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The Electric State von Simon Stålenhag

Rezension von Cronn

 

Unter dem Label Tor erscheinen beim Fischer-Verlag bereits seit einiger Zeit aufregende Bücher aus dem Phantastik-Bereich, darunter Science-Fiction, Fantasy und auch Horror.

Jüngst ist man dort mit dem Werk The Electric State an die Öffentlichkeit getreten. Der schwedische Autor, Künstler und Musiker Simon Stålenhag sorgt mit seinen Bildern für Aufsehen. Doch wie gelungen ist das Buch?

 

Verlagsinfo:

Nach einem Drohnenkrieg hat sich Amerika in einen postapokalyptischen Friedhof verwandelt: Wie fremdgesteuert streifen die Menschen durch ein zerfallendes Land. Und während die alte Welt stirbt, erhebt sich etwas Neues aus den Ruinen, das noch keinen Namen hat.

Mitten durch das Chaos bahnt sich eine junge Frau mit ihrem Roboter einen Weg nach Westen. Sie will zu ihrem Bruder, der in einem kleinen Nest am Pazifischen Ozean hilflos an das Virtual-Reality-Netz angeschlossen ist, das sich wie eine Seuche ausgebreitet hat und die Menschen versklavt. Sie unternimmt eine einsame Reise durch die Überreste unserer Zivilisation.

 

Der offizielle Klappentext bringt die Informationen zum Inhalt gut auf den Punkt und muss nicht mehr weiter intensiviert werden. Daher kann sofort zur Kritik übergegangen werden.

 

Kritik:

»The Electric State« ist ein interessantes Werk, das großformatige Kunst und Text zusammenbringt. Dabei entsteht im Leser ein spannendes Kopfkino, das aber einige Leerstellen enthält, die vom Leser gefüllt werden müssen.

 

Sehr gelungen sind die meisten der vielen Bilder, welche die Story vorantreiben oder als Beiwerk illustrieren. Es dominieren Blau- oder Grautöne, die Perspektive ist oftmals als Panorama angelegt. Stets ist das Gefühl von Fremdheit und Kühle dominierend. Dabei hat Simon Stålenhag sehr viel Wert auf Details gelegt, welche die Bilder nahezu fotorealistisch wirken lässt. Erst bei näherem Hinsehen erkennt man die einzelnen Pinselstriche.

 

Die Story selbst lässt den Leser über weite Strecken im Ungewissen. Simon Stålenhag möchte zunächst Atmosphäre schaffen. Dabei bleibt das World-Building, also die Erklärung der Zusammenhänge der textimmanenten Welt, oft auf der Strecke. Der Leser muss selbst viele Einzelheiten ergänzen. Erst gegen Ende wird das Szenario dichter und die einzelnen Stränge fügen sich zusammen.

 

Fazit:

Mit »The Electric State« ist Simon Stålenhag ein spannendes und interessantes Werk gelungen, das die Balance zwischen Bildband und Roman wagt. Nicht alles gelingt dem Schweden, so beispielsweise der narrative Aufbau bezüglich des World-Buildings. Allerdings regt der Band durch seine detailreichen und anregenden Bilder zum wiederholten Durchblättern an, um sein eigenes Kopfkino mit weiteren Details anzureichern.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

The Electric State

Original: Passagen, 2017

Autor und Zeichner: Simon Stålenhag

Übersetzer: Stefan Pluschkat

Gebundene Ausgabe, 144 Seiten

FISCHER Tor, 23. Oktober 2019

 

ISBN-10: 3596703794

ISBN-13: 978-3596703791

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.11.2019, zuletzt aktualisiert: 08.11.2019 09:21