tod. In diesem Buch geht es auch um Mord, ein ausgeklügeltes Lügenkonstrukt und noch vieles mehr.

 

Kommissar Sören Henning und seiner Partnerin Lisa Santos werden zu einem Leichenfundort gerufen. Es scheint klar zu sein, dass es sich dabei um einen Selbstmord handelt, denn der Tote sitzt in seinem Auto, das abgedichtet worden ist und er ist eindeutig an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben. Zudem findet man auf dem Rücksitz zwei leere Flaschen Wodka, die darauf schließen lassen, dass sich der Selbstmörder zuvor Mut angetrunken hat.

Es klingt alles plausibel, doch Sören und Lisa entdecken, wer sich umgebracht haben soll: Ein geschätzter Kollege von ihnen, Gerd Wegner. Zwar hat dieser vor kurzem seine Tochter verloren, als ein Betrunkener sie überfahren hat, doch seine Frau ist wieder schwanger und somit hätte sein Leben trotzdem weiter gehen können. Seine Frau glaubt auch nicht an einen Selbstmord, schon allein weil es keinen Abschiedsbrief gibt und appelliert an die beiden Kommissare, den Mörder zu finden. Die Beiden beginnen also nach Indizien zu suchen und stoßen auf Unglaubliches. Zunächst machte Gerd seiner Frau Geschenke, die er von seinem Gehalt niemals hätte bezahlen können, eine angebliche Geliebte taucht auf, die er wohl schon seit längerer Zeit hatte und er bezog Schmiergelder. Das würde auch erklären, dass alle Ermittlungen, an denen er beteiligt war, im Sand verlaufen sind. Der große Tipp um einen gut laufenden Organhandel kommt ausgerechnet von seiner Geliebten, doch bald darauf gibt es eine neue Leiche.

 

Im Grunde steht von Anfang an fest, dass es sich nicht um einen Selbstmord gehandelt hat, sondern das der Kollege der beiden Kommissare tatsächlich ermordet worden ist. Dadurch, dass beide besonders involviert sind, fallen ihnen die Ermittlungen alles andere als leicht. Immerhin war Gerd Wegner ihr Freund und gehörte fast schon zur Familie. Da ist es ein Schock, sein Doppelleben aufzudecken und auch noch nach seinem Mörder zu suchen. Das ist es auch, was das Buch bis zuletzt am Leben erhält. Man weiß, dass Gerd Wegner ermordet wurde, jedoch nicht von wem und vor allem nicht warum, da er ja im Grunde all das getan hat, was man von ihm verlangte. Oder etwa doch nicht?

Diese aufgeregte Grundstimmung behält der Autor den gesamten Roman über bei, was den Leser mit fiebern lässt. Nicht zuletzt wegen den guten Bildern, die er vor dem geistigen Auge der Leser erschafft und die nicht immer angenehm sind, obwohl er auf ausschweifende Gewaltdarstellungen verzichtet. Vielmehr geht er hier psychologisch vor und hat damit Erfolg. Das Thema ist brisant, die beiden Protagonisten Sören und Lisa, die im Übrigen ein Paar sind und sich damit noch auseinandersetzen müssen, sehr sympathisch. Man lernt sie schnell kennen und mögen, ihre Handlungen und auch Gefühlsregungen sind plausibel und nachvollziehbar. Leider verwendet der Autor jedoch auch eine Menge Klischees bei der Konstruktion der anderen Protagonisten, doch wenn man das erst einmal geschluckt hat, stört das nicht mehr weiter. Da sind die zum Schluss aufkommenden Längen schon schlimmer, doch auch die bekommt man herum.

 

Letztendlich bleibt ein spannender und nervenaufreibender Krimi der Extraklasse, der mit einer düsteren Grundstimmung und vielen offenen Fragen arbeitet und den man nur sehr ungern aus der Hand legt. Er ist durchaus gerade für verregnete Tage zu empfehlen.

 

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Spiel der Teufel

Autor: Andreas Franz

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten

Verlag: Knaur; Auflage: 1 (April 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 342666299X

ISBN-13: 978-3426662991

Erhältlich bei: Amazon

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zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 12:18 | Users Online
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