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Sugar sweet Sugar

Rezension von Christel Scheja

 

Die Künstlerin sagt im Nachwort zu der titelgebenden Geschichte „Sugar sweet Sugar“ selbst, dass sie in erster Linie den „Sexhunger von siebzehnjährigen Jungen in Szene setzen möchte. Und damit nennt sie genau das, was alle drei Erzählungen dieses Bandes auszeichnet und verbindet.

 

Kohiwa hat ein großes Problem, das sich gerade im Sommer unangenehm bemerkbar macht. Immer wenn er Eis ist, bekommt er nämlich Nasenbluten. Eines Tages entdeckt ihn dabei der extrovertierte und vor allem bei den Mädchen beliebte Katase. Doch anstatt ihm nur ein Tuch zu reichen, küsst er ihn aus heiterem Himmel. Genau diesen Vorfall kann Kohiwa nicht vergessen und er kommt ihm immer wieder in den Sinn – wann immer er den anderen sieht. Doch er ist zu schüchtern, um genauer nachzuhaken und ergeht sich in seinen eigenen Träumen und Sehnsüchten.

Erst als er es nicht mehr aushalten kann und auf Katase zukommt, spricht dieser klare Worte und macht deutlich, dass er eigentlich nur auf Kohiwa wartet, weil er ihn nicht drängen will.

Da der scheue Junge dennoch nicht aus seiner Haut kann, braucht es noch eine ganze Weile, bis er wirklich aus sich heraus kommt und selbst für die Erfüllung seiner Hoffnungen sorgt.

In der zweiten Geschichte umkreisen sich zwei junge Männer. Ihre Eltern haben erst vor kurzem eine stürmische Liebesheirat gefeiert und die Mutter ist in den Sommerferien bei ihrem Mann, um die gemeinsame Zeit zu genießen. So hätten die beiden Jungen eigentlich freie Bahn, aber auch sie wissen nicht genau, ob sie den jeweils anderen mit ihren Gefühlen konfrontieren dürfen. Ähnlich sieht es in der dritten Erzählung aus, in der zwei Jugendfreunde erkennen müssen, dass sie eigentlich inzwischen weit mehr als nur eine Kumpelfreundschaft wollen.

 

Mit der Einleitung ist eigentlich schon alles gesagt – mit „Sugar sweet Sugar“ erhält der Leser eine Sammlung von lupenreinen Boys Love Geschichten, in denen sich die Helden nicht nur zaghaft umkreisen, sondern auch zur Sache kommen. Anders als in anderen Geschichten ist die leidenschaftliche Intimität nicht nur Nebensache, sondern das Ziel, auf das die Siebzehnjährigen zustürmen.

Bemerkenswert dabei ist nur, dass der dominantere Partner diesmal den anderen Jungen nicht mit sanfter Gewalt zum Sex nötigt, sondern fast immer sehr lange wartet und den Schwächeren entscheiden lässt, wann der richtige Zeitpunkt für den Sex gekommen ist. Das ist in japanischen Mangas nämlich nicht selbstverständlich.

In dieser Hinsicht sind die Geschichten zwar erotisch aber auch romantisch und zeigen, dass auch Lust mit Zärtlichkeit und Geduld verbunden sein kann und nicht immer nur in stürmischer Wildheit ausgeübt werden muss.

Zeichnerisch ist die Künstlerin allerdings nur Durchschnitt, da ihre Figuren sehr schablonenhaft aussehen und meist nur durch die Haarfarbe und Kleidung zu unterscheiden sind. Auch ist die Zahl ihrer Gesichtsausdrücke beschränkt.

 

Aus diesem Grund dürfte „Sugar sweet Sugar“ nur die Leserinnen ansprechen, die in erster Linie die romantisch-leidenschaftlichen Geschichten schätzen und den Bildern, so lange die Figuren halbwegs hübsch aussehen – nicht so viel Bedeutung zumessen.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Sugar sweet Sugar

(Oneshot)

Autorin und Künstlerin: Ichira Hanamura

Kimi ha amai amai, Japan 2009

Übersetzung aus dem Japanischen von Christine Steinle

Manga-Taschenbuch, 208 Seiten

Egmont Manga & Anime, 11/2010

ISBN-10: 3770473302

ISBN-13: 978-3770473304

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 11.12.2010, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40