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Splinter Cell: Double Agent (Nintendo Wii)

Rezension von Björn Backes

 

Zum damaligen Release von „Splinter Cell: Double Agent“ wurde Wii-Besitzern eine Gewissheit mehr oder weniger schmerzlich offenbar: Die Hardware hinkt technisch eigentlich viel weiter hinter der nächsten Generation zurück, als man sich dies zunächst eingestehen mag, was sich in Sam Fishers letzter Mission insofern auswirkt, dass man im direkten vergleich mit der NextGen-Variante des Titels sowohl auf Inhalte als auch wichtige Anteile der Spielmechanik verzichten muss. Grundsätzlich hätte dies auch bedeuten müssen, dass Tom Clancy’s einstiger Videospiel-Ableger sich auf Nintendos Konsole nicht sonderlich gut spielt. Doch wie nun der Re-Release ein weiteres Mal beweist, ist „Splinter Cell: Double Agent“ auch in dieser Fassung ein wirklich wertiger Titel. Und in Sachen Action/Shooter nach wie vor eine der Referenzen im gesamten Wii-Business…

 

Inhalt:

Dabei ist „Double Agent“ generell eine Ausnahmeerscheinung in der kompletten, mittlerweile hinlänglich bekannten „Splinter Cell“-Serie. Zum ersten Mal darf sich Hauptakteur Fisher auf einen zweiten Kollegen stützten, der ihm gerade in den gefährlicheren Parts der Missionen unter die Arme greift, Deckung gibt, über wichtige Hindernisse hilft oder einfach nur durch seine Präsenz Sicherheit verleiht.

Die Geschichte ist indes ziemlich tragisch: Sam lässt sich nach dem Tod seiner Tochter und einer vorzeitigen Berufsaufgabe wieder in seinen alten Job zurückversetzen und vorerst in den Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses einschleusen, wo er mit der JBA kokettiert und an ihrer Seite auch die Flucht aus dem Knast vorbereitet und durchführt. Von nun an ist Fisher auf beiden Seiten tätig und führt als Agent ein Doppelleben, in dem er die Interessen der angestammten NSA und nun auch der JBA vertritt – und dementsprechend unterschiedlich gestalten sich auch seine Missionen und Aufträge, die mal mehr, mal weniger radikale Ziele verfolgen.

Das Gameplay selber konzentriert sich in erster Linie auf einen satten Mix aus waffenreicher Action und Strategie, wobei Letztere eigentlich ständig gefragt ist, denn „Splinter Cell“ ist bekanntlich kein reiner Shooter. In diesem Sinne muss der Protagonist vor allem die Dunkelheit mit all ihren Tücken beherrschen und lernen, alle sich hier bietenden Konflikte zu vermeiden. Anschleichen, vorbeischummeln, unbemerkt eindringen, ohne großen Aufruhr Informationen sammeln und nur im äußersten Notfall Gebrauch von der Waffe machen. Fishers Aktivitäten nehmen eine Menge von der klassischen 007-Finesse ein, ohne jedoch in ihrer Präsentation künstlich aufgebauscht zu werden. Dazu gehört schließlich auch, dass man die Umgebung stets genau erkundet, da sich immer wieder einzelne Hinterhalte oder auch neue Wege öffnen, die man sich schließlich zunutze machen kann, um sicher ans Ziel zu kommen. Um all dies zu gewährleisten, wurde Sam erneut mit einer ganzen Menge High-Tech-Spielzeug ausgestattet. Spezialkameras, Nachtsichtgeräte sowie ein Hilfsmittel, um alle feindliche Suchsensoren auszuschalten sind Standards, verschiedene Waffen, die man im Laufe des Spiels weiter aufstockt der Bonus, den der Agent in seinen Missionen benötigt. Allerdings macht Fisher erstaunlich selten von der Schusswaffe Gebrauch, womit wieder der taktische Anteil des Spiels genannt sei: Wer blind ballern möchte, kann dies in allen erdenklichen WWII-Shootern gerne machen; in „Splinter Cell“ bzw. „Double Agent“ wird er hier aber nichts weiter tun, als unnötigen Aufruhr zu riskieren und sein eigenes Grab schaufeln – und genau dieser Aspekt macht das Spiel, und jenes wohlgemerkt auch in der abgespeckten Version, zu einer durchweg interessanten Sache.

