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Star Wars - Empire at War (PC)

Rezension von Thomas Götz

 

Das mittlerweile knapp 4 Jahre alte Empire at War erscheint nun im kostengünstigen Bundle mit dem Missionpack "Forces of Corruption".

Bevor wir uns dem Spiel selber widmen, zunächst ein paar Worte zur Story.

 

Story:

Die Story des Urspiels spielt noch vor Episode 4 und stellt erneut die Jagd nach den Todessternplänen dar - bzw. im Grunde das Aufbauen der Rebellion und rausfinden, was das Imperium denn so Böses tut. Die Story selbst erstreckt sich dabei über mehrere Jahre (für den Spieler unbemerkt) und gipfelt in der Schlacht von Yavin (Episode 4).

Storymäßig kann man natürlich zwei Seiten wählen: Rebellion und Imperium, wobei zumindest das imperiale ENDE der Story nicht canonisch ist (hier gewinnt man die Schlacht um Yavin natürlich, zerstört den Planeten und zerschlägt die Rebellion).

 

Die Story selbst besticht durch viele schöne Details - so tauchen, zur Freude des geneigten Fans - viele Orte und Personen auf, die man kennt, auch aus EU-Quellen. Alles in allem ist die Story vielleicht nicht wirklich neu, aber es macht durchaus Spass, ihr zu folgen.

 

Die Story des Missionpacks setzt hingegen nach Episode 6 ein. Jabba und der Imperator sind tot und man selbst ist ein Verbrecherlord, der aus den Überresten dieser mächtigen Leute seinen Reichtum wieder zusammenstehlen muss. Keine Rebellion und kein Imperium mehr - und scheinbar haben die Entwickler gelernt, denn im Gegensatz zur doch recht vorhersehbaren Story des Urspiels, weist die des Missionpacks die ein oder andere Überraschung auf und endet auch mit einem leichten Cliffhanger (auch wenn die "Vernichtung des Millennium Falcon" in der letzten Mission ebenso uncanonisch ist).

 

Grafik:

Die Grafik des Spiels entspricht dem heutigen Standard, oder besser, dem von vor 4 Jahren. Die Umgebungen sind schön gerendert und auch die Raumschiffe lassen an Detailreichtum wenig Wünsche offen.

Bei den Planetenmissionen etwa gibt es schöne Details und man kann überaus weit hineinzoomen. Ebenso natürlich bei den Raumschlachten, die auch einen Großteil des Spieles ausmachen und die mit einer schönen Brillanz umgesetzt worden sind. Fans werden sich sofort heimisch fühlen und ihren Heidenspass daran haben.

 

Dennoch gibt es auch Mankos an der Grafik, denn so sind z.B. die Figuren nicht so schön animiert, wie man es gern gesehen hätte. Die Finger der Figuren beispielsweise bewegen sich immer unisono mit der Hand/Faust, will heissen, die Finger kleben aneinander (vor allem in den durch die Engine ermöglichten Zwischensequenzen sichtbar). Vielleicht nur unwesentliche Details, aber zu der Zeit, als das Spiel erschien, gab es bereits in "Die Sims 2" animierte Figuren, die die Finger der Hand einzeln bewegen konnten. Auch gibt es, wenn die Figuren sprechen, keinerlei Lippenbewegungen.

 

Sicher, mit der Grafikpracht aktueller Spiele kann Empire at War nicht mehr mithalten (und konnte es auch bei Erscheinen nicht ganz), allerdings entfaltet das Spiel seinen eigenen Flair und bietet überdies den Vorteil, das es auch auf schwächeren Rechnern (2-3 GHz-Bereich) in der 1280er Auflösung flüssig wie Butter läuft (laut Systemanforderung reicht sogar ein 1 GHz Rechner).

 

Gameplay:

Das Spielprinzip klingt ebenso recht einfach, erobere Planeten, bau deine Flotten aus und vernichte den Feind. Dies ist sowohl im freien Spiel (mit einstellbarer Galaxisgröße) so als auch in den Missionen, wobei man in den Missionen gewisse Planeten nicht gleich einnehmen kann sondern sie quasi durch die Missionsziele vorgegeben erhält.

Hat man genug Einheiten gebaut greift man einen Planeten an, und je nachdem ob dort Boden- oder Raumtruppen stationiert sind, kommt es zu einem Boden- oder Raumkampf. Diese kann man sowohl vom Computer ausfechten lassen, als auch selber bestreiten. Schön ist hierbei auch, weitere Einheiten über Verstärkungspunkte einfliegen zu lassen.

