Judith Mohr ist von Fantasy begeistert , seit Der Herr der Ringe ihr Interesse an phantastischen Welten weckte. Und so ist auch ihr Roman Stadt der Magier und Diebe voller Magie und Abenteuer, dunklen Intrigen und Gefahren.
Der Dieb Cor sieht sich schon am Ende, als sich sein Schicksal wendet. Der angesehene Jonathan Fossell, seines Zeichens Magier kauft ihn als Sklaven, doch in seinem Haus erlebt der Junge nie gekannte Freundlichkeit und Vertrauen. Sein Meister ermittelt derweil, was es mit den zunehmenden Diebstählen, Morden und auch Bombenattentaten auf sich hat.
Obwohl Cor zunächst unsicher ist, ob er sein Wissen über die Gilde preisgeben darf, so merkt er doch recht schnell, dass seine Fähigkeiten und seine Kenntnisse schon bald wichtiger denn je werden, um auch seine alten Freunde unter den Dieben zu beschützen. Vor allem Ro.
Das ganze ist in eine spannende Entwicklungsgeschichte gepackt, die sich auch schon an Leser um die zwölf Jahre richtet. Die Abenteuer sind jugendgerecht aufgearbeitet, Gewalt und Grausamkeiten, werden zwar thematisiert, aber nicht sonderlich ausgeführt.
Statt dessen darf man sich in eine abwechslungsreiche Handlung stürzen, die sich nicht nur mit dem Jungen beschäftigt, der nach und nach aufblüht und ungeahnte Fähigkeiten in sich entdeckt, sondern auch eine an Wendungen reiche Ermittlergeschichte bietet, von düsteren Geheimnisse und Intrigen, die sich langsam aber stetig vor den Figuren entfaltet und die Spannung tatsächlich die ganze Zeit aufrecht erhält.
Was den Hintergrund betrifft, macht es sich die Autorin etwas einfach, denn die bettet das ganze in eine Welt ein, die mit vertrauten Elementen wie Weihnachten, lateinische Sprache und dem christlichen Glauben arbeitet. Das ganze lehnt sich ein wenig an neuzeitliche Stadtgesellschaften an, ohne bei der direkten Kultur konkret zu werden.
Aber das stört nicht sonderlich, muss sie so doch nicht viel erklären und hat mehr Zeit, sich mit dem Abenteuer an sich und der Magie im Besonderen zu beschäftigen.
Zudem ist der Band in sich geschlossen und lässt erst einmal keine Fragen offen, obwohl die Autorin sicherlich auch noch Cors Geschichte weiter erzählen könnte, wenn sie wollte.
Heraus kommt jedenfalls ein kurzweiliges Abenteuer, das auch für erfahrene Leser unterhaltsam sein kann, wenn sie nicht all zu viel Weltenbau und Tiefe erwarten. Der Stil ist flott, das Buch hat keine Längen und die positive Stimmung überwiegt, auch wenn es gelegentlich düster wird.
Die Figuren sind durchweg sympathisch und entwickeln sich während des Romans auch auf interessante Art weiter, so dass man gerne Anteil an ihrem Schicksal hat.