Juno Reeves ist nicht irgend eine Newcomerin, sondern das Pseudonym von Judith und Christian Vogt, die normalerweise unter dem Namen Judith C. Vogt phantastische Romane aller Art veröffentlichen. Ganz offensichtlich hielten sie es aber für passend, ihr Romantasy-Debüt mit einem anderen Namen zu versehen. The Icebound Kingdom ist als Einzelband konzipiert, könnte aber auch problemlos fortgesetzt werden.
Izra hat nicht viel Freunde am Leben. Ihre Heimat ist im eisigen Griff eines dunklen Fürsten gefangen, der das Tal völlig abschottet und die Wärme fernhält und sie selbst musste ihre Seilerlehre aufgeben, weil sie sich nicht den Geboten der Gemeinschaft unterworfen war und zudem einige Regeln übertrat.
Da macht ihr Yolando, der Halbbruder des Fürsten Angebot, dass sie nicht ablehnen kann und vielleicht auch in der Achtung der Dorfbewohner wieder steigen lässt. Er nimmt sie mit auf das Schloss, wo sie sich bei dem Dunklen Fürsten einschmeicheln soll, um ihm so nahe zu kommen, dass sie ihn töten kann …
Doch eigentlich macht schon der Klappentext keinen Hehl daraus, dass sich die Geschichte nach und nach in eine ganz bestimmte Richtung entwickelt. Denn natürlich ist der Dunkle Fürst nicht das böse Monster, als das er gerne in Erscheinung zu treten scheint, sondern hat auch seine Gründe, so zu sein, wie er ist.
Zudem kommt sie ihm nicht nur näher, sondern erfährt auch einige Geheimnisse, die sein Verhalten erklären und ihn mehr und mehr zu einem Guten machen. Aber natürlich sorgen Intrigen für Schwierigkeiten.
Die Geschichte bietet zwar ein Mindestmaß an Hintergrund und Charakterentwicklung, geht aber nicht sonderlich in die Tiefe, denn die Autoren konzentrieren sich bewusst auf die Beziehung, so als wollten sie sich in dem Genre einfach einmal nur ausprobieren. Und haben auch sichtlich Spaß dabei.
Denn ihre Heldin fällt durch einige gewisse Neigungen auch ein wenig aus dem üblichen Rahmen. Denn ganz offensichtlich hat sie durch ihren Beruf als Seilerin etwas entdeckt, was ihre Leidenschaft deutlich schürt und ihr kleines intimes Geheimnis bleibt, bis es ans Licht kommt.
Mit einem gehörigen Augenzwinkern spielen die Autoren mit den knisternden Szenen, die ganz anders klingen als man es üblicherweise gewohnt ist. Die Wortwahl fällt bewusst aus dem Rahmen und macht dadurch ebenfalls um so mehr Spaß, was die Geschichte deutlich von der üblichen Romantasy abhebt.