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Süss wie Blut und teuflisch gut von Mary Janice Davidson

Reihe: Betsy Taylor Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

IEine erfrischende Abwechslung zwischen den ganzen „Gothic Romance“-Romanen, die inzwischen als Fantasy getarnt, die Buchregale überfluten, sind die Romane von Mary Janice Davidson. Schon der erste Band „Weiblich, Ledig, Untot“ bewies, dass man das ganze Thema auch mit einem Augenzwinkern sehen kann und genüsslich jedes Klischee durch den Kakao ziehen darf, ohne jedoch die Wurzeln ganz zu verleugnen. Mit „Süss wie Blut und teuflisch gut“ geht es nun auf die gleiche Weise weiter.

 

Betsy Taylor ist eher durch einen dummen Zufall zur Vampirin geworden. Oder war es vielleicht doch das Schicksal, dass sie zu einer lebenden Toten gemacht hat? Denn auch wenn sie gerade erst dazu geworden ist, so besitzt sie doch erstaunliche Fähigkeiten und kann sich mehr Dinge erlauben als viele andere Vampire. Ihr ist es gelungen Nostro zu entmachten und vernichten, der seit Urzeiten die Vampire beherrscht hat.

Ihre Freunde, und vor allem der attraktive und ebenso unsterbliche Eric Sinclair sind davon überzeugt, das Betry noch eine Menge vor sich hat - gute wie auch schlechte Dinge.

Doch die junge Frau ist ganz und gar nicht davon überzeugt. Sie will wie auch früher schon auf eigenen Beinen stehen und nicht von anderen abhängig sein. Deshalb beschließt sie kurzerhand, sich einen neuen Job zu suchen und findet ihn ausgerechnet in ihrem Lieblings-Schuhladen „Macy’s“.

Ihr Glück könnte nicht vollkommener sein, denn sie verdient nicht mal schlecht und kann damit auch ihren Teil zur Wohngemeinschaft beisteuern, die sie mit ihrer Freundin Jessica und einem homosexuellen Arzt gegründet hat.

Doch dann machen beunruhigende Nachrichten die Runde. Nicht nur, das eine Horde von bewaffneten Jugendlichen neuerdings Jagd auf Vampire macht und ganz offensichtlich von einem fanatischen Priester angeleitet werden - in ihrem Zimmer spukt auch ein Geisterkind.

Doch Betsy wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht kurz entschlossen alles selbst in die Hände nimmt und ins Reine bringt, denn sie empfindet ihre eigenen Probleme als groß genug.

 

Auch „Süss wie Blut und teuflisch gut“ ist erfrischend anders. Die Autorin macht keinen Hehl daraus, das Betsy Taylor eine typische Blondine ist, für die Schuhe und Shopping das A und O im Leben sind und führt den Leser mit den abstrusen Überlegungen ihrer Heldin zunächst auf eine ganz falsche Spur. Dann wieder überrascht sie, als Betsy plötzlich und unerwartet in Situationen Mut und Köpfchen beweist, bei denen man eigentlich erwartet, dass sie eher versagt.

Noch immer kann sie sich nicht mit ihrem neuen Leben und Status abfinden, was sie vor allem ihren vampirischen Gefährten Eric Sinclair spüren lässt. Der entspricht zwar dem Bild ihrer feuchten Träume, aber das heißt nicht, dass sie sich ihm nun mit Haut und Haaren ergibt, wie es alle zu erwarten scheinen.

So kommt der Leser aus dem Schmunzeln nicht heraus, denn die Gedankengänge von Betsy Taylor sind einfach nur lustig und wissen immer wieder mit schrägen Ideen und Interpretationen der Lage zu überraschen. Immer wieder werden Klischees munter auf den Kopf gestellt und ad Absurdum geführt. Wer es dazu noch ein wenig erotisch und leidenschaftlich mag wird ebenfalls nicht enttäuscht.

 

„Süss wie Blut und teuflisch gut“ liest sich eine Parodie auf sämtliche Handlungsmuster und Archetypen die das Genre der „Gothic Romance“ in den letzten Jahren entwickelt hat. Gerade dass macht die Lektüre auch für nicht Leser zu einem Vergnügen, die sonst eher bei dem Thema schreiend davon laufen möchten.

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Buch:

Süss wie Blut und teuflisch gut

Reihe: Betsy Taylor Bd. 2

Autor: Mary Janice Davidson

broschiert, 256 Seiten

LYX/Egmont Verlagsgesellschaften, Köln, erschienen November 2007

ISBN 978-3-8025-8124-3

Übersetzung aus dem Englischen von Stefanie Zeller

Titelbildgestaltung von Anke Koopmann unter Verwendung eines Motives von shutterstock

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 27.11.2007, zuletzt aktualisiert: 30.11.2018 12:42