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Tentakelfürst von Dirk van den Boom

Reihe: Dritter Tentakelkrieg Band 1

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Die Erde ist gefallen. Die bekannte Galaxis wird von den Tentakeln beherrscht. Doch es gibt noch Nester des Widerstands: Auf der Erde selbst, unter den Ruinen der alten Welt, haben sich Überlebende versteckt gehalten. Flüchtlinge überleben unter der Knute einer anderen Alienzivilisation und warten darauf, ihr Erbe antreten zu dürfen. Und mitten im Herzen des Tentakelreiches lebt ein mächtiges Lebewesen, das den Gang der Dinge verändern kann, wenn es nur erkennt, wer und was es eigentlich ist: der Tentakelfürst.

 

Rezension:

Auf zur dritten Tentakel-Trilogie! Der fleißige Vielschreiber Dirk van den Boom ließ rund zweihundert Jahre nach Tentakelreich verstreichen. Was wurde aus den letzten Resten der Menschheit?

Im Bunker auf der Erde hat man sich eingerichtet. Nach Farben geordnete Bereiche unterteilen die Gesellschaft. Wer nicht zur Führung gehört, beendet sein Arbeitsleben mit einer geplanten Auslöschung, denn Platz ist ja nicht unendlich vorhanden. Julia Blau ist davon noch weit entfernt. Sie hat gerade erst ihre Schulzeit hinter sich gelassen und betritt etwas nervös ihren neuen Arbeitsbereich. Der befindet sich an der Oberfläche und alsbald steht das junge Mädchen im Zentrum von globalen Veränderungen.

Auch Elians Welt wird abrupt auf den Kopf gestellt. Der menschliche Sklavenjunge gehört zu den Nachkommen der Hopeful Vengeance, jener Arche, die den letzten Rest der Menschheit vor den Tentakeln in Sicherheit bringen sollte. Doch das Schiff wurde von den Aureolen mittels Von-Neumann-Machschinen erobert und die Besatzung versklavt, so wie es die Aureolen seit ewigen Zeiten mit Schiffen machen, die in ihr Gebiet fliegen. Selbst den Tentakeln waren sie bisher gewachsen. Doch dann bricht ein Aufstand unter den Sklaven aus und Elian findet sich plötzlich in einer Rettungskapsel wieder, zusammen mit Diri, einer Angehörigen des Sicherheitsdienstes und einer ganz besonderen Zugangscodekarte. Elians Großvater war nämlich der Kapitän der Hopeful Vengeance, die immer noch im Raumschiffsfriedhof treibt …

Und letztendlich gibt es doch noch den jungen Tentakelfürsten Drosera. Doch er wurde mit dem Makel geboren und deshalb von seinen Mitschülern gemobbt. Um die Abschlussprüfungen zu schaffen, erlaubt er einem Lehrer, an ihm Experimente zur Erforschung des Makels durchzuführen. Doch etwas geschieht dabei und verändert Drosera für immer. Ein alter Bekannter steckt plötzlich in seinem Tentakelkörper. Der Feind greift nach dem Herz des Tentakelreiches …

 

Mit drei Handlungssträngen erzählt Dirk van den Boom von der großen Veränderungen die das Tentakelreich und die Menschheit zur überrollen beginnen. Dabei greift er mit gewohnter Spielfreude die offenen Fragen der vorhergehenden Bände auf und wirbelt alles erneut durcheinander.

Das Wesen der Tentakelgesellschaft wird weiter ausgeleuchtet und verliert dabei immer mehr ihren exotischen Charakter. Aus befremdlichen Aliens werden Wesen mit allzu vertrauen Problemen. Es menschelt sehr im Tentakelreich.

Aber auch die Pläne der Menschen zum Überleben ihrer Art entwickeln sich nicht wie geplant. Die Hopeful Vengeance dümpelt als Zeichen der Aureolen-Überlegenheit in einem Schiffsfriedhof herum und die Nachkommen der Besatzung müht sich die unterste Stufe der Sklavenhaltergesellschaft zu verlassen. Interessanterweise gelingt es Dirk van den Boom, diese Gesellschaft in wenigen und dennoch spannenden Szenen plastisch darzustellen, obwohl er sie dann schon wieder verlässt, um an Bord der Hopeful Vengeance eine ganz andere Art von Geschichte zu erzählen. Von-Neumann-Maschinen und Tolkien-zitierende künstliche Intelligenzen – dem Autor ist überhaupt nichts heilig.

 

Auch die Beschreibung der Bunkergesellschaft nimmt einigen Raum ein, bleibt jedoch im Rahmen ähnlicher Geschichten. Hier liegen die Überraschungsmomente weniger unter der Erde als dort, wo bisher eine pulsierende Tentakelzivilisation ihrem Alltag nachging.

Diese Landschaft nutzt Dirk van den Boom denn auch aus, um die obligatorische Sexszene abzuhandeln und mit breiter Kelle Genre-Zitate auszuteilen. Die Freude am Schreiben dieser Szenen ist dem Buch deutlich zu entnehmen.

Und das ist erneut das besondere am Boomschen Schaffen. Die Spitzbübigkeit hinter jeder Storywendung und hinter jedem Schauplatzwechsel überträgt sich auch auf das Lesevergnügen.

Möge der Spaß nie enden!

 

Ein Hingucker ist auch ohne jeden Zweifel das Titelbild von Allan J. Stark. Mit Liebe zum Detail illustriert er eine bedeutsame Szene ohne auch nur eine Winzigkeit über die Handlung des Romans zu verraten. Das Cover passt perfekt zu einem witzig-spritzigen Science-Fiction Abenteuer, wie es so locker und entspannend spannend in stetem Fluss wohl nur Dirk van den Boom hervorquellen lassen kann.

 

Fazit:

Der Tentakelwahnsinn geht in die nächste Runde. Mit »Tentakelfürst« eröffnet Dirk van den Boom seine dritte Trilogie um jene kriegerischen Aliens, die ihre Sporen in die Gehirne lebender Menschen pflanzen. Mit unbändiger Freude und Gespür für abwechslungsreiche Handlungsstränge schreibt Dirk van den Boom weiterhin Science-Fiction für Allesverwerter.

Titten, Alien und Raumschiffe – ein waschechter SF-Boom.

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Eure Meinung:

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Buch:

Tentakelfürst

Reihe: Der dritte Tentakelkrieg 1

Autor: Dirk van den Boom

gebundene Ausgabe: 288 Seiten

Atlantis Verlag, 31. Juli 2015

Cover: Allan J. Stark

 

ISBN-10: 386402238X

ISBN-13: 978-3864022388

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B010KR8SCO

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

 

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Erstellt: 21.09.2015, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 13:51