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Tausendstern von Piers Anthony

Rezension von Michael Schmidt

 

Der Amerikaner Piers Anthony ist den meisten als Fantasy-Autor, vor allem durch seine Xanth-Romane, bekannt. Ungefähr die Hälfte seines Schaffens ist in der SF anzusiedeln. Mit seinem ersten Roman "Chthon" wurde er für den Hugo und den Nebula nominiert.

Die Geschichte "Tausendstern" ist der vierte Band des Cluster-Zyklus, wobei er, entgegen seiner drei Vorgänger, ein Einzelroman ist.

Die Geschichte spielt in ferner Zukunft. Anstelle von Raumschiffen findet die Begegnung der Rassen durch den Auratransfer statt. Zwar gibt es auch Materietransmitter, doch der hohe Energieaufwand begrenzt diese Art zu reisen auf das absolute Minimum. Stattdessen wird die Aura eines Lebenswesens in einen Wirtskörper transferiert, so findet der Austausch der verschiedenen Rassen statt. Die Intensität der Aura bestimmt, wie lange der Transferer im Wirtskörper verbleiben kann, bevor seine Aura verblasst. Dabei ist die Intensität Eins einer Aura der Normwert, den die Aura pro Tag Transfer verblasst. Der erste Transferer zur Erde besaß die Intensität 90, d. h. er hatte 90 Tage Zeit, danach würde seine Aura so weit verblassen, das eine Rückkehr über den Transfer nicht mehr möglich wäre.

Die Technologie des Transfers ist ein Erbe der geheimnisvollen Alten, einer Rasse, die scheinbar ausgestorben ist, deren Relikte aber von ihrer Existenz zeugen. Auf dem Planeten Exzenter im Galaktischen Segment Tausendstern wurde eines ihrer Bauwerke entdeckt.

Um einen Krieg der drei in diesem Segment beheimateten Rassen zu verhindern, organisiert die kollektive Regierung ein Wettrennen, deren Sieger das Relikt der Alten erhält.

Erbs, Pflanzenwesen mit optischer Wahrnehmung, HydrOs, Wasserwesen mit Geschmackswahrnehmung, und die Squams, schlangenähnliche Wesen mit akustischer Wahrnehmung, führen diesen Wettstreit aus. Jeweils 66 Teilnehmer jeder Rasse mit je einem Transferer kämpfen um den Sieg. Die anderen Rassen schicken ihre Transferer, um im Siegesfall ebenfalls ein Stück des Relikts zu erhalten.

Jessica, ein menschlicher Klon aus dem System Capella, wird in den HydrO Heem von Steinfall transferiert. Dieser HydrO ist ein Ausgestoßener, dessen letzte Chance zur Rehabilitation in diesem Wettstreit liegt. Aber auch Jessica ist eine Betrügerin, da sie aus Geldnot für ihren verletzten Klonbruder eingesprungen ist.

Neben der Vergangenheit von Jessica und Heem lebt die Geschichte vor allem von der Auseinandersetzung Mann/Frau in einem Körper. Auf sehr humorvolle Art gelingt es Piers Anthony, die gegensätzliche Sichtweise von Mann und Frau darzustellen. Ebenfalls sehr gelungen werden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Wahrnehmungsformen beschrieben. Wird der erste Teil der Geschichte noch von der Feindschaft der Rassen geprägt, findet sich bald ein Punkt, in dem die Rassen zusammenarbeiten müssen, um sich eine Chance auf den Sieg zu erhalten. Der Roman ist ähnlich wie ein Strategiespiel aufgebaut, was der Lesbarkeit der Geschichte keinen Abbruch tut. Allerdings zieht sich das zwinkernde Auge des Autors durch die ganze Geschichte. Wer eher realistische Abenteuer liebt, sollte vielleicht die Finger davon lassen. Ich habe mich auf jeden Fall sehr gut unterhalten und das ein oder andere Mal schallend gelacht.

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Tausendstern

Autor: Piers Anthony

Heyne SF 4115 (1984)

Originalausgabe : Thousandstar(1980)

weitere Infos:


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Erstellt: 29.04.2005, zuletzt aktualisiert: 20.08.2019 19:33