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The Riverman (DVD)

Rezension von Sebastian Hogrebe

 

Als am Green River mehrere Frauenleichen gefunden werden, wird der Fall Dave Reichert (Sam Jaeger) übertragen. Der junge Polizist fühlt sich schnell überfordert und bittet Robert Keppel (Bruce Greenwood) um Hilfe. Keppel war maßgeblich an den Ermittlungen gegen den Serienmörder Ted Bundy (Cary Elwes) beteiligt und ist ein Experte in Sachen Serienkiller. Doch Keppel ist sich nicht sicher, ob er dem Fall gewachsen ist, und zögert. Schließlich lässt er sich doch dazu bewegen bei dem Fall zu helfen und prompt meldet sich Ted Bundy bei ihm. Er bietet seine Mithilfe an, bei der Jagd auf den Mörder vom Grünen Fluss.

Keppel nimmt das Angebot an, auch um Bundy dazu zu kriegen weitere Morde zu gestehen, die man ihm nicht hatte nachweisen können. Auch wenn Bundy bei ihm tiefe Spuren hinterlassen hat sucht er Bundy im Gefängnis auf und versucht dem Green River Killer auf die Spur zu kommen indem er sich erneut mit dem Bösen einlässt.

 

Die Geschichte dieses Films basiert auf dem Buch „The Riverman: Ted Bundi and I Hunt for the River Killer“. Das Buch wiederum basiert auf dem wahren Fall des „Green River Killer“, Gary Leon Ridgway, der erst 2003 überführt werden konnte, nachdem er über 50 Frauen ermordet hatte. Als die ersten Leichen 1982 auftauchten bot Ted Bundy aus dem Gefängnis heraus seine Mithilfe bei dem Fall an, doch die Behörden wiesen diese sofort zurück. Buch und Film widmen sich der Idee, dass die Behörden auf das Angebot eingehen. Das Buch bot auch Robert Harris Inspiration für sein „Das Schweigen der Lämmer“ und wenn man das Buch nicht kennt fühlt man sich an diesen Film erinnert.

Zuerst beginnt der Film wie der klassische Kriminalfall im Fernsehen: Die Opfer werden gefunden. Dann beginnt die Polizei mit den Ermittlungen und die Ermittler finden sich in der Sonderkommission ein. Auch das Angebot von Bundy zur Mitarbeit passt noch in den roten Faden eines normalen Verlaufs. Natürlich sieht man dabei kaum richtige, da langweilige, Polizeiarbeit und als nächstes wird der Hautpverdächtige präsentiert.

Von diesem Zeitpunkt an geht es in dem Film immer stärker um Keppel und seine Gespräche mit Bundy. Keppel scheint dem Bösen nicht gewachsen und von Bundy infiziert zu werden. Und mit einem Mal ist es Keppel auch wichtiger Bundy wegen noch nicht bewiesener Morde zu überführen, anstatt den Mörder vom Grünen festzunageln. Bis es nur noch darum geht ob Keppel von Bundy besiegt wird.

Den Film so umkippen zu lassen wird dem konditionierten Geschmack des Zuschauers eher weniger zusagen. Allerdings bietet die Vorlage auch keine Möglichkeit zu der gewohnt schnellen Auflösung des Falles, ohne einen Zeitsprung von 20 Jahren. Von daher bietet es sich an die Figuren des Films ins Zentrum der Handlung zu rücken.

Die Ausführung ist jedoch weniger gelungen. Die Dialoge von Keppel mit Bundy bleiben an der Oberfläche, wirken platt und bieten keine Überraschung. Es wird routiniert erzählt und Bundy wirkt zwar gestört, aber weder gefährlich noch infektiös.

 

Das liegt auch an der Darstellung. Von den drei Hauptdarstellern liefert nur Bruce Greenwood eine routinierte, allerdings wenig inspirierte, Leistung ab. Sam Jaeger spielt zu hölzern und gleichzeitig zu bemüht. Elwes spielt ebenfalls zu bemüht und einfach nicht souverän genug für das Monster, dass er darstellen soll. Dadurch wird der Zuschauer nicht an diese Figuren und ihr Spiel gefesselt. Da es aber am Ende nicht mehr um den Riverman geht, sondern um Bundy und Keppel, enttäuscht der Film in diesem Punkt.

 

Bild und Ton der vorliegenden DVD sind laut Hersteller in der Qualität reduziert.

Optisch bietet der Film die Qualität eines älteren amerikanischen Fernsehfilmes. Für den an Hochglanzserien wie „CSI“ gewöhnten Zuschauer wohl zu wenig. Man wird eher an ältere, auch deutsche, Kriminalreihen erinnert. Die Ausstattung dagegen ist gelungen. Der deutsche Ton ist wohl das Schlechteste an diesem Film. Man hat das Gefühl die Stimmen stammen nicht von den Darstellern. Das irritiert eher als es fesselt.

 

Im Fazit bietet der Film einfach zu wenig, um zu überzeugen. Natürlich hat er den Nachteil aufgrund der Idee mit Schweigen der Lämmer zu konkurrieren. Trotzdem kann man das nicht als Entschuldigung für schwach Dialoge und schwache Schauspielleistungen nehmen.

 

Eure Meinung:


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Film:

<i>&copy; e-m-s</i>

The Riverman

VÖ: 15.06.06 (Verleih)

17.08.06 (Kauf-DVD)

FSK: ab 16(beantagt)

Genre: Thriller

Länge: ca. 87 Min.

Land: USA

Jahr: 2004

ASIN: B000GG47U2

Erhältlich bei Amazon

 

Darsteller:

Bruce Greenwood,

Sam Jaeger,

Kathleen Quinlan,

Cary Elwes,

Sarah Manninen

 

Regie:

Bill Eagles

 

Vertrieb:

e-m-s

Weitere Infos:

Es wurde ein Pressemuster rezensiert. Daher können leider keine Aussagen über das Cover, Bonusmaterial, Bild- und Soundqualität gemacht werden.


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Erstellt: 12.09.2006, zuletzt aktualisiert: 25.03.2018 19:01