Zurück zur Startseite


  Platzhalter

The Incredible Hulk: Staffel 1

Rezension von Thomas Pichler

 

Rezension:

In den 1990ern hat eine ganze Reihe von Zeichentrickserien rund um Marvel-Superhelden die Fernsehbildschirme erobert. Unter anderem durften Fans den Wissenschaftler Bruce Banner und sein rasendes Alterego, den Hulk begleiten. Auf dieser DVD ist nun die komplette, dreizehnteilige erste Staffel der Serie The Incredible Hulk aus dem Jahr 1996 gesammelt. Sie zeigt, wie Banner und seine Verbündeten versuchen, ihn von Fluch der unkontrollierbaren Verwandlung in das grüne Monstrum zu befreien – bis hin zum vermeintlichen Erfolg.

 

Von Hoffnung zu Hoffnung

Die Serie beginnt mit einer tonangebenden Doppelfolge. Bruce Banner ist verzweifelt ob seiner Gamma-Mutation, da er sich dadurch unkontrolliert in den leicht zu reizenden zerstörerischen Hulk verwandelt. Mit einem neuen Experiment hofft er, sich dieses Fluchs zu entledigen – nicht zuletzt, um endlich mit seiner Liebe Betty Ross vereint sein zu können. Doch das Experiment wird durch deren Vater, General Ross, und seinen getreuen Major Talbot zunichte gemacht. Den beiden gelingt es, Banner einzufangen und zurück zur Gamma-Basis zu bringen. Dort erinnert er sich in einem Flashback an die Gammaexplosion, die den Hulk geschaffen hat. Dass dieser wieder entkommt, liegt letztlich an seinem Erzfeind, dem Leader (in der deutschen Version „Superhirn“ genannt).

 

Dem folgt eine abenteuerliche Reise, während der Bruce Banner immer wieder die Hoffnung auf eine Heilung sieht. Unter anderem versucht er es mithilfe von Iron Man und im Hauptquartier der Fantastischen Vier. Doch jedes Mal kommt etwas dazwischen – ob nun General Ross und die Hulkbuster, der S.H.I.E.L.D.-Agent Gabriel Jones, der Leader oder die Tatsache, dass auch andere ihre inneren Dämonen bisweilen nach außen kehren. So wächst die Frustration des Doktors immer weiter, woran auch Freunde wie Rick Jones und Verbündete wie eine Schar gammamutierter Tiere wenig ändern können.

 

Die Liste der Gaststars ist groß. In Folge sieben etwa ist es Dr. Doom, der neben Banner auch dessen Cousine Jennifer Walters in seine Gewalt bringt. Dabei wird der Erzschurke in der Serie indirekt zum Verantwortlichen dafür, dass die junge Frau zum She-Hulk wird. An anderer Stelle holt Thor auf Anraten von Betty Ross den Hulk nach Detroit, da Banners Blut die einzige Hoffnung im Kampf gegen eine Gamma-Seuche ist.

 

Den Abschluss der Staffel bildet eine Storyline, die sich über drei Folgen erstreckt. Betty Ross gelingt es mithilfe des Wissenschaftlers Doc Samson und Rick Jones, Bruce Banner und den grünen Hulk zu trennen. Doch bald zeigt sich, dass der Hulk somit noch unkontrollierbarer ist und Bruce ohne ihn nicht überleben kann. Der Versuch, die beiden wieder zu vereinen, wird zu Katastrophe – und zum Cliffhanger.

 

Düstere Stimmung

Eine große Stärke dieser Staffel ist die insgesamt sehr düstere Stimmung. Es entsteht wirklich der Eindruck, dass Bruce Banner unter seiner Mutation leidet und jeder Chance auf Heilung praktisch wie ein Besessener hinterher jagt. Dazu kommt, dass geteiltes Leid eben doch doppeltes Leid ist – immerhin ist Betty Ross Spannungsfeld der Liebe zu ihrem Vater und zu Bruce gefangen. Dass Jennifer Walter ihr kontrollierbareres She-Hulk-Dasein regelrecht genießt, macht dem Original das Leben dabei ebenso wenig leichter wie ein Treffen mit dem Ghost Rider. Dieser muss noch dazu feststellen, dass der Hulk wohl nicht das vermeintliche Monster, sonder viel eher ein gequälter Unschuldiger ist.

 

Ein wenig Auflockerung bringen die größenwahnsinnigen Sprüche des Leader, aber vor allem die Reaktionen seines doch reichlich unwilligen Handlangers Gargoyle. Dieser ist ein wenig eine heimliche Hauptfigur der Staffel, denn seine gar nicht so recht untertänige Einstellung zum Leader beschert uns einige der markigsten Sprüche der Serie. Die dunkle Grundstimmung der Serie ruiniert der bläuliche Gnom dabei aber nie. Zudem ist Gargoyle wie Banner selbst letztlich eine tragische Figur, was besonders bei der Epidemie in Detroit deutlich wird. Ein Schurke, mit dem man mitfühlen kann also – auch das hilft, die Serie ernster zu nehmen als ein klassisch schwarz-weiß-zeichnerisches Comic.

 

Hört, hört

Nach den Animationsserien von Mitte der 1960er und Anfang der 1980er ist dies der dritte gezeichnete Hulk für den Fernsehbildschirm. Erstmals gibt es dabei eine deutsche Synchronisation, die ich auch als zum Originalton durchaus gleichwertig bezeichnen würde. Okay, „so spricht Das Superhirn“ ist nicht ganz „so says The Leader“. Aber wenn das mal die größte Schwäche ist, kann man einfach nicht klagen.

 

Technisch gibt es an der Doppel-DVD nichts auszusetzen. Das Originalmaterial war sichtlich gut erhalten und wurde auch professionell auf DVD gebannt. Wie bei allen Titel aus Clear Visions „Superheroes on DVD“-Programm muss man sich freilich damit abfinden, dass es keine Extras gibt. Bei viereinhalb Stunden hochwertigem Zeichentrick-Programm zu diesem preis ist das freilich relativ leicht zu verschmerzen.

 

Fazit:

Die Serien-Staffel auf dieser Doppel-DVD zieht das Superhelden-Thema einmal so richtig ernst und düster auf. Obgleich das wohl nicht jedem Genre-Fan liegt, würde ich ihnen die Episoden allein aufgrund ihrer erzählerischen Klasse ans Herz legen. Aber jetzt kommt der eigentliche Kracher: Hier können meiner Meinung nach selbst Seher einen Blick riskieren, denen das Superhelden-Genre an sich nicht liegt. Sie dürften positiv überrascht werden, wie weit sich „The Incredible Hulk“ vom vierfarb-lächerlichen abhebt.

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

DVD:

The Incredible Hulk: Staffel 1

USA 1996

Regisseure: Emory Myrick und Ernesto Lopez

Clear Vision, 16. Juli 2010

Umfang: 2 DVDs

Laufzeit: 271 Minuten

Sprache: Englisch, Deutsch, Spanisch

Untertitel: Niederländisch, Finnisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch

FSK 12

 

ASIN: B003QJIM0M

 

Erhältlich bei: Amazon


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 02.08.2010, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56