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Terminator: Resistance

Rezension von Cronn

 

Ich trete aus dem Bunker hinaus in die Deckung einer halb zerfallenen Brücke, die den Restglanz von Mondlicht in ihren heraushängenden Rohrleitungen spiegelt, welches sich durch den dicken Dunst kämpft, der in der Luft hängt. Es ist der Rauch von Explosionen, der sich mit den Fallout-Resten der atomaren Katastrophe mischt.

Sofort werden Erinnerungen an den »Judgement Day« wach, als Skynet mittels Atomraketen die Menschheit nahezu ausgelöscht hat.

Ich pirsche mich im Schatten näher an die Deckung heran, welche die herabgefallenen Asphalt- und Betonbrocken bilden, aus denen die Brücke über mir bestand. Dann linse ich um die Ecke.

Dort stehen ein Spinnenroboter, zusätzlich ein Terminator 800-Modell und ein Plasmagenerator. Das werde ich ausnutzen, denke ich mir. Ich lege das Plasmagewehr an, das ich mir von einem zerstörten Cyborg geholt habe. Dann ziele ich über Kimme und Korn. Ein Schuss löst sich, dann noch einer.

Der Generator explodiert und reißt die beiden Skynet-Schergen mit in die Zerstörung. Einzig der Terminator kann sich noch einmal aufrappeln. Ich stürme heran und jage ihm eine Salve hochenergetischer Plasmageschosse zwischen die Stahlrippen, bis das Glühen seiner Augen erlischt.

Erst dann kann ich mich befriedigt dem Durchsuchen der umliegenden Gebäude widmen.

 

Terminator: Resistance heißt der neueste Titel der Teyon-Studios. Das Entwicklerteam hatte zuletzt das Rambo-Railshooter-Game herausgebracht, das bei den Kritikern nicht gut ankam. Nun zeigt das Team, dass es dennoch in der Lage ist, mit Herzblut und interessanten Ideen einen Franchise-Titel herauszubringen.

Veröffentlicht wird »Terminator: Resistance« von Reef Entertainment, einem britischen Publisher. Doch zunächst ein paar Worte zum Hintergrund, der Story.

 

Hintergrund:

»Terminator: Resistance« spielt in der Zukunft. Der Atomkrieg hat stattgefunden, von allen nur »Judgement Day« genannt. Skynet hat die Menschheit nahezu ausgelöscht und setzt nun alles daran, auch noch die Überreste der Rebellion zu vernichten.

Eine sehr spannende Ausgangslage für einen Shooter und Teyon hat gut daran getan, sich auf die Stärken dieser Prämisse zu verlagern. »Terminator: Resistance« zeigt in Sachen Storytelling Mut dazu, Action immer wieder zu verlangsamen, indem der Spieler Charaktere kennenlernen kann, deren Geschichten zur Immersion in die Spielwelt enorm viel beitragen.

Übergeordnet dreht sich alles um das Auftauchen eines neuen Terminator-Typs, dem Infiltrator. Damit schlägt die Story die Brücke zu den ersten beiden Filmen sehr gelungen. Die Story selbst ist gelungen inszeniert und geleitet den Spieler von Mission zu Mission.

 

Gameplay:

Im Spiel selbst ist man – wie so oft im Shooter-Genre – brachial unterwegs und schießt Feindwellen nieder. Aber das Game überrascht auch mit leisen Passagen. Insgesamt überlässt es das Spiel dem Spieler selbst, wie er »Terminator: Resistance« angehen möchte, denn es existiert ein rudimentäres Schleichsystem. Sogar das Meucheln von Terminatoren mittels eines elektrifizierten Messers ist möglich, was im Kontext des Filmfranchises zwar etwas fragwürdig ist, aber im Spiel durchaus Sinn ergibt. Ansonsten ist das Waffenarsenal bekannt. Einzig die Plasmawaffen ragen ein wenig als Sonderwaffen hervor. Sie lassen sich mittels gefundenen Chips umrüsten und erhalten somit Boni auf Schaden, Ladekapazität und Stabilität. Das ist zudem mit einem kleinen Kniff verbunden: Die Chips sind nicht wahllos miteinander kombinierbar, sondern müssen in Reihe geschaltet werden, wobei die Knotenpunkte der Chips zusammenpassen müssen. Eine schöne Idee, die zu spontanen Knobeleien anregt.

Es gibt weitere Gadgets, die dem Spieler das Überleben erleichtern. Mittels Erste-Hilfe-Kästen in zwei Ausbaustufen und Geschwindigkeits-Spritzen kann man sich selber unterstützen. Um von sich abzulenken, gibt es Geräuscherzeuger-Bomben. Um hinter sich abzusichern, benutzt man Laser-Fallen. Beides unterstützt eine Stealth-Spielweise. Wenn man allerdings wie Rambo unterwegs ist, nutzt man Pipe-Bombs und andere Granaten. Auch diese Spielweise ist möglich. Das Game sollte man dann allerdings bereits im Schwierigkeitsgrad »Schwer« starten, sonst pflügt man zu leicht durch die Roboter-Scharen und hat keine Herausforderung mehr. Auch die Stealth-Spielweise profitiert davon, dass man einen höheren Schwierigkeitsgrad auswählt. Sollte dieser zu hoch sein, kann man ihn jederzeit wieder zurücksetzen. Sehr komfortabel gelöst!

Auch den Spielcharakter kann man aufrüsten, indem man Fähigkeitspunkte in die Bereiche Kampf, Überleben und Wissenschaft investiert. Diese Rollenspielanleihen geben dem Spiel eine taktische Note, allerdings hat man recht früh die meisten Ausbaustufen erreicht.

Überall in der Spielwelt findet man zudem Komponenten, die an Werkbänken dazu benutzt werden können, Gegenstände herzustellen. Diese kann man alternativ auch im Unterschlupf der Resistance kaufen, sind aber recht teuer.

 

Grafik und Sound:

»Terminator: Resistance« ist grafisch recht ordentlich gelungen. Es bietet eine tolle Lichtstimmung vieler orten, kann aber in den Detailgraden nicht mit anderen Grafik-Games mithalten.

Der Sound ist stimmig. Es wurden viele Sounds aus den Filmen verwendet, so dass eine gelungene Terminator-Atmosphäre entsteht.

 

Fazit:

»Terminator: Resistance« ist ein gelungenes Spiel für Fans des Franchises. Wenn man über kleinere Macken hinwegsehen kann, bekommt man ein Spiel, das sehr atmosphärisch ist und mit gut geschriebenen Charakteren überzeugt.

Das Game ist vor allem für diejenigen Spieler interessant, welche dem Terminator-Universum nahe stehen. Ein besseres Terminator-Spiel ist nicht auf dem Markt. Besonders gefallen kann die Resistance-Atmosphäre. Gerade die Nachteinsätze wirken wie original aus dem Film entnommen mit ihrer Lichtstimmung, den Soundeffekten und den vorbeizischenden Laserschüssen.

Empfehlenswert für alle, die schon immer diese Filmszenen besonders beeindruckt haben. Nun ist es möglich, sich am Kampf der Rebellen gegen Skynet zu beteiligen!

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Eure Meinung:

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PC-Spiel:

Terminator: Resistance

Teyon / Reef Entertainment, 14. Nov. 2019

USK: 16

 

Erhältlich bei: steam


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Erstellt: 29.11.2019, zuletzt aktualisiert: 29.11.2019 14:32