Tentakelgott von Dirk van den Boom

Reihe: Dritter Tentakelkrieg Band 3

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Rezension:

Die Sänger sind geschlagen, Slap ist neuer Tentakelkaiser und auf der Erde kämpfen die Reste der Menschheit gegen die Tentakelzombies. Der letzte Band des Tentakel-Neunteilers aus der Tastatur Dirk van den Booms soll die große Aufgabe erfüllen, nicht nur alle Handlungsfäden abzuschließen, sondern auch die gesamte Buchreihe würdig zu beenden.

 

Da die wesentlich Rätsel der Reihe gelöst wurden, also warum die Tentakel mit beständigen Invasionen die Galaxie verheeren und wer dahintersteckt, muss Tentakelgott sein Spannungspotential aus etwas anderem ziehen.

 

Zum einem wäre das die Frage, wodurch die Tentakel zu Zombies wurden. Hier wird bald deutlich, dass unserer neuer Tentakelkaiser seine Hände im Spiel hat und mit ihm die ins virtuelle Leben zurückgerufene Mirinda. Doch die Zeitebenen passen nicht zusammen, was spätestens dann klar wird, als eine unter Amnesie leidende Frau mit Tentakeln an expliziten Körperstellen auf die Erde abstürzt.

 

Dort hat die Bunkergesellschaft begonnen, die Oberfläche wieder in Besitz zu nehmen. Eine Tentakelforschungsstätte reizt Julia Blaus Gespür einer lauernden Gefahr und so setzt sie all ihre Überzeugungskraft ein, eine Expedition dorthin starten zu können. Unterwegs trifft sie auf den Brückenkopf der Hopeful Vengeance, deren Besatzung sich entschlossen hat, der Zivilisation auf der Erde auf die Sprünge zu helfen, immerhin verfügt das Schiff über eine große Menge an Vorräten. Die Arche kehrt zu ihrem Ursprung zurück.

 

Doch auch die ehemaligen Düngermenschen finden sich zu Gemeinschaften zusammen. Eine wird von Ed angeführt, der sich jedoch bald zu einem Tyrannen entwickelt und sich Sonderrationen mit Sex bezahlen lässt.

 

Man spürt an vielen Stellen, dass dieser Aufräumband nicht ganz die Bandbreite des vom Autor gewohnten Konfliktpotentials bereit hält. Der Part zwischen Mirinda und Slap besteht zu großen Teilen aus Monologen, in denen wir dem beginnenden Größenwahn des neuen Tentakelkaisers folgen können, jedoch mit der Gewissheit, dass sich daraus nicht mehr viel entwickeln wird.

 

Auch der militärische Konflikt um die Tentakelforschungsstation ist ein eher kleines Geplänkel, dass sich der Autor mit jeder Menge kleiner Scherze rund um Waffen und Powerfrauen versüßt.

 

Seinen Figuren lässt er dabei in vielen Dingen Gerechtigkeit angedeihen, wenn auch Slap hierbei den schmerzhaftesten Teil abbekommt.

 

Letztlich ist »Tentakelgott« ein eher sanftes Ausklingen der Reihe und Dirk van den Boom umgeht ganz geschickt all jene Reizpunkte, aus denen sich weitere Romane hätten entwickeln können.

Jedoch setzt er so einen befriedigenden Schlusspunkt um eine Reihe, an der er zehn Jahre lang arbeitete – sein Nachwort lässt dann auch keinen Zweifel daran, dass er dieses Ende mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht.

 

Auf keinem Fall unerwähnt bleiben darf das Cover von Allan J. Stark. Die Kombination von Mirinda und Nex, den beiden Frauen, die sich in ihrer Waffenliebe finden, hätte tatsächlich mehr Screenzeit verdient, aber manche Themen sind eben irgendwann auserzählt. Die tollen Cover zu Buchreihe haben auf jeden Fall viel zur Atmosphäre beigetragen.

 

Fazit:

Mit »Tentakelgott« beendet Dirk van den Boom seine neunteilige Military-SF Reihe um die Tentakelkriege und findet einen angemessenen Abschluss.

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Eure Meinung:

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Buch:

Tentakelgott

Reihe: Der dritte Tentakelkrieg Band 3

Autor: Dirk van den Boom

gebundene Ausgabe, 245 Seiten

Atlantis Verlag, 15. Oktober 2017

Cover: Allan J. Stark

 

ISBN-13: 978-3864025433

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B074KJF7TH

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

 

Weitere Infos:


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zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:07 | Users Online
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