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Spinnengift von Eric Griffin

Reihe: Clansroman-Trilogie: Tremere Bd.1

RPG: Vampire: Die Maskerade

Rezension von Ice

 

Wer kennt nicht den Big Apple. Quirlige Menschenmengen auf den Straßen, kilometerweite Staus und natürlich eines der Wahrzeichen New Yorks: das Empire State Building.

Doch nachts ist alles anders. In Wirklichkeit haben die Untoten die Kontrolle über Neu Amsterdam. Jahrelang herrschte der Sabbat, eine Vereinigung Untoter über New York, unterjocht die, die ihm nicht angehören und ist sich seiner Macht so sicher. Der einzige Widerstand ist das Gildehaus der fünf Bezirke. Das Gildehaus, seine Anhänger Vampire, stellt sich gegen den Sabbat und tatsächlich, die Camarilla, eine Kampftruppe Untoter, besiegt den Sabbat. Doch nun herrscht ein Machtvakuum in New York. Tausende Flüchtlinge strömen in die Stadt. Immigranten, Glücksritter, Prospektoren, Ausgestoßene, Abenteurer, Anarchen, Pioniere und Gesetzlose wollen sich ein Stück aus dem Big Apple herausschneiden, verfolgen einen Plan, oder zumindest einen Traum. Und in diesem Tumult spielt die eigentliche Geschichte. Der Sabbat und die Tremere sind nicht die einzigen Vereinigungen Untoter. Der dritte im Bunde ist das Konventikel. Bei einer Versammlung des Konventikels wird eine Mission gegen den Sabbat ausgemacht und Felton, ein Untoter, der seine besten Zeiten während des Kriegs gegen den Sabbat hatte, macht sich auf den Weg diese Mission auszuführen. Doch eigentlich war sie für jemand anderes gedacht.

Antigone Baines ist eine Novizin aus dem Gildehaus, eigentlich nennt man sie nur „Novicia“, eine Bezeichnung, die ihren Rang in der Hierarchie der Tremere- Pyramide, der Vereinigung, zu der das Gildehaus der fünf Bezirke gehört, anzeigt. Doch wenn ihre Mitstreiter über sie tuscheln nennen sie sie „Schakalin“, denn ihre Aufgabe ist der Wachdienst. Wie der schakalköpfige Gott Anubis der Wächter der Toten ist, ist Antigone Wächterin über die Untoten. Ihre Aufgabe wird um einiges erschwert, als eine Novizin und ein Botschafter verschwinden und dann vernichtet wieder aufgefunden werden, die Regentin des Gildehauses, in Starre verfallen, bei ihren vernichteten Körpern gefunden wird, eine Alptraum, der alle Vampire jedes Glidehauses heimsucht plötzlich nicht wiederkehrt und der untote Prinz New Yorks, Calebros, bei einem Bombenattentat auf das Empire State Building, dass eigentlich seinem Untergebenen, Emmet, gegolten hat, schwer verletzt wird. Antigone, seit über 70 Jahren Mitglied der Tremere, ist der Blutmagie, die all ihre Mitstreiter anwenden können, nicht fähig. Doch sie weiß um die Magie und die Macht der Namen und ist in der Lage auf dem Witwensteg, dem trügerischen Abgrund zwischen Leben und Tod zu wandern. Sie ist der einzige Ausweg, den Felton noch hat, den obwohl es seine Mission war Emmet zu töten, war nicht er es, der das Attentat beging. Mit Hilfe der Novizin will er den eigentlichen Täter finden und ihn stellen, nur so kann er seine Unschuld beweisen und damit sein Unleben retten. Denn niemand verletzt den Prinzen New Yorks und kommt mit dem Unleben davon.

Mittlerweile hat auch Wien, das Haupthaus der Tremere von den Vorgängen in Neu Amsterdam Wind bekommen. Sie schicken Astoren, Inquisitoren, um die Vorgänge und vor allem die Regentin des Gildehauses, die Gerüchten zu folge die Novizin und den Botschafter gefressen haben soll- das einzige was selbst unter Untoten bestraft wird- zu überprüfen. Doch die Astoren sind dafür bekannt keinen langen Prozess zu machen- Liquidierung ist ihr einzig bekanntes Mittel.

 

 

Spinnengift ist der Auftakt der Clansroman- Trilogie: Tremere 1. Eric Griffin entführt den Leser durch Detailbeschreibungen ins finstere New York, in dem Vampire und andere Untote ihr Unwesen treiben. Sein großes Erzähltalent schafft es den Leser trotz der komplizierten Schreibweise in seinen Bann zu ziehen und ihn gefangen zu halten. Außerdem sind die einzelnen Kapitel, insgesamt 26, schön kurz und knackig gehalten, so dass man kurze Pausen zum Luft holen hat, bevor man sich wieder in die dunklen Gassen New Yorks stürzt. Sein atmosphärisches Schreiben wandert ganz genau im Grenzbereich zwischen Leben und Unleben, Alptraum und Wirklichkeit. Außerdem ist der Roman sehr anspruchsvoll und man fühlt sich in die Wirklichkeit versetzt, bei so viel Ideenreichtum und Nähe zum Geschehen.

Doch bei allem Lob hat auch dieses Buch einige Einschränkungen. Für Einsteiger, die noch nicht viel Erfahrung mit Fantasy- oder Horrorliteratur gemacht haben ist Spinnengift nicht empfehlenswert. Durch die Bandbreite an verschiedenen Geschöpfen, den fremdartigen Namen dieser Geschöpfe und die Verwicklung der einzelnen Personen, durch Rituale oder sonstiges, verwirrt den unerfahrenen Leser, der sich erst an die Art und Weise eines Fantasy- bzw. Horrorromans gewöhnen muss. Außerdem ist der Roman meiner Meinung nach zu brutal, bzw. in den Szenen die von Untoten handeln, denen beispielsweise nur die Hälfte ihres Kopfes zur Verfügung steht zu detailliert beschrieben, als das ein Leser unter sechzehn Jahren sich daran wagen dürfte. Die Bilder, die durch Griffins fantastischen Schreibstil hervorgerufen werden, sind einfach zu real und zu detailliert, als dass ein jüngerer Leser mit ihnen fertig werden würde.

Des weiteren gehört Spinnengift zu einer Trilogie, deshalb werden in diesem ersten Band Fragen aufgeworfen, die nicht beantwortet werden. Allgemein ist der Roman in sich nicht einmal ansatzweise abgeschlossen. Er ist wie der erste Teil eines gedrittelten Bildes.

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Titel: Spinnengift

Reihe: Clansroman-Trilogie: Tremere Band 1

RPG: Vampire: Die Maskerade

Feder & Schwert 2003

Taschenbuch

ISBN: 3935282737

Erhältlich bei: Amazon

 

Zur Serie:

Vampire

weitere Infos:


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Erstellt: 14.10.2005, zuletzt aktualisiert: 30.11.2018 12:42