 

Im Gegensatz zu den Missionen, in denen besagte Raum- und Bodenkämpfe aber hübsch in die Mission integriert sind und gewisse Ziele auf der Karte zu erfüllen sind, laufen diese Schlachten ansonsten stets nach dem gleichen Muster ab: alles vernichten. Was zunächst noch spannend ist (immerhin gilt es die Einheiten zu bestaunen oder die Karte aufzudecken), wird im späteren Verlauf allerdings schnell langweilig.

 

Zu öde und nach immer gleichem Muster laufen die Kämpfe ab, und dabei ist das Spiel auch noch sehr leicht, wenn man "den Dreh" raus hat. Im Grunde muss man immer nur mehr Einheiten produzieren als der Gegner bzw. den Druck aufrecht erhalten und neue Einheiten sofort nachschieben. So fällt Planet um Planet ohne großen Aufwand, rein zahlenmäßige Überlegenheit entscheidet meist den Kampf, so das man spätestens nach einigen Stunden solche Schlachten automatisch vom Computer ausfechten lässt.

Wie erwähnt bilden hier die Missionen zumindest etwas Abwechslung, da dort mal keine Verstärkung zur Verfügung steht oder auch einfach eine Einheit mal überleben muss. Doch auch hier bleibt das Spielprinzip stets gleich.

 

Leider überträgt sich diese Mechanik auch auf den Multiplayer-Part des Spieles, der ebenso schnell seinen Reiz verliert. Die Langzeitmotivation sucht man also (leider) eher vergebens.

 

Im Missionpack wird zudem, neben den zwei Fraktionen Rebellen und Imperium, noch eine dritte eingeführt, die Schmuggler. Die erobern Planeten nicht einfach sondern können dort Infiltratoren absetzen, die Geld abzweigen und die Produktion des dort befindlichen Gegners stören. Sehen tut dies der Gegner nur, wenn er eine Heldeneinheit, etwa Darth Vader, auf dem Planeten stationiert hat. Diese Einheit kann die "Korruption" dann auch entfernen.

Eigentlich ein nettes Feature ist allerdings auch bei den Schmugglern das Spielprinzip dasselbe geblieben, und statt Korruption zu verbreiten schiebt man einfach wieder eine überlegene Anzahl an Schiffen auf den Planeten und erobert ihn - im Grunde ist die Korruption also völlig überflüssig und bringt lediglich im Multiplayer noch den ein oder anderen Tiefgang, der aber auch nicht zu lange vorhält.

 

Noch kurz zu den erwähnten Heldeneinheiten: diese bringen diverse Boni für die stationierten Planeten (im Raum- und Bodenkampf sind sie effektiv aber eher vernachlässigbar, da wie gesagt die Bonusse zwar schön sind, wer aber die Überlegenheit hat, der gewinnt auch so), wobei der Hauptzweck darin besteht, Spezialgebilde des Feindes zu Fall zu bringen. So kann der Todesstern beispielsweise nur vernichtet werden, wenn man die Heldeneinheit Luke Skywalker auf der X-Wing-Einheit stationiert, die ihn angreift. Oder nur Darth Vader kann Korruption beseitigen usw.. Auch können Heldeneinheiten nicht wirklich sterben, denn wenn sie sterben werden sie einfach mit großer zeitlicher Verzögerung quasi "wiederhergestellt". Im Grunde also nur ein zeitlicher Vorteil, der vor allem in Multiplayergefechten von Vorteil sein dürfte.

 

Im Missionpack hat der Hersteller aber zumindest gemerkt, das die Raum- und Bodenschlachten bzw. eigentlich das ganze Spiel, zu einfach und eintönig ist, und so gibt es ein paar herrliche Missionen und Raumkämpfe, die das Fanherz höher schlagen lassen. In der letzten Mission etwa geht man an Bord der Eclipse und darf selber ein paar Superlaser abfeuern auf herannahende Sternenzerstörer - darunter auch ein Supersternenzerstörer. Das alles ist derart klasse in Szene gesetzt, das man allein schon in dieser Mission versteht, welchen Spass der Imperator mit seinen Superwaffen hat(te). In diesen Momenten hat man wirklich das Gefühl, im Krieg der Sterne zu sein.

 

 

Fazit:

Ein klassisches "Erobern"-Spielprinzip, das mit schmucker Grafik (mit Mankos) daherkommt, dem es an Langzeitmotivation leider fehlt, das aber, vor allem in der Kampagne, für einige Tage extrem gut zu unterhalten weiss - und das noch dazu zum Budgetpreis von nur 10 Euro. Hier kann man bedenkenlos zugreifen.

 

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MEDIUM:

Star Wars - Empire at War

von Software Pyramide

Plattform: Windows 2000 / Vista / XP

USK-Einstufung: USK ab 12 freigegeben

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 08.10.2009, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50