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Sucht die Donnereiche! von Garry Kilworth

Reihe: Gewiefte Wiesel Bd.1

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Einst mußten die Menschen die Insel Welkin urplötzlich verlassen, und Hermeline gelangten an die Macht. Nur eine Gruppe gesetzloser Wiesel um den gewieften Sylber lehnt sich gegen sie auf. Verfolgt von dem skrupellosen Sheriff Trugkopp, machen die Wiesel sich auf, die sagenhafte Donnereiche zu finden. Denn dort soll das Geheimnis verborgen liegen, weshalb die Menschen verschwanden - un der Schlüssel zur Rettung ihrer Welt.

 

Inhalt:

Sylber ist ein gesetzloses Wiesel, das sich für den Erhalt seiner Heimat Welkin einsetzt. Gemeinsam mit seiner Gruppe macht er sich auf, um einen Hinweis auf die Menschen zu finden, die dieses Land einst urbar machten und dann verschwanden. Denn Sylber weiß, kommen die Menschen nicht zurück, wird Welkin im Meer versinken, da die Dämme die Fluten kaum noch halten können. Doch Prinz Punktum sieht seine Macht gefährdet und sendet den Wieseln seinen Handlanger, den Sheriff Trugkopp nach, sowie einen räuberischen Fuchs namens Magellan.

 

Sylber steht vor dem Abenteuer seines Lebens. Entweder, er gewinnt den Kampf gegen seine Feinde und findet einen Hinweis auf den Verbleib der Menschen, oder er verliert sein Leben - und Welkin damit seine Zukunft ...

 

Rezension:

Tierfantasy ist selten, viel zu selten. Gut, es gibt Mischformen verschiedener Genres, wie die Felidae-Romane, aber reine Fiktion wie in diesem Fall ist selten.

 

Was machte Tierfantasy aus? Ähnlich wie in Fabeln übernehmen die Tiere oftmals darin die Rolle der Menschen, dabei bewegen sie sich oft auf den eingefahrenen Gleisen, die wir alle auch aus den früheren Fabeln kennen. So ist ein Fuchs üblicherweise ein Ränkeschmied, eine Katze schlau, eine Elster diebisch, usw. Am Ende steht dabei meist eine Moral, die lehrsam sein soll und es oftmals auch ist.

 

Nicht so bei Garry Kilworth. Seine „gewieften Wiesel„ sind alles andere als klever, selbst eine Hauptfigur wie Sylber hat am Ende nichts als riesiges Glück gehabt - klar, er wird noch für die anderen Teile der neuen Piper-Serie gebraucht.

 

Nur, daran hapert es gewaltig. Kilworth' Tiere sind zu menschlich geworden für meinen Geschmack, lassen dabei aber oftmals die Intelligenz vermissen. Man könnte sie, einmal abgesehen von einigen Wieselspezifischen Szenen, durchaus mit Menschen austauschen (was Kilworth an einer Stelle auch tut). Dabei scheint der Autor sich nicht einmal einig darüber zu sein, ob seine Wiesel nun Kleider tragen oder nicht. Immer wieder betont er, sie trügen nichts als ihr dichtes Fell, um sie dann, wenn sie durch Gräben oder Tunnel gekrochen sind, ihre „Kleider„ waschen zu lassen. Die Charaktere sind ebenfalls nicht typisch Wiesel, wie bereits erwähnt, sondern typisch fantasylastig - wenn auch etwas schrullig, zugegeben.

 

Von Witz und Humor habe ich in diesem Roman eigentlich recht wenig entdeckt, dabei springe ich im allgemeinen mehr auf den tiefschwarzen Humor Englands an als auf unseren einheimischen. Die „humorigen„ Szenen empfand ich als extrem albern, überdehnt und überzogen - oder schlichtweg unpassend. Oder wie soll ich es verstehen, wenn eine Wieselgruppe in höchster Gefahr ihren Zauberer anweist, endlich mal einen gescheiten Spruch zu tun, und dieser dann (erwartungsgemäß!) scheitert?

 

Über das Wort „gewieft„ muß ich mich, glaube ich, nicht sonderlich auslassen. Gewieft sind Kilworth' Wiesel ganz sicher nicht. Sylber hat mehr als einmal mehr Glück als Verstand, und die Mitglieder seiner Gruppe ... nun ja. Selbst die Gegenspieler um Prinz Punktum sind für mich alles andere als „böse„, sondern nur überzogen und, ehrlich gesagt, strohdumm. Die einzige Ausnahme hier ist Magellan. Doch der taucht so selten auf, bzw. wird dermaßen einseitig geschildert, daß es schwer fällt, ihn anders als als einen Psychopathen zu charakterisieren.

 

Alles in allem ein eher enttäuschendes Buch, wobei die Idee schon der größte positive Punkt ist. Schade drum.

 

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Sucht die Donnereiche!

Autor: Garry Kilworth

Reihe: Gewiefte Wiesel Bd.1

Piper, 08.2005

474 Seiten

ISBN: 3-492-26580-4

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 31.10.2005, zuletzt aktualisiert: 18.01.2019 08:39