Statt richtigen Urlaub zu machen, müssen Amy und ihr älterer Bruder Liam ihre Ferien bei ihrer Oma in einer abgelegenen Ecke Connemaras verbringen. An das Verbot ihrer Oma, beim Herumstromern die Sichtweite des Hauses nicht zu verlassen, hält sich die abenteuerlustige Amy natürlich nicht. Selbst ihr eher zur Vorsicht neigender Bruder ist jedoch dabei, als beide versehentlich durch eine Pforte eine magische Parallelwelt betreten.
In ihrem Jugend-Urban-Fantasy-Abenteuer schickt Catherine Doyle ihr Protagonisten-Geschwisterpaar in eine magische Parallelwelt. Die Pforte ins Fantasy-Reich Tír na nÓg verortet sie im irischen Connemara. Aufs familiäre Umfeld und das normale Leben ihrer Protagonisten geht sie praktisch überhaupt nicht ein. Nahezu die gesamte Handlung findet in der magischen Welt statt, die nicht unbedingt verlockend dargestellt wird.
Liam wird kurz nach der Ankunft von kopflosen Reitern entführt, während Amy in die Hände von Rebellen fällt, die sie nicht gerade freudig willkommen heißen. Wie schon der Klappentext erkennen lässt, fällt Amy die aktivere Rolle zu. Die Handlung, die sich entwickelt, passt in die Erwartungen, die man mit diesem Genre verbindet. Leider fällt es etwas schwer, die beiden Protagonisten einzuschätzen, denn der Leser erfährt lediglich, dass Liam älter als Amy ist, nicht jedoch beider Alter. Das wäre für die Einschätzung von Charakteren dieses Altersbereichs aber mit Sicherheit wissenswert.
Wieso ein Mädchen, auf das die Geschwister in Tír na nÓg treffen, als König/King bezeichnet wird, erschließt sich mir nicht. Schließlich ist das doch eine der wenigen Berufsbezeichnungen‹ bei der im Englischen zwischen den Geschlechtern unterschieden wird. Trotzdem ist die Geschichte, die sich vor dem Leser abspielt, unterhaltsam und ins Genre passend.
Die Autorin folgt erzählerisch abwechselnd den Geschwistern.