Toshiko, Jun und Mei sind Waisen, sie wurden von einer Frau aufgezogen, die sie Tante Reiko nannten. Seit sie von einem Anführer der Lucky Crows vor ihren Augen ermordet wurde, sinnen die jungen Erwachsenen auf Rache. Doch in Rainshadow City ist für die Mittellosen schon das Überleben eine Herausforderung.
Mit dem Reihen-Auftakt The Rainshadow Orphans legt Naomi Ishiguro ein Buch vor, das schon von der Handlungswelt her außergewöhnlich ist. Fantasy in einer Welt mit 3 Monden wird mit einer ansonsten modernen anmutenden Welt verbunden. Drachen treffen hier auf Hightech.
So ist Mei, die älteste der Adoptiv-Geschwister, eine geniale Hard- und Software-Bastlerin. Das Spannungsfeld der Story besteht zwischen der Unterschicht, der auch die Geschwister angehören, dem Kaiserhaus und der mächtigen kriminellen Bande der Lucky Crows. Angehörige aller dieser Gruppen treffen aufeinander, wobei sich auch für das Fantasy-Genre eher ungewöhnliche (Teil-)Plots ergeben.
Eine gewisse Gesellschaftskritik wird mit der Fantasy-Handlung verwoben. Viele Elemente wie auch die Namen zahlreicher Charaktere erinnern dabei an die japanische Kultur. Durch mehrere grau gezeichnete Charaktere wird auf ein scharfes Schwarz-Weiß-Schema verzichtet.
Die Protagonisten-Rolle teilen sich die 17-jährige Toshiko, der 10-jährige Haru, Sohn der Kaiserin und Thronfolger, sowie Theo, der durch äußere Umstände an die Lucky Crows gerät. Die sich aus all dem entwickelnde Handlung kann man durchaus als komplex beschreiben. Trotz einer eindeutig geplanten Fortsetzung bietet dieser Band eine relativ abgeschlossene Handlung, die auch alleinstehend funktioniert.
Die Autorin erzählt wechselweise aus den Perspektiven der oben genannten Hauptfiguren.