Mit The Deathless One begann Emma Hamm ihre dunkle, aber auch romantische Gravesinger-Trilogie, die sie nun mit The Heartless One fortsetzt, denn einiges liegt immer noch im Argen und der Feind ist leider auch noch nicht besiegt.
Jessamine wird noch bei der Vermählung von ihrem Auserwählten eiskalt geopfert. Doch sie geht nicht in irgend ein Paradies oder die Hölle ein, sondern landet in einem diffusen Reich dazwischen. Dort begegnet sie einem Fremden, der sich als der personifizierte Tod erweist und sie quasi heilt, weil er jemanden wie sie braucht.
Da sie die besonderen Gaben einer Grabsängerin besitzt, unterstützt er sie bei ihrem Unterfangen, Rache an dem Ursupator zu nehmen. Dafür tritt sie seinem Hexenzirkel bei. Und schon bald müssen sie sich auf eine große Schlacht vorbereiten, denn alles hängt mehr miteinander zusammen als gedacht.
Der erste Band diente dazu, das Szenario aufzubauen und die beiden Charaktere zusammenzubringen, was natürlich nicht ohne freche Wortwechsel und Diskussionen abging, bei denen keiner dem anderen etwas schenkte, sondern eher im Gegenteil ordentlich los legte, auch wenn die Streitereien nie wirklich bedrohlich wurden.
Immerhin hat Jessamine so erfahren, das hinter den Kulissen einiges vor sich geht und die in der Menschenwelt so verachteten Hexen eine durchaus wichtige Funktion für jemanden wie den Todlosen erfüllen.
Auch haben sie einiges über die Gründe, für den Verrat und ihre Ermordung herausfinden können, auch wenn sie den Gegner noch nicht ganz besiegen konnten. Das beschäftigt sie in diesem zweiten Band, der natürlich noch weitere Weichen für den Abschluss stellt.
Das ganze wird flott und modern in Szene gesetzt, allerdings krankt die Geschichte auch diesmal wieder an dem, was typisch für die Romantasy ist. Denn anstatt das Abenteuer und den Hintergrund weiter auszubauen, den Figuren mehr Tiefe zu geben, setzt die Autorin leider wieder nur auf Beziehungsgeplänkel mit den obligatorischen Handlungsmustern, vertraute Settings wie Bälle und gesellschaftliche Treffen der Oberschicht.
Das nimmt der eigentlichen Handlung leider sehr viel Kraft und Spannung, die Möglichkeiten, die sie sich allein durch das ungewohnte Setting aufgebaut hat, werden leider wieder verschenkt.