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Tarean – Sohn des Fluchbringers von Bernd Perplies

Rezension von Christel Scheja

 

„Tarean – Sohn des Fluchbringers“ ist das Debütwerk des 1977 geborenen Bernd Perplies, der in Wiesbaden Germanistik und Filmwissenschaft studierte und heute in Frankfurt arbeitet. Zudem ist er Redakteur der Zeitschrift „Space View“ sowie des „Online-Magazins“ Ringbote und auch als Übersetzer tätig.

 

Anders als erwartet geht die Schlacht gegen den Hexer Calvas und seine Wolflinge schlecht aus. Anstatt ihn zu besiegen versagt der heldenhafte Kristalldrachenritter Anrean von Agialon und verliert sein Leben. Der Feind kann sich über das blühende Land ausbreiten und die Menschen versklaven.

Weil die Verzweifelten – und die wenigen, die noch Widerstand leisten – einen Sündenbock brauchen, wird Anrean zu dem Mann, dem alle die Schuld geben. Der Schatten dieser großen Schmach fällt auch auf sein Lind Tarean, der gerade erst in der Nacht der großen Schlacht geboren wurde. Sein ganzes Leben muss der Junge darunter leiden der „Sohn des Fluchbringers“ zu sein, denn vor allem seine Altersgenossen lassen ihn das spüren.

Nur wenige halten zu ihm. So wie Wilfert, der ehemalige Knappe seines Vaters, der schützend seine Hand über ihn hält.

Tarean wächst auf einer Trutzburg heran und erlernt die Waffenkünste. Denn der Wunsch, seinen Vater zu rächen und den Namen seiner Familie damit rein zu waschen wird von Jahr zu Jahr größer.

Als er fast siebzehn Jahre zählt, ist es so weit. Nach einem Angriff der Wolflinge will der Jüngling nicht länger warten und etwas gegen Calvas unternehmen. Zu seinem Erstaunen hält Wilfert ihn nicht auf, sondern übergibt ihm auch noch das magische Schwert seines Vaters. So gerüstet will er durch das besetzte Land wandern und den Hexer in seiner eigenen Festung stellen.

Auf dem Weg dorthin muss er viele Gefahren bestehen, findet aber auch in dem Werwesen Bromm und der Albion Auriel treue und tapfere Weggefährten. Er erfährt aber auch mehr über das, was vor mehr als sechzehn Jahren geschah, nicht ahnen, dass ihm dass in der Konfrontation mit dem Hexer das Leben retten wird.

 

Bernd Perplies erzählt hier nicht unbedingt eine neue und innovative Geschichte, sondern einen der klassischen Plots der Fantasy. Ein Junge, der durch ein besonderes Schicksal mit den Bösen verbunden ist, zieht fast allein durch das besetzte Land, mit einem magischen Schwert, das ein wenig an Frodos Klinge „Stich“ erinnert. Natürlich sind auch väterliche Freunde und treue Gefährten an seiner Seite, wenngleich sie auch immer wieder wechseln und so keine Langeweile aufkommen lassen. Bis auf die Liebesgeschichte, die sonst noch dazu kommt, ist jedenfalls alles vorhanden, was man aus diesen Geschichten kennt – actionreiche Kämpfe, wild tobende Schlachten, Verrat, düstere Geheimnisse und ein ständiger wehender Hauch von Magie.

Aber das ist nicht unbedingt negativ zu nennen, denn der Autor hält eine klare Linie in der Geschichte und erzählt sie auf 350 Seiten. Er bläht die Handlung nicht unnötig auf, verzichtet darauf abzuschweifen und konzentriert sich auf das Wesentliche. Das erzählt er in filmisch aufgebauten und flüssig geschriebenen Szenen. Letztendlich kommt die Motivation und Charakterisierung der Figuren ein wenig kurz, aber das stört in dem Moment auch nicht.

Sicherlich werden erfahrene Leser das ein oder andere an Erklärungen vermissen und nicht immer über die Oberflächlichkeit der Figuren begeistert sein, vor allem des extrem blassen Gegenspielers, der außer durch seine markigen und wie überheblichen letzten Worten beim Endkampf nicht unbedingt in Erinnerung bleibt, aber gerade diejenigen, die kurzweilige und unkomplizierte Geschichten im Stil ihrer Games und Rollenspiele suchen, werden begeistert sein.

 

Wer also nicht mehr als einen entspannenden und unkomplizierten Fantasy-Roman sucht, bei dem man nicht unbedingt viel nachdenken muss, liegt jedenfalls mit „Tarean – Sohn des Fluchbringers“ genau richtig. Nur mehr als kurzweilige Unterhaltung sollte man von der klassischen Geschichte mit ihren archetypischen Helden nicht erwarten.

 

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Tarean – Sohn des Fluchbringers

Autor: Bernd Perplies

Reihe: Tarean-Saga, Bd. 1

broschiert, 352 Seiten

Egmont Lyx, erschienen August 2008

Titelbild von Marek Hlavaty

ISBN-10: 3802581806

ISBN-13: 978-3802581809

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 09.09.2008, zuletzt aktualisiert: 07.09.2019 13:46