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Strasbourg

Rezension von Christel Scheja

 

Das fünfzehnte Jahrhundert ist nicht nur in Italien eine Zeit des Aufbruchs. Auch in den Städten jenseits der Alpen gewinnen Patrizier in den Städten an Macht. Mächtige Familien versuchen die Macht durch eine gute Platzierung ihrer Mitglieder in den Räten zu stärken und sichern – nicht selten liefern sie sich entsprechende wirtschaftliche und gesellschaftliche Schlachten um das größte Prestige in der Stadt zu erlangen.

 

 

Spielidee:

 

Darum geht es auch in diesem Spiel. In „Strasbourg“ übernehmen die Spieler jeweils eine der Familien, die durch eine bestimmte Farbe und ein besonderes Wappen hervorgehoben worden und treten im Wettstreit gegeneinander an.

Dabei interagiert man nicht direkt mit den anderen, sondern muss sich durch geschicktes Plazieren seiner Häuser in der Stadt, Prestigepunkte sichern. Allerdings kann man, wenn man Pech hat, auch den anderen dadurch in die Hände spielen, wie in der Wirklichkeit auch. Denn unter Umständen kann man auch schwere Fehler begehen, die erst in späteren Runden sichtbar werden.

 

 

Ausstattung:

 

Die Ausstattung ist ungewöhnlich üppig und sorgt auch dafür, dass man immer mal wieder nachzählen sollte, ob noch alle Steine und Karten vorhanden sind, da es doch sehr viele sind und einige davon leicht verloren gehen können.

Die Spielsteine sind aus lackiertem Holz, die Karten aus stabilem und mit Folie überzogenen Karton, ebenso wie die Marker für Waren und anderes. Dem Ganzen ist auch noch eine Spielregel in deutschere und englischer Sprache beigefügt.

Auch hat der Verlag zusätzliche Tütchen nicht vergessen, in denen man später Steine und/oder Marker verstauen kann.

 

 

Spielregel

 

Die Spielregel ist anschaulich und übersichtlich aufgebaut, viele Züge werden durch Beispiele erklärt. Das stellt sich gerade am Anfang als vorteilhaft heraus, da das Spiel komplizierter aussieht, als es eigentlich ist. Auch später muss man nicht lange suchen, um noch das ein oder andere nachschlagen zu können.

Gut ist auch die Übersicht über die Aufgaben-Karten, auch wenn es hier günstiger gewesen wäre, sie auf stabilen Karton zu drucken, da sie, doch länger gebraucht werden

 

 

Spielablauf

 

Für das erste Spiel sollte man sich sehr viel Zeit nehmen, denn es braucht doch eine Weile, um alle Figuren an die Spieler zu verteilen und die Startaufstellung vorzubereiten. Bevor es richtig los geht, muss jeder Spieler erst einmal fünf Aufgabenkarten ziehen, von denen sie mindestens eine behalten müssen. Wer mehr ausprobieren möchte kann dies tun, da erfüllte Aufgaben doch einiges an zusätzlichem Prestige bringen.

Ein Spiel besteht aus fünf Runden. Jede beginnt damit, dass alle Spieler eine frei gewählte Menge an eigenen Einflusskarten ziehen muss, die am Anfang ausgespielt werden müssen. Wer dabei die höchste Punktzahl hat ist der Startspieler und darf anfangen. Er hat die Möglichkeit, Adel und Klerus zu beeinflussen und darf den Meister einer Zunft stellen, kann Waren kaufen und Bauwerke errichten. Am Ende werden die Waren wieder abgegeben, um neue Münzen zu erlangen, da die Aufstellung eines Meisters auch Geld kostet. Die anderen Spieler folgen nachrangig, haben dann aber weniger Möglichkeiten als ihr Vorgänger. Es ist auch möglich, zu passen.

Am Abschluss der Runde erhält man in der Ratsphase zusätzliche Privilegien, die in der Aktionsphase eingesetzt werden können.

Nach Ablauf der fünften Runde ist das Spiel zuende und die Punkte werden zusammengerechnet. Dabei kommt es darauf an, wie gut die Spieler ihre Familienfiguren im Rat und auf den Stadtfeldern verteilt und entsprechende Punkte durch Bauwerke etc. dazu gewonnen haben. Aufgaben können erst jetzt ausgespielt werden, bei Erfüllung gibt es zusätzliche Prestigepunkte. Gewonnen hat der Spieler mit dem höchsten Prestige.

 

 

Spielspaß

 

Was am Anfang so kompliziert aussieht, erweist sich später als einfacher als gedacht, denn letztendlich ist „Strasbourg“ ein Spiel, bei dem es darum geht, seine Mitspieler durch kluges Taktieren auszubooten.

Es gehört dazu, Möglichkeiten voraus zu planen und die anderen halbwegs einschätzen zu können. So ist es manchmal auch günstiger zu passen als Familienmitglieder zu postieren, um den anderen nicht zu früh zu verraten, was man tatsächlich vorhat. Oder im geeigneten Moment seine Trümpfe auszuspielen.

Es gehört also dazu, ein bisschen voraus zu denken, die anderen im Auge zu behalten und auch seine Karten zu Beginn jeder Runde klug auszuspielen.

Daher ist das Spiel nicht unbedingt für jüngere geeignet, die schnell die Konzentration und Übersicht verlieren. Der Ablauf ist letztendlich sehr einfach und überschaubar – doch es gehört schon etwas mehr an Wissen und Erfahrung dazu, um die Winkelzüge der anderen zu durchschauen. Glück und Zufall spielen so gut wie gar nicht eine Rolle.

Alles in allem braucht es aber mindestens ein oder zwei Spiele, bis man wirklich weiß, auf was es eigentlich ankommt und dann mit uneingeschränktem Spielspaß rechnen kann. Gerade bei den ersten Runden kann etwas Frust aufkommen. Alles in allem sollten die Spieler auch auf einem ähnlichen Niveau sein, um sich die entsprechenden Strategieduelle liefern zu können. Das merkt man schon daran, dass es auf der Nominierungsliste für das „Kennerspiel“ des Jahres 2011 gelandet ist und damit nicht für Einsteiger geeignet ist.

 

 

Fazit

 

„Strasbourg“ ist ein Brettspiel, bei dem man sich nicht auf das Glück verlassen kann, sondern letztendlich mehr darauf setzen muss, dass man ein paar Züge vorausdenken und auch schon einmal bluffen kann. Daher eignet sich das Spiel vermutlich am ehesten für fortgeschrittenere Spieler, die die Regeln schnell begreifen und den Runden ihren eigenen Stempel aufdrücken können.

 

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Strasbourg

Autor: Stefan Feld

Grafik: Alexander Jung

Verlag: Pegasus Spiele, Friedberg

Material: Karton/Papier & Holz

Spielerzahl: 3-5

Spielmotivation: Strategie

Sprache Spielanleitung: DE

Altersempfehlung: 12 - 99 Jahre

Spieldauer: mindestens 90 Minuten

Modellnummer: 51390G

ASIN: B004LWF0I0

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 1 Spielplan
  • 5 Sichtschirme
  • 82 Holzfiguren
  • 150 Spielkarten
  • 5 Rundentafeln
  • 30 Waren
  • 40 Münzen
  • 10 Privilegien
  • 5 Bauwerke
  • 1 Übersichtsblatt
  • je 1 Anleitung in Deutsch & Englisch

 


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Erstellt: 28.12.2011, zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40