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Street Hawk – die komplette Serie

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Die 1980er Jahre war die große Zeit der Actionserien, in denen vor allem schnelle und PS-starke Maschinen zählten. Einige davon sind zum Kult geworden, der auch heute noch im Fernsehen läuft oder bei einer bestimmten Generation unvergessen ist, andere wieder verschwanden recht schnell in der Versenkung.

Zu ihnen gehört „Street Hawk“. Die nur 13 Folgen umfassende Serie wurde 1985 erstmals in den USA ausgestrahlt und kam bereits 1986 nach Deutschland, wo RTL die Serie zeigte und mehrfach wiederholte. Anstatt eines Autos standen ein hochtechnisiertes Motorrad und sein Fahrer im Mittelpunkt.

 

Jesse Mach ist ein junger und aufstrebender Police Officer mit hohen Idealen, der nur eine Schwäche hat: Motocross und Motorradrennen. So handelt er sich immer wieder Verweise ein, weil er auch die Dienstzeit nutzt, um an Rennen teilzunehmen.

In dieser Zeit versucht man ihn auch für ein geheimes Projekt der Regierung anzuwerben, doch Jesse lehnt ab, weil er seine Freiheit behalten will und seine Arbeit auf der Straße als Streifenpolizist liebt.

Dann jedoch wird alles anders. Er muss miterleben, wie sein Freund und Partner ums Leben kommt und wird selbst schwer verletzt. Da sein Knie bei dem Unfall zertrümmert wurde, bleibt nur noch der Innendienst bei der Werbeabteilung für ihn.

Da er keine andere Wahl hat, nimmt Jesse zähneknirschend an. Um so verlockender wird dann das erneute Angebot des FBI-Mannes Norman Tuttle, der schon einmal auf ihn zugekommen ist: Er soll „Street Hawk“ testen, ein Motorrad, das bis zu 500 km pro Stunde fahren kann und auch noch weitere Gimmicks hat.

Jesse nimmt an, behält aber auf Bitten des FBI auch seinen Job. Von nun an führt er ein Doppelleben – tagsüber im Büro der Polizei von Los Angeles, außerhalb seiner Dienstzeit als Fahrer von Street Hawk. Da er den Tod seines Partners aufklären möchte, beginnt er bald auch schon Verbrecher zu jagen und zu stellen und wird so zu einer urbanen Legende und einem Ärgernis für die Polizei.

In der Folge versuchen ihn natürlich immer wieder Gangsterbosse zu erledigen und auch die Polizei ist hinter ihm her, aber Jesse gelingt es weiter sein Geheimnis zu wahren, auch wenn er dafür manchmal einen hohen Preis zahlen muss – wie den Verlust eines alten Freundes aus Motocross-Zeiten. Dann wieder lässt seine Intuition ihn nicht im Stich, als sich ein Detective aus New York als Lügner erweist und die scheinbar harmlose Überführung eines Verbrechers der Anfang einer Verschwörung wird. Immer wieder setzt er sich auch in der Folge für Recht und Gesetz ein, auch wenn er sich dabei manchmal auch deutlich in einer Grauzone bewegt.

 

Wie in dieser Zeit bei den Actionserien üblich, sind die Geschichten eher Nebensache und dienen nur dazu, die Actionsequenzen zu ummanteln, seien es rasante Verfolgungsjagden über Stock und Stein, die von Motorrad und Fahrer alles abfordern, Sprünge über Autos und andere Hindernisse, durch Fenster, aus dem ersten Stock eines Hauses und so fort.

Das ganze erinnert oftmals an einen Motocross-Parcour, bei dem sich durch die Kameras auch die Zuschauer dem Geschwindigkeitsrausch hingeben können. Natürlich sind Blechschäden und Explosionen dabei vorprogrammiert, denn oft genug wird auch scharf geschossen und damit das Blech zersiebt.

Die Handlung bleibt damit sehr übersichtlich – oft ist schon von Anfang an klar, wer hier gut und wer böse ist. Aber die Action überdeckt die Schwächen in der gelegentlich sehr naiven Geschichte, die dem ganzen zugrunde liegt.

Die Figuren selbst bleiben eher blass und sind ebenfalls sehr einfach gestrickt. Man erfährt noch am meisten über Jesse Mack und kann sich über seine Wortduelle mit dem älteren und besonneneren Norman Tuttle amüsieren, der nicht so ganz versteht, warum der junge Polizist immer wieder nur Höchstleistungen aus der Maschine prügeln will und nicht auf ihren Zustand achtet. Er ist Mahner und Gewissen zugleich, übernimmt die Rolle des Kommentators, die etwa „K.I.D.D.“ in „Knight Rider“ hat, auch wenn die Wortwechseln nicht willentlich auf lustig getrimmt wurden.

Seine Kollegen bei der Polizei sind eher Stichwortgeber, seien es nun Rachel Adams, die hübsche Mitarbeiterin bei der Pressestelle der Polizei, oder Machs direkter Vorgesetzter Captain Leo Altobelli, der zwar ein wenig cholerisch ist, aber letztendlich doch das Herz auf dem rechten Fleck hat.

Bemerkenswert sind einige der Gastdarsteller, so tritt etwa in der zweiten Folge „Der beste Freund“ der gerade erst 24 Jahre alte George Clooney auf, später gibt es auch noch Christopfer Lloyd und Bianca Jagger zu sehen. Auch der ein oder andere bekannte Film- und Serien-Nebendarsteller macht eine Stippvisite in der Serie wie etwa Charles Napier.

Polyband bietet die Serie auf vier DVD’s an. Bild und Ton wurden nicht sonderlich bearbeitet, so dass man um so deutlicher merkt, wie alt die Serie schon ist, da die Farben blass wirken und der Ton nur Mono und sehr leise ist. Auch fallen so die Nachbearbeitungen unangenehmer auf, wenn Musikstücke entfernt wurden, für die die Genehmigungen fehlten. Die Musik zur Serie stammt übrigens von der deutschen Gruppe „Tangerine Dream“, die den Folgen durch die elektronischen Klänge einen futuristischen Flair geben.

Extras gibt es auf den DVDs keine, nicht einmal den erweiterten Pilotfilm, der in Deutschland nie ausgestrahlt wurde.

 

 

Fazit:

 

„Street Hawk“ ist eine Serie, die alle Fans von Actionserien der 1980er Jahre gefallen dürfte, vor allem denen von „Knight Rider“. Es gibt Motocross-Stunts und Verfolgungsjagden satt, ebenso wie den charmant-naiven Retro-Charme der Geschichten um einen idealistischen jungen Gutmenschen, der zwar durch einen Unfalls ausgebremst wurden, nun aber die Chance bekommt auf seine ganz eigene Art Verbrecher zu überführen.

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DVD:

Street Hawk – die komplette Serie

Regisseur(e): Virgil W. Vogel

Komponist: Tangerine Dream

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1

Anzahl Disks: 4

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 30. September 2011

Produktionsjahr: 1985

Spieldauer: 690 Minuten

ASIN: B0055VTI20

 

Erhältlich bei: Amazon

 

 

Darsteller:

Rex Smith

Joe Regalbuto

Jeannie Wilson

Richard Venture


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Erstellt: 19.10.2011, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56