Bereits in Ork City lernten die Leser den orkischen Privatdetektiv Corwyn Rash kennen, allerdings ist es nicht nötig, diese Geschichte für Tatork zu kennen, da die Figuren und auch der Schauplatz der Handlung noch einmal ausführlich vorgestellt werden.
Es gibt immer etwas in Tirgaslan zu tun, dem Großstadtmoloch, in dem es sich nur die Reichen und Mächtigen gut gehen lassen können. Der Rest ist im alltäglichen Kampf ums Überleben gefangen und nicht wenige haben sich illegalen Geschäften oder gerade dem organisierten Verbrechen verschrieben.
Corwyn ist auf der einen Seite froh, sich nicht mehr als Polizist mit Verrat, Korruption und Ärger von allen Seiten herumschlagen zu müssen, allerdings ist das Leben als Schnüffler auch nicht angenehmer, vor allem nicht als sich der Mord an einem Kriegskameraden nur als Anfang viel übler Machenschaften erweist.
Schon in anderen Geschichten hat Michael Peinkofer bewiesen, dass er mit viel Leidenschaft und Können bekannte Versatzstücke neu und vor allem unterhaltsam miteinander vermischt. Und hier erlaubt er sich Elemente aus der High Fantasy zu nehmen und in ein Setting zu versetzen, wie man es auch vielen Romanen der »Schwarzen Serie« kennt.
Der Vergleich mit Raymond Chandler geschieht daher nicht von ungefähr, denn in seinen Beschreibungen erweckt der Autor eine Kulisse zum Leben, wie man sie aus den amerikanischen Gangster-Filmen der 1930er und frühen 1940er Jahren kennt, garniert mit ein paar Vibes des Dieselpunks.
Die Handlung selbst ist natürlich keine Überraschung, denn Corwyn Rash ist ein hartgekochter Ermittler, wie ihn Humpfrey Bogart verkörperte, zynisch ein wenig rauh und doch leider auch manchmal hinters Licht zu führen.
Die Geschehnisse scheinen wie aus einem Chandler-Roman entnommen – ein einfacher Mord ist nur der Anfang von Ermittlungen, die den Helden immer tiefer in einem Sumpf aus Intrigen und Korruption führen und dafür sorgen, dass er bald nicht mehr weiß, wem er überhaupt noch trauen soll.
Das geht nicht sonderlich in die Tiefe, auch was die Charaktere betrifft, aber es liest sich gut weg und dürfte allen gefallen, die Kriminalromane in diesem Stil mögen und auch die fantasylastige Kulisse zu schätzen wissen.
Die Geschichte hat genau die richtige Länge, daran merkt man, dass Peinkofer sein Handwerk versteht. Allerdings bietet sie auch nicht so viele tiefgründige Momente als das sie lange im Kopf nachwirken.