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Stephen Hawking: Geheimnisse des Universums

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Wenn es einen Astrophysiker gibt, der nicht nur in Fachkreisen berühmt ist, sondern auch der breiten Masse bekannt, dann ist das wohl Stephen Hawking, denn er brillierte nicht nur mit seinen revolutionären Thesen zum Thema Kosmologie, er ließ sich auch nicht vom unheilbaren Verfall seines Körpers beirren.

Seit 1963 die seltene und schleichend verlaufende Nervenkrankheit ALS bei ihm diagnostiziert wurde, verliert er immer mehr die Kontrolle über seine Gliedmaßen. Seit 1985 kann er aufgrund eines Luftröhrenschnitts auch nicht mehr sprechen. Das hält ihn aber nicht davon ab, mittels eines Sprachcomputers mit der Außenwelt zu kommunizieren, den er heute mit den Augen steuert und öffentlich aufzutreten, sogar in populären Serien wie „Star Tre: The Next Generation“ und vielen kleineren und größeren Dokumentationen.

Mit seinem Sachbuch „Eine kleine Geschichte der Zeit“ hat er bereits 1988 auch Laien die wichtigsten Themen und Theorien der Astrophysik verständlich gemacht und das war nur der Anfang.

 

Die dreiteilige Discovery-Serie „Stephen Hawking: Geheimnisse des Universums“ bietet einen Einblick in die Gebiete, die den Wissenschaftler Zeit seines Lebens beschäftigen. Umrahmt von seltenem Bildmaterial der NASA und Computeranimationen erzählt er selbst immer wieder von dem, was dahinter steckt und lädt den Zuschauer ein auf eine Reise durch Zeit und Raum. Denn wie er selbst als lebender Beweis deutlich macht: Der Geist ist frei und kann mit seiner Vorstellungskraft überall hin reisen.

In der ersten Episode geht es um das Thema „Außerirdische“. In der Science Fiction gehören sie einfach dazu, aber auch Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Universum nicht nur an einer Stelle Leben entwickelt hat, sondern auch auf anderen Planeten Lebensformen entstanden sind. Um die Grundlagen zu erklären holt er weit aus und beginnt mit dem Anfang des Universums.

Doch wie könnten diese aussehen? Müssen sie wirklich menschenähnlich sein – oder aber haben sie sich ihrer Umgebung angepasst und leben ganz anders als es sich die Menschen normalerweise vorstellen können. Daher sind vielleicht auch die Ideen, die in dieser Folge präsentiert werden weit von der Wirklichkeit entfernt. Aber dazu sind Spekulationen da – auch was den Besuch von Außerirdischen auf der Erde betrifft.

Die zweite Episode widmet sich dem Thema „Zeitreisen“. Sind diese überhaupt möglich, auch wenn der Physiker in mehr als nur drei Dimensionen denkt und die Zeit längst als vierte Variable anerkennt. Welche Voraussetzungen müssen dafür geschaffen sein, und wie funktioniert das eigentlich. Und was ist ein Paradoxon?

Die letzte Episode widmet sich den ganz eigenen „Visionen eines Genies“ und lässt Hawking aus dem vollen schöpfen. Er ermuntert auch den Zuschauer, seinen Geist zu öffnen und den Sprung zu wagen, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Denn nur so kann er eine Ahnung davon bekommen, wie das Universum funktioniert.

 

Man muss kein Physiker sein oder eine höhere Schule besucht zu haben. Tatsächlich erklärt Stephen Hawking sein Wissen für alle verständlich und mit sehr anschaulichen Beispielen, die auch noch sehr phantasievoll in Szene gesetzt werden. Er beweist, dass Physik nicht trocken und langweilig sein muss, sondern dass auch hinter den Formeln und mit Fachchinesisch gespickten Theorien spannende Themen stecken können.

Die Wissensvermittlung funktioniert, auch wenn sie sehr amerikanisch gestaltet ist. Man merkt deutlich, dass die Dokumentation um die Werbepausen herum gestrickt ist, die kurzen Wiederholungen bei jedem „Akt“ machen das deutlich. Auch spielen die Schauwerte eine große Rolle. Die Computeranimationen sind sehr verspielt und detailreich, erinnern ein wenig an die Effekte, die man in diversen Fernsehserien zu sehen bekommt.

Dennoch lernt man etwas dazu. Die Informationen sind geschickt in kleinen Häppchen eingebaut und so verteilt, dass jeder sie in Ruhe nachvollziehen und verinnerlichen kann, ohne in irgend einer Weise überfordert zu werden.

Einfühlsam und humorvoll erzählt Stephen Hawking zum Teil selbst, was hinter den Theorien steckt und gibt den Zuschauern das Gefühl, es nicht mit jemandem zu tun zu haben, der über ihnen steht und stur Wissen vermitteln möchte, sondern auch die dahinter steckende Begeisterung. Tatsächlich springt der Funke über, anders als bei vielen anderen wissenschaftlichen Sendungen über den Kosmos oder andere astrophysikalische Themen.

 

 

Fazit:

 

All das macht „Stephen Hawking: Geheimnisse des Universums“ zu einer interessanten und lebendigen Dokumentation für die ganze Familie. Unterhaltsam, verspielt und mit einem Augenzwinkern führt der Ausnahme-Astrophysiker in Bereiche der Wissenschaft ein, die vielen normalen Menschen fremd sind und schafft es vielleicht sogar den ein oder anderen Jugendlichen und Erwachsenen über die Sendung hinaus zu begeistern.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205174056876e45f4
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DVD:

Stephen Hawking: Geheimnisse des Universums

3-teilige Dokumentation mit Stephen Hawking, USA 2010

Regisseure: Martin Williams und andere

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Englisch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 24. September 2010

Spieldauer: 175 Minuten

 

ASIN: B003VDC0NS

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 23.10.2010, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01