 

 

Technik/Grafik:

Die besagten Einschränkungen im technischen Bereich machen sich in der Wii-Fassung von „Double Agent“ bedeutend weniger deutlich, als man zunächst befürchten musste. Zwar sind die Aufbauten der Missionen in ihrer Vielschichtigkeit und Detailfülle ein Stückchen abgespeckt, doch letzten Endes handelt es sich hierbei um keine entscheidenden Nuancen, die einen wesentlichen Einfluss auf das Feeling im Game haben. Problemreich ist anfangs eigentlich nur die Steuerung, da sie alle Buttons effizient mit einbezieht, aber nicht immer vor Hektik sicher ist. Gerade das Scrollen durchs Inventar kann in den engen Situationen schon mal zu einer nervenaufreibenden Sache werden, von der Double-Team-Action ganz zu schweigen. Das Handling ist definitiv gewöhnungsbedürftig, kann aber schließlich gelernt und in dieser Form auch akzeptiert werden.

Bleiben noch Grafik und Sound, die – der hardware entsprechend – zwar hinterherhinken, an sich aber gar keine so schlechte Figur abgeben. Gerade auf der Wii hat man schon bedeutend schwächere Action-Games anschauen müssen, weshalb man „Double Agent“ in dieser Hinsicht nichts ankreiden darf. Gut so!

 

 

Spielspaß:

Es sei immer mal wieder darauf hingewiesen, dass die hier rezensierte Fasung eine abgespeckte ist, die jedoch nicht komplett auf der Magerstufe ausgetragen wird. Den Voraussetzungen entsprechend ist „Splinter Cell“ auf der Wii nämlich eine rundum ordentliche Sache, die nach der Eingewöhnungszeit beim Handling nicht nur eine Menge Spaß bringt, sondern dank der abwechslungsreichen Aufgaben und Kampagnen auch für eine dauerhafte Langzeitmotivation sorgt. Hinzu kommt der total ausgewogene Mix aus flotter Action und strategischer Finesse, der in allen Missionen durchschimmert und jeder drohenden Monotonie und Ballerei vorbeugt. Auf den Punkt gebracht bietet „Splinter Cell: Double Agent“ gerade im Hinblick auf die Möglichkeiten der Hardware daher auch genau das, was man von einem Wii-Action-Game erwarten darf. Natürlich sind einzelne Inhalte noch ausbaufähig; doch für den Anfang ist das Resultat schon mal mehr als annehmbar!

 

 

Fazit:

Auch knapp drei Jahre nach Original-Release gehört „Splinter Cell.Double Agent“ im Action-Genre noch immer zu den Referenzen auf der Wii und kann sich trotz offenkundiger Nachteile gegenüber den NextGen-Episoden als abwechslungsreiches, mechanisch sehr gut ausstaffiertes Game behaupten. Gerade weil in diesem Bereich nach wie vor nicht viel Auswahl besteht, sollten passionierte Action-Gamer die Chance ergreifen und die kostengünstige Neuveröffentlichung jetzt abgreifen.

 

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Eure Meinung:


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Wii-Spiel:

Splinter Cell: Double Agent

System: Nintendo Wii

Entwickler: Ubisoft

Publisher: ak tronic / Software Pyramide

USK-Einstufung: Freigegeben ab 16 Jahren gem. 14. JuSchG

ASIN: B00264U1UW

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 17.07.2009, zuletzt aktualisiert: 07.02.2015 11